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Zukunft der Krankenhäuser Berchtesgaden und Freilassing besiegelt?

„Ohne Anpassung kaum Aussicht auf Erhalt“ - Kliniken und Kreisräte FAST einer Meinung

Kreisklinik Berchtesgaden
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Notfälle sollen künftig nicht mehr in der Kreisklinik Berchtesgaden behandelt werden.

Die Diskussion um die Umstrukturierung der Krankenhäuser im Berchtesgadener Land nimmt weiter Fahrt auf. Zwei Petitionen für den Erhalt der Standorte Freilassing und Berchtesgaden wurden gestartet. In Stadt- und Gemeinderäten werden Änderungen gefordert. Doch die Verantwortlichen sehen dafür keine Möglichkeit.

Berchtesgadener Land - Von der ersten Vorstellung der Umstrukturierungspläne der Kliniken Südostbayern AG bis zum großen Aufschrei in der Bevölkerung verging ein halbes Jahr. Vor allem in Stadt- und Gemeinderäten im Berchtesgadener Land wird die Informationspolitik der Kliniken und des Landkreises kritisiert.

Umstrukturierung der Kliniken im Berchtesgadener Land - Diskussion um Akutversorgung

Haben die Verantwortlichen wirklich scheibchenweise informiert? Wurden die Informationen so gut verpackt, dass die wirklichen Ausmaße erst später realisiert wurden? Oder hat es tatsächlich so lang gedauert, bis in der Bevölkerung klar wurde, was die Pläne eines neuen Zentralklinikums in Bad Reichenhall für die Krankenhaus-Standorte Berchtesgaden und Freilassing wirklich bedeuten?

Fakt ist: „Die orthopädische Rehabilitation wird nach Schließung der Schönkliniken ab Oktober 2022 für die Sicherung und Erweiterung der orthopädischen Versorgung am Standort Berchtesgaden in Betrieb gehen. In diesem Zusammenhang wird die Zahl akutinternistischer Betten angepasst und gleichzeitig die Versorgung geriatrischer Patienten gestärkt“, erklärt die Sprecherin der Kliniken Südostbayern AG, Sabine Segerer-Utz, gegenüber BGLand24.de.

Das Freilassinger Krankenhaus hat seine Blütezeit hinter sich, viele Freilassinger nutzen das nahe Salzburger Landeskrankenhaus für operative Eingriffe.

„Die Verlagerung der Akutversorgung wird wie erwähnt gestuft Mitte 2023 von Freilassing und Berchtesgaden in Richtung Bad Reichenhall auf den Weg gebracht. Für ambulant zu versorgende Notfälle stehen in Berchtesgaden weiterhin niedergelassene Kollegen und der KVB-Notfalldienst zur Verfügung. Zumal gemäß Versorgungsauftrag der ambulante grundsätzlich ganz klar im niedergelassenen Bereich liegt und dies weiter auch vom Gesetzgeber eingefordert wird. Sollte eine stationäre Versorgung notwendig sein, erfolgt dies über den Rettungsdienst mit Weiterversorgung am Standort Bad Reichenhall, wie bisher auch.“

Klinikumstrukturierung im Berchtesgadener Land: Petitionen zum Scheitern verurteilt?

Vor allem die Verlagerung der Akutversorgung nach Bad Reichenhall stößt vielen Bürgern im Landkreis sauer auf. Sowohl in Freilassing, als auch in Berchtesgaden wurden Petitionen zum Erhalt der Kliniken im derzeitigen Zustand gestartet. Doch können sie an den Plänen etwas ändern?

„Aus Gründen der nachhaltigen medizinischen Entwicklung und dem Erhalt aller Standorte wird am Medizinischen Standortkonzept festgehalten. Die Beschlusslage in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein ist eindeutig, entsprechend wurde auch die Satzung der Kliniken bereits angepasst“, so die klare Aussage aus Traunstein.

Auch die Antwort aus dem Landratsamt Berchtesgadener Land macht wenig Hoffnung: „Der Erhalt kleinerer Häuser und Kliniken ohne Spezialisierung wird ohne Anpassung der Ausrichtung kaum Aussicht auf Erfolg haben, da geforderte Qualitätsvorgaben nicht mehr eingehalten werden können und davon abgesehen auch das Personal fehlt.“

Konzept zur Klinikumstrukturierung im Berchtesgadener Land - richtig, sinnvoll und notwendig?

Die Antwort erreichte BGLand24.de im Namen von Landrat Bernhard Kern, sowie der Fraktionsvorsitzenden und Parteisprecher des Kreistags Berchtesgadener Land. Allerdings distanzierten sich uns gegenüber bereits einige Kreistagsmitglieder von der gemeinsam herausgegebenen Erklärung.

Laut Landratsamt wurde die Erstellung der Unterlagen und des Konzepts bereits von etlichen Experten begleitet, so unter anderem der Optimedis AG. In verschiedenen Vorstellungsterminen unter anderem in Freilassing seien auch dortige Experten eingebunden worden, die das Konzept als richtig, sinnvoll und notwendig bestätigt hätten.

Viele Termine „hinsichtlich des neuen medizinischen Konzepts und des Neubaus eines Zentralklinikums Berchtesgadener Land“, bestätigt AfD-Kreisrat Wolfgang Koch gegenüber BGLand24.de. „Allerdings gab es keinen Termin mit der sogenannten Beratungsgesellschaft Optimedis AG, sowie anderen ‚Beratungsorganen‘“, so Koch.

Gesundheitspolitik schuld an Klinik-Plänen im Berchtesgadener Land?

Dass der Erhalt aller Standorte wichtig ist, steht auch für Manfred Hofmeister von der Bürgerliste Bad Reichenhall außer Frage. Bezüglich der Notfallversorgung nimmt er dagegen die Bundesregierung in die Pflicht: „Die Schließung der Notaufnahmen in Freilassing und Berchtesgaden ist letztlich eine Folge unserer generellen Gesundheitspolitik, wo die Daseinsvorsorge monetären Zwängen untergeordnet wird.“

Das bestätigt indirekt auch die Stellungnahme von Landrat, Fraktionsvorsitzenden und Parteisprechern: „Die Notfallversorgung im Berchtesgadener Land auf den Standort Bad Reichenhall in der Mitte des Landkreises zu konzentrieren, begründet sich auch von der Gesetzgeberseite, die kleine und kleinste Versorgungseinheiten nicht mehr vorsieht.“

Kliniken Südostbayern möchten „jeden einzelnen Mitarbeiter am Standort halten“

Um die Daseinsvorsorge zu gewährleisten würden derzeit Doppelstrukturen abgebaut und Spezialkompetenzen auch in der Notfallversorgung gebündelt. „Das macht die Kliniken in der Region leistungsfähiger“, sind Landrat Bernhard Kern und die Fraktionsführer überzeugt.

Wann genau jetzt die Kompetenzen gebündelt werden und die Notfälle wirklich nur in Bad Reichenhall behandelt werden, ist noch nicht ganz klar. Die Kliniken Südostbayern bestätigen nur: „Wir brauchen jeden einzelnen Mitarbeiter und möchten keinen einzigen verlieren. Jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter soll möglichst am Standort gehalten werden. Deshalb werden wir mit ihnen gemeinsam nach der besten Lösung und dem geeignetsten Einsatz für sie in unseren Kliniken suchen. Es ist auf keinen Fall eine Reduzierung der Mitarbeiter geplant.“

cz

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