Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land

Ein Jahr Netzwerkstelle Hebammenversorgung

Landrat Bernhard Kern mit Susanne Deckert und Lena Gruber.
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Arbeitsgespräch nach einem Jahr des Wirkens: Landrat Bernhard Kern mit Susanne Deckert, Leiterin Netzwerkstelle Hebammenversorgung (rechts) und Mit-Initiatorin Lena Gruber, Gesundheitsregionplus (links).

Landkreis - Um sich über die Tätigkeiten und bisherigen Erfolge zu informieren und aktuelle Themen auszutauschen, traf sich Landrat Bernhard Kern anlässlich des einjährigen Bestehens der Netzwerkstelle Hebammenversorgung mit Leiterin Susanne Deckert und Mit-Initiatorin Lena Gruber von der Gesundheitsregionplus .

Aktuell gibt es im Landkreis Berchtesgadener Land 17 tätige Hebammen. Mit kontinuierlich steigenden Geburtenzahlen wird der Bedarf an Hebammenleistungen weiter steigen, wie es sich unter anderem bereits in der Schwangerenberatungsstelle und Familienförderstelle am Landratsamt bemerkbar macht. Um dem entgegenzuwirken, wurde vor rund zwei Jahren im Rahmen des Netzwerks Gesundheitsregionplus das Thema der regionalen Hebammenversorgung aufgegriffen. Nach einer Bedarfserhebung in Form von Befragungen und Runden Tischen wurde eine landkreisübergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet, die Lösungsmöglichkeiten zur Stärkung der Hebammenversorgung erarbeitete. Die Idee der Netzwerkstelle konnte mit dem Förderprogramm Geburtshilfe des Freistaat Bayerns im Juli letzten Jahres realisiert werden.


Organisatorisch ist die Netzwerkstelle bei der KlinikPlus Medical GmbH der Kliniken Südostbayern angesiedelt. Die Maßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern und den Gesundheitsregionenplus der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land umgesetzt. „Durch das Förderprogramm haben in Bayern 13 Kommunen ähnliche Stellen wie die unsere ins Leben gerufen. Wir sind jedoch die einzige, die landkreisübergreifend arbeitet und sowohl im Klinikverbund als auch in den Landratsämtern fest eingebunden ist“, so Susanne Deckert, Leiterin der Netzwerkstelle.

Die Tätigkeitsbereiche der Netzwerkstelle sind vielfältig. Um die rund 60 Hebammen in den beiden Landkreisen organisatorisch zu unterstützen, bietet die Netzwerkstelle beispielweise wohnortnahe Fortbildungen an. So können die Hebammen ihrer Fortbildungspflicht nachkommen, ohne weite Fahrtwege auf sich nehmen zu müssen. Weiterhin fasst die Netzwerkstelle in regelmäßigen Newslettern relevante Informationen zusammen und hält die Hebammen hinsichtlich fachlicher und berufspolitischer Entwicklungen auf dem aktuellen Stand. Außerdem unterstützt die Netzwerkstelle die Hebammen in Sachen Qualitätsmanagement sowie bei Antragstellungen – wie beispielsweise den jährlichen Hebammenbonus des Freistaats. „Alle unsere Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit den Hebammen vor Ort. Es ist unser Anliegen, sie effizient und praxisnah zu unterstützen“, so Deckert.


Darüber hinaus wendet sich die Netzwerkstelle auch an Schwangere und informiert über Kassenleistungen und den Anspruch auf Hebammenhilfe. Hierzu wurden Informationsbroschüren für die Auslage in Arzt- und Hebammenpraxen erstellt. Außerdem wurde in der vergangenen Weihnachtszeit erstmalig eine Bereitschaftsambulanz organisiert und angeboten.

Um die Situation auf den geburtshilflichen Abteilungen Bad Reichenhall und Traunstein zu erfassen, fand kürzlich eine Hebammen- und Ärzte-Befragung statt. Aus den Befragungsergebnissen leitet die Netzwerkstelle künftig Maßnahmen ab, um die Aktivitäten und Angebote noch gezielter am bestehenden Bedarf auszurichten. Als erste Maßnahme in Folge der Befragungsergebnisse soll ein maßgeschneidertes Fortbildungsprogramm angeboten werden, unter anderem mit gemeinsamen Fortbildungen für Ärzte, Ärztinnen und Hebammen. Insbesondere für solche gemeinsamen Fortbildungen und in Bezug auf Supervision und Teamentwicklung wird eine enge Zusammenarbeit mit der Kliniken Südostbayern AG angestrebt. Für die weitere Maßnahmenerarbeitung findet im September auf den Geburtshilfestationen in Bad Reichenhall und Traunstein ein Workshop für die dortigen Hebammen und Ärztinnen und Ärzte statt. 

Landrat Bernhard Kern ist über die vielseitigen Maßnahmen sehr erfreut, die binnen eines Jahres auf die Beine gestellt wurden: „Für unsere jungen Familien im Landkreis Berchtesgadener Land ist es wichtig, eine Hebammenhilfe zu erhalten und auch wohnortnah entbinden zu können. Ich sehe dies als Teil der Daseinsvorsorge im Landkreis. Deshalb habe ich Ja gesagt, unsere Hebammen bestmöglich zu unterstützen und unseren Landkreis auch in Sachen Hebammenausbildung stark zu machen.“

In Sachen Nachwuchsgewinnung von Hebammen für die Region steht die Netzwerkstelle bereits mit den Hochschulen in Bayern sowie den Schulen in der Region in Kontakt. Außerdem werden Hebammenstudentinnen, die ihre Praxiseinsätze in der Region absolvieren, betreut oder Schülerpraktikumsstellen vermittelt.

Auch in der Corona-Krise hat sich die Struktur der Netzwerkstelle als hilfreich erwiesen. Nachdem in der Netzwerkstelle der Bedarf an persönlicher Schutzausrüstung der einzelnen Hebammen zusammengefasst wurde, konnte diese den Bedarf gesammelt an die zuständigen Stellen in den Landratsämtern weitergeben und das Material anschließend verteilen. 

Die Netzwerkstelle Hebammenversorgung ist ein Projekt der Gesundheitsregionenplus der Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein. Sie wird gefördert durch die Regierung von Oberfranken mit Mitteln des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege sowie der Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein. 

Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land

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