Digitale Produktionsprozesse anschaulich erklärt

Unternehmer des Landkreises besuchen Musterfabrik

Berchtesgadener Land - Wie werden Produktionsprozesse digital optimiert? Antworten auf diese Fragen erhielten heimische Unternehmer in der Musterfabrik Dingolfing der Universität Landshut.

Die Exkursion fand im Rahmen des Digitalisierungs-Projekts KMU 4.0, koordiniert von der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH (BGLW), statt. Im Projekt werden Betriebe bei der Entwicklung ihrer digitalen Strategie unterstützt.


Wer als kleiner und mittelständischer Unternehmer etwas über Digitalisierung lernen will ist meist auf verschiedene Arten beschränkt. Er kann auf Messen gehen, bekommt es dort allerdings mit Vertriebsmitarbeitern zu tun. Er weiß nicht, ob die Informationen ehrliche Ratschläge oder einfach Werbung sind. Bei Firmenbesichtigungen sind Abläufe und Technologien oft unter Verschluss, weil sie Betriebsgeheimnisse sind. Berichte oder Artikel aus Fachzeitschriften geben einen kurzen Überblick über einen Einsatz oder für einen bestimmten Problemfall und helfen nur selten konkret weiter. 

Digitalisierung von Prozessen in der Realität erleben


Die 900m² große Musterfabrik Technologiezentrum PULS (Produktions- und Logistiksysteme) in Dingolfing bildet dagegen die komplette Produktion vom Warenein- bis -ausgang ab. Unternehmer erhalten Erklärungen zur Digitalisierung der Prozesse in einer realen Umgebung. "Wir versuchen, ein möglichst breites Spektrum abzubilden, damit für jeden Gast interessante Informationen vorhanden sind. Als staatliche Einrichtung sind wir neutral und geben unseren Gästen unsere Erfahrungen und Problemlösungen in diesem Sinne weiter", so Maximilian Langewort von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Landshut. Die Hochschule ist Projektpartner der BGLW bei KMU 4.0.

Während der Fabrikführung diskutierten die Unternehmer ihre individuellen Themen. "Das Aufzeigen von High-Tech-Lösungen und gleichzeitig einfachen Optimierungsansätzen gefiel mir sehr gut", betont Josef Reiter vom Surheimer Hersteller für Kunststoffschächte, Romold. Interessant fand der Produktionsentwickler auch den Vortrag zur digitalen Wertstromanalyse. In dem Verfahren wird der gesamte Produktionsprozess betrachtet.

Kommunikationsprobleme, Materialverschwendung und Stillstandzeiten werden erkannt und der Prozess mithilfe digitaler Unterstützung optimiert. Ein Beispiel sind Ortungssysteme, mit deren Hilfe die Mitarbeiter in der Produktion jederzeit wissen, wo sich das Produkt befindet. Josef Reiter: "Bei Romold will ich das Thema Verschwendung stärker in den Fokus rücken. Auch eine Wertschöpfungsanalyse ist wichtig, um die Problemfelder besser zu identifizieren." Ansprechpartner für die Unterstützung durch KMU 4.0 bei der BGLW ist Veronika Schwendinger, veronika.schwendinger@berchtesgadener-land.de. Mehr zum Projekt unter www.berchtesgadener-land.de/digitalisierung-innovation/wissenstransfer-kmu-4-0.

Pressemitteilung Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH

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