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21 zusätzliche Fahrzeuge

Zu viele Einsätze: Freiwillige müssen Rettungsdienst im BGL wiederholt unterstützen

BRK BGL Berchtesgadener Land Rettungsdienst
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Sie unterstützen, wenn Not am Mann ist: Mit insgesamt 21 Fahrzeugen stehen die ehrenamtlichen Kräfte vom BRK BGL zur Spitzenabdeckung beim Rettungsdienst im Berchtesgadener Land bereit.

Wenn alle regulären Rettungswagen im Einsatz sind, rückt die ehrenamtliche BRK-Bereitschaft aus. Zuletzt gleich vier Mal innerhalb einer Woche. Doch wie kommt es zu den Engpässen beim Rettungsdienst im Berchtesgadener Land?

Berchtesgadener Land - Dienstagmorgen, 4. Oktober 2022: Zahlreiche Einsätze fordern den Rettungsdienst im Berchtesgadener Land. Das Aufkommen ist so hoch, dass auch die Ehrenamtlichen vom Bayerischen Roten Kreuz einspringen müssen. Der Berchtesgadener Notarzt rückt zu einem internistischen Notfall nach Schönau am Königssee aus - weder der reguläre Rettungsdienst noch der Rettungshubschrauber „Christoph 14“ können anrücken.

Rettungsdienst ausgelastet: BRK BGL unterstützt bei Einsatzspitzen

Die ehrenamtliche Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) der BRK-Bereitschaft fährt mit ihrem Notfallkrankenwagen sofort los und versorgt zusammen mit dem Notarzt den 79-Jährigen. Die Einsatzkräfte bringen den Mann zur Kreisklinik Bad Reichenhall. Hier heißt es einige Zeit warten: Fünf Transportfahrzeuge kommen gleichzeitig an, die Notaufnahme selbst ist gefüllt mit Patienten und das Personal hat alle Hände voll zu tun. Rund zweieinhalb Stunden sind die drei Ehrenamtlichen der BRK-Bereitschaft bei dem Einsatz gefordert. Zeitgleich rückt auch die SEG der BRK-Bereitschaft Bad Reichenhall zu zwei Einsätzen aus: Spitzenabdeckung in Piding.

20. August, Dritter, 17. und 24. September - der reguläre Rettungsdienst ist ausgelastet? Die BRK-Bereitschaft unterstützt. Auch Ende Oktober rücken die Ehrenamtlichen vier mal innerhalb einer Woche zur Spitzenabdeckung aus, weil alle regulären Rettungswagen bereits im Einsatz sind. Ein krankes Kleinkind, ein bewusstloser 22-Jähriger, Notfälle in Bischofswiesen, Marktschellenberg, Berchtesgaden und Freilassing.

Ausflugswetter und Touristen? Mutmaßliche Zusammenhänge reine Spekulation

Doch wann kommt es zu dem Moment, in dem jedes einzelne Rettungsfahrzeug im Berchtesgadener Land samt Besatzung ausgelastet ist? Die Frage nach der Ursache lässt sich kaum beantworten. „Es handelt sich um temporäre Spitzen, die immer dann auftreten, wenn besonders viel gleichzeitig passiert“, erklärt BRK-Sprecher Markus Leitner gegenüber BGLand24.de.

Mutmaßliche Zusammenhänge seien nur Spekulation und würden sich nicht bestätigten. „Oft treten solche Spitzen wochenlang unabhängig von offensichtlichen Einflussfaktoren wie besonders viel Tourismus oder extremes Wetter - schönes Ausflugswetter, Hitze, Kälte - überhaupt nicht auf“, so Leitner. Dann komme es wieder wie im Oktober mehrmals pro Woche zu den unterstützenden Einsätzen. Einen direkten Zusammenhang könne das BRK nicht ableiten, erklärt Leitner.

Ob regulär oder ehrenamtlich: Wie lange ein Rettungswagen samt Einsatzkräften gebunden ist, hänge hingegen klar vom Verkehr und der Fahrtstrecke ab, die der Wagen bis zur Zielklinik mit dem Patienten zurücklegen muss, so Leitner im Gespräch.

Im echten Notfall helfen: Ehrenamtliche laufend auf Fortbildung

„Unsere Ehrenamtlichen üben und bilden sich für solche Spitzenabdeckungen laufend aus und fort und freuen sich, wenn sie den Menschen vor Ort bei einem Engpass in einem echten Notfall effizient helfen können. Die Zahl dieser Spitzenabdeckungen hält sich derzeit insgesamt in Grenzen, motiviert unsere Freiwilligen und zeigt ihnen, dass sie gebraucht werden“, erklärt der Sprecher. Von einer Überforderung seien die Ehrenamtlichen jedoch noch weit entfernt - auch wenn „es temporär schon mal stressig werden kann, wenn kurzzeitig viele Notfälle gleichzeitig passieren“.

Spenden finanzieren ehrenamtlichen Rettungsdienst

2021 versorgten und transportierten die ehrenamtlichen BRK-Bereitschaften 42 Patienten bei Einsatzspitzen. Im ersten Corona-Jahr 2020 waren es 36. „Dieses sinnvolle Plus an Sicherheit für Menschen im Landkreis leisten wir ausschließlich ehrenamtlich. Die zusätzlichen Fahrzeuge und Ausrüstung müssen aber nahezu komplett mit Spenden aus der Bevölkerung finanziert werden“, erklärt der Kreisbereitschaftsleiter Florian Halter.

Aufgrund der Berge ist der südliche Landkreis geografisch von den Nachbarregionen abgeschnitten. Deswegen sind dort die Schnell-Einsatz-Gruppen besonders gefragt. Wenn alle regulären Rettungsmittel im Einsatz sind, kann die Leitstelle auf die Gruppen zurückgreifen. Für diese Einsatzspitzen hält das BRK 21 zusätzliche Fahrzeuge, zehn Anhänger und zusätzliche Ausrüstung bereit. Die freiwilligen Sanitäter werden außerdem aus- und fortgebildet. Der Unterhalt des Equipments und die Ausbildung der Ehrenamtlichen finanzieren sich fast ausschließlich über Spendengelder.

ce (Mit Material von BRK BGL)

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