Sollten Salzburger im Grenzverkehr-Streit Ernst machen

Landratsamt veranlasst mögliche Rückleitung auf die Tauernautobahn

Landkreis - Obwohl sich das Bayerische Verkehrsministerium und das Land Salzburg darauf verständigt haben, die Grenzkontrollen-Situation am Walserberg durch eine dritte Kontrollspur zu entschärfen, hat Landrat Georg Grabner einen Plan B in der Schublade, falls die Österreicher den Verkehr über Berchtesgaden umleiten sollten.

Anfang vergangener Woche (17. Juni) hatte die Salzburger Landesregierung angekündigt, im Staufall den Verkehr von der A10 über Salzburg-Süd nach Berchtesgaden zu leiten. "Das ist nicht der richtige Weg. So etwas macht man unter guten Nachbarn nicht", beklagte Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp. Gemeinsam mit seinen vier Bürgermeister-Kollegen im Berchtesgadener Talkessel verfasste er einen offenen Brief, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Dem kamen Bayerns Verkehrsminister Hans Reichart und Salzburgs Landesrat Stefan Schnöll zuvor und verkündeten eine Einigung - vorerst.

Diese Einigung wird grundsätzlich von Landrat Georg Grabner begrüßt. Für den Fall der Fälle, dass die Salzburger doch Autobahnausfahrten sperren und den Verkehr über Berchtesgaden umleiten wollen, ist er vorbereitet.

Die Pressemitteilung des Landratsamtes Berchtesgadener Land im Wortlaut:

Mit der Ankündigung des Landes Salzburg, auf die Ausleitung des Autobahnverkehrs von der Tauernautobahn A10 an der Abfahrt Salzburg- Süd/Grödig in Richtung Berchtesgadener Talkessel aufgrund des kurzfristigen Baus der dritten Kontrollspur am Grenzübergang Walserberg und eines intelligenten Grenzmanagements zu verzichten, sei der richtige Weg eingeschlagen worden, so Landrat Georg Grabner. Er begrüßt die Einigung der Salzburger Landesregierung mit dem Bayerischen Verkehrsministerium.

Vor dem Hintergrund der Äußerungen des Salzburger Verkehrslandesrats Schnöll, den Verkehr auf der Tauernautobahn A10 von österreichischer Seite ab Mitte Juli „genau zu beobachten und bei Bedarf sofort zu handeln“, trafen sich am Mittwochnachmittag auf Einladung von Landrat Georg Grabner die Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein, der Polizeiinspektion Berchtesgaden und der Bundespolizeiinspektion Freilassing zu einem Abstimmungsgespräch. Dabei wurde vereinbart, dass einseitige Aktionen der österreichischen Seite, die zu unzumutbaren Belastungen und Auswirkungen auf das Straßennetz im südlichen Landkreis Berchtesgadener Land – bis zu einem völligen Erliegen des gesamten Verkehrs – führen würden, aus Sicherheitsgründen nicht hingenommen werden könnten.

Die bayerischen Behörden wären in diesem Fall gezwungen, dem von der Autobahn abgeleiteten Urlauberdurchgangsverkehr die Durchfahrt unmittelbar nach der Staatsgrenze bei Marktschellenberg zu untersagen und diese Fahrzeuge zurück Richtung Autobahn zu leiten. Eine entsprechende verkehrsrechtliche Anordnung hat Landrat Grabner am Mittwoch unterschrieben. Die Durchsetzung dieser Maßnahme würde von der Polizei überwacht. Diese Maßnahme würde jedoch nur greifen, wenn Österreich Richtung Berchtesgaden ausleitet.

Landrat Georg Grabner wies in diesem Zusammenhang außerdem darauf hin, dass auch die bayerische Bevölkerung unter erheblichem Ausweichverkehr österreichischer Verkehrsteilnehmer, z. B. durch die Altstadt von Laufen Richtung Salzburg und durch deutlich erhöhtes Lkw-Aufkommen durch das sogenannte Kleine Deutsche Eck aufgrund von Blockabfertigungen auf der Inntalautobahn am Grenzübergang Kiefersfelden/Kufstein belastet sei.

Nicht zu vergessen sei, dass das Verkehrsaufkommen durch das sogenannte Kleine Deutsche Eck gerade im Bereich Piding/Bad Reichenhall extrem hoch sei und diese Strecke auch durch sehr viele österreichische Pkw und LKW genutzt werde.

Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land

Rubriklistenbild: © Polizeipräsidium Oberbayern Süd

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