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Mit „Atombomben“ und im Rost-Look

Alle Blicke garantiert: So macht Georg Ehrschwendner das BGL auf seiner „Mad Max“ unsicher

Georg Ehrschwendner und die “Mad Max” vor Watzmann-Kulisse am Obersalzberg
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Georg Ehrschwendner und die “Mad Max” vor Watzmann-Kulisse am Obersalzberg

Wo Georg Ehrschwendner anrollt, ist ihm Aufmerksamkeit gewiss. Mehr als 150 außergewöhnliche Motorräder hat der 78-jährige Designer geschaffen. Eines davon ist die „Mad Max“, eine umgebaute Honda im post-apokalyptischen Rostkleid. Im Parkmodus schützt das Gefährt ein ausfahrbarer spitzer Stachel vor unerwünschtem Besuch. „Sonst setzen sich die Leute immer drauf“, weiß Ehrschwendner. 

Berchtesgadener Land – Als die Maschine anrollt, staunen die Gäste am Obersalzberg nicht schlecht. Man muss schon zweimal schauen, um zu glauben, was man da sieht. Mit zwei Fake-Atombomben rechts und links, geziert vom Atomzeichen, das an einen Flugzeugrotor erinnert, der kleinen Handgranate unter dem Nummernschild und dem Rost-Look, der angelehnt ist an die Struktur eines versunkenen Schiffswracks, ist die Honda VRF 800 ein Hingucker auf Rädern. „Mad Max“ ist ein Endzeitfilm von 1979. Der Film mit Mel Gibson schlug damals ein wie eine Bombe, seitdem schart sich eine große Fangemeinde um das Franchise, die den Blockbuster zum Kultstreifen stilisiert. 

Als Fan des Films würde sich Georg Ehrschwendner zwar nicht bezeichnen. Doch die Endzeitoptik überzeugte den Designer. Der Umbau sei eine Herausforderung gewesen. Mehr als ein Jahr lang baute er daran. Dann, endlich, war sein Wunschergebnis fertig. „Handarbeit in Vollendung“, beschreibt der Salzburger sein Tun. Der bekennende Berchtesgaden-Fan unternimmt regelmäßig Spritztouren in die Watzmann-Gegend. Kein Besuch vergeht, bei dem er und sein außergewöhnliches Motorrad nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen.

Jahrzehntelange Leidenschaft und Handarbeit

150 Modellen hat der Designer zu einmaligem Aussehen verholfen. „Ich arbeite mit Kunststoffen und Epoxidharz“, sagt der Ruheständler. Sechs Exemplare hat er insgesamt von der „Mad Max“ gebaut und sie europaweit an Motorrad-Aficionados mit Hang zum Kultklassiker verkauft. Dabei basiert der Umbau auf einem Serienmodell. Nur die Auspuffanlage ist eine Sonderanfertigung. Die Originalverkleidung wurde vollständig entfernt. Aufwendig per Hand modellierte Georg Ehrschwendner Einzelteile aus Polyester, schuf eine 3D-Struktur, um der Maschine ihren Endzeit-Look zu verpassen. 

Seit Jahrzehnten feilt Ehrschwendner an Motorrädern. Der erste Motorrad-Umbau liegt dabei schon eine Ewigkeit zurück, mehr als 60 Jahre. Die zweirädrige Massenware schien ihm zu langweilig. Nachdem die ersten Einzelstücke gehörig Aufmerksamkeit erzeugt hatten, widmete er seinen Umbauten mehr Zeit. Auf Harley-Treffen wurde seine Anwesenheit kritisch beäugt. „Am Ende machten sie aber doch alle ein Foto von der Maschine - manche ganz heimlich“, sagt der Motorrad-Liebhaber.

Damen-Begleitung und Eisenstachel sind immer dabei

Dabei liegt der Fokus nicht nur auf dem Gefährt, sondern auch auf dem Drumherum. Handschuhe, Jacke und verspiegelter Helm kommen im selben Stil und sind ebenfalls aufwändig gestaltet, um das post-apokalyptische Aussehen zu wahren. Die Struktur des rostigen Eisens übernahm der Designer von Eisenteilen eines Schiffswracks vor Korsika. Für den Fall, dass die weibliche Begleitung fehlt, kreierte der fantasiebegabte Gestalter eine besondere Garnitur: eine Packtasche in Form einer Frau, die hinter ihm am Rücksitz weilt. Einen Monat Zeit hat er in die spezielle Damen-Begleitung gesteckt. 

Der Teufel steckt beim „Mad Max“-Unikat im Detail: Ist das Motorrad geparkt, fährt ein Eisenstachel in Richtung Fahrersitz aus. Der Stachel unterstreicht die Optik, verfolgt aber auch einen anderen Zweck: „Viele setzen sich ungefragt auf die Maschine, um Fotos zu machen. Das wollte ich damit verhindern“, sagt Ehrschwendner mit einem Grinsen. Auch wenn er hin und wieder angehalten wird: Das handgefertigte Einzelstück ist für den Straßenverkehr zugelassen. Beim TÜV gibt es keine Probleme. 

Als Georg Ehrschwendner die Heimreise antritt, werden wieder die Smartphones gezückt. Im Mittelpunkt zu stehen, daran hat er sich schon gewöhnt. Und irgendwie ist das auch ein Zeichen, dass seine Arbeit wertgeschätzt wird. „Da steckt ja auch viel Arbeit drin.“ 

kp

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