Pressemitteilung Biosphärenregion Berchtesgadener Land

Erneuerbare Energien in der Biosphärenregion

Die Photovoltaik Freiflächenanlage in Eham
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Die Photovoltaik Freiflächenanlage in Eham.

Berchtesgadener Land - Im Rahmen des Interreg-Projekts „Grenzenlos Nachhaltigkeit lernen“ organisierte die Biosphärenregion Berchtesgadener Land gemeinsam mit dem Klimaschutzmanager des Landkreises Manuel Münch im Zuge der Europäischen Mobilitätswoche eine Radtour mit Besichtigung von Anlagen für Erneuerbare Energien rund um Freilassing.

Erneuerbare Energien erfreuen sich im Landkreis zunehmender Beliebtheit und sind ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. In der Stadt Freilassing beispielsweise werden bereits 54 % des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien (vor allem Wasserkraft, danach folgen Photovoltaik und Biogas) gedeckt. Damit liegt Freilassing deutlich über dem Landkreisschnitt von 41 %. Laut Energienutzungsplan können bis 2030 78 % des benötigten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden. Für das Erreichen dieses Ziels sind auch Privatleute und Unternehmer*innen von großer Bedeutung, wie z.B. Thomas Reiter-Hiebl, der im Rahmen der Radtour seine Biogasanlage vorstellte. Seit 2012 betreibt er auf seinem Bauernhof in Eham eine Biogasanlage mit einer jährlichen Erzeugung von 1,5 Mio. kWh Strom und 1,6 Mio. kWh Wärme. Die interessierten Teilnehmer*innen erfuhren von Reiter-Hiebl, dass er damit zusätzlich zur Stromerzeugung für ca. 400 Haushalte mehrere Nachbarn und die 1,6 km entfernte Kreisklinik Freilassing mit umweltfreundlicher Wärme versorgt. Er erläuterte die Funktionsweise seiner Anlage und berichtete, dass immer mindestens ein Drittel Mais eingefüllt werden muss, damit sie wirtschaftlich läuft. Der Rest besteht aus Gülle von seinen eigenen Tieren und Pflanzenresten aus der Umgebung. Auch den Mais bezieht er aus der Region – aus einem Umkreis von ca. 15 km.


Im Anschluss an diese aufschlussreiche Führung radelten die Teilnehmer*innen weiter zur Photovoltaik-Freiflächenanlage in Eham. Herr Wolfgang Hirner, ehemaliger Geschäftsführer der VR EnergieGenossenschaft Oberbayern Südost eG, hatte sich die Zeit genommen, von der Errichtung der Anlage im Jahr 2012 zu erzählen. Alle interessierten Bürger*innen konnten sich damals an der Genossenschaft beteiligen - Mindestanlagesumme waren 1000 Euro. Die PV-Module seien sehr wartungsarm und auch der Standort sei sehr günstig. Dieser liegt auf einer ehemaligen Mülldeponie. Insgesamt werden rund 400 Haushalte von dieser Anlage versorgt, die jedes Jahr mehr Strom produziert als ursprünglich prognostiziert, was auch an der Zunahme der jährlichen Sonnenstunden in unserer Region liegt. Pro Jahr werden durch den Betrieb dieser PV-Anlage rund 1000 Tonnen CO2 eingespart. 

Abrundend erläuterte Klimaschutzmanager Manuel Münch die Situation in Bezug auf erneuerbaren Energien in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr im Landkreis Berchtesgadener Land. Dabei betonte er neben den Aspekten des Klimaschutzes auch die Bedeutung der regenerativen Energien für die regionale Wertschöpfung: „Ob Biogasanlage oder Photovoltaikanlage: Hinter all diesen Anlagen stehen Menschen aus der Region, die durch ihre Leistung umweltfreundliche Energie für die Region erzeugen.“ Anders als bei Heizöl oder Erdgas, bei denen der Großteil des Geldes ins Ausland abfließt, werden mit erneuerbaren Energien die Wirtschaftskreisläufe vor Ort gestärkt. Bereichert mit einer Fülle von Informationen machten sich die Teilnehmer*innen per Muskelkraft auf den Heimweg und trugen damit ihren kleinen Teil zur Energiewende im Verkehrssektor bei. 

Pressemitteilung Biosphärenregion Berchtesgadener Land

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