Pressemitteilung Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice

BGLW-Geschäftsführer Birner zieht Corona-Resümée

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Auch wenn ein Großteil der Betriebe wieder geöffnet hat: Normalzustand sieht anders aus.

Berchtesgadener Land - Rund 3500 Betreuungsvorgänge und Gespräche mit Unternehmern führte das Team der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH (BGLW), seit die Corona-Pandemie im März das Wirtschaftsleben praktisch über Nacht lahm legte.

Nicht nur die Existenzsorgen der Unternehmer belasteten das Team um Geschäftsführer Dr. Thomas Birner. Auch mit Wettbewerbsverzerrungen und der schleppenden Bearbeitung der Soforthilfe hatten die oberbayerischen Wirtschaftsförderer zu kämpfen. Deutlich machten sie dies in einem gemeinsamen Brief an die Regierung von Oberbayern und das Wirtschaftsministerium.


Erstes Ziel der BGLW in der Corona-Krise war, ihre Unternehmer sofort zu informieren und optimal zu unterstützen."Das gelang nicht immer, denn Konkretes zu den Ankündigungen der Regierung waren meist nicht gleich verfügbar und zum Teil schwer vermittelbar", blickt Dr. Birner zurück. Als Beispiele nennt er die nach Protesten gekippte 800 Quadratmeter-Regelung zur Einzelhandelsöffnung oder die Ungleichbehandlung von Friseuren und Kosmetikern. "Hier hat uns die Zusammenarbeit mit den Kollegen und Verbänden wie DEHOGA oder IHK sehr geholfen. Gemeinsam hakten wir immer wieder nach und machten Druck." Letzterer gipfelte in einem Brief der oberbayerischen Wirtschaftsförderer an die Regierung von Oberbayern, da viele Unternehmer nach fünf Wochen immer noch keine Soforthilfe erhalten hatten. "Seither läuft es besser. Die Regierungspräsidentin hat uns zugesagt, dass Ende Mai alle Beträge ausgezahlt sind", so der BGLW-Geschäftsführer. Die geschlossene Grenze nach Österreich und die noch fehlenden Tourismusgäste und Patienten der Kliniken bescheren vor allem den Einzelhändlern starke Umsatzeinbußen. "Wir brauchen die schnelle Öffnung", betont Dr. Birner.

Zukunftsthemen im Blick 

Ab 1. Juni ist ein großer Teil der Betriebe wieder geöffnet. Für den BGLW-Geschäftsführer kein Grund, wieder in den normalen Arbeitsmodus überzugehen. "Gastronomen, Hoteliers und Dienstleister haben höhere Kosten für Hygienemaßnahmen bei deutlich weniger Kunden wegen der Abstandsregelungen. Die reduzierten Umsätze wirken sich auch auf deren regionale Zulieferer, zum Beispiel Werbeagenturen aus. Die Produktionsunternehmen wissen noch nicht, wie sich die angeschlagenen Auslandsmärkte auswirken." Er hofft, dass die Konsequenzen nicht allzu hart werden. Dennoch rechnet der BGLW-Geschäftsführer mit Insolvenzen und Nachfolgethemen wegen Geschäftsaufgabe. Dr. Birner: "Das BGLW-Team strukturiert momentan die Themen für eine möglichst positive wirtschaftliche Zukunft des Landkreises nach Corona. Ein landkreisweites Leerstandsmanagement inklusiver innovativer Ideen, verstärkte Innovations- und Förderunterstützung sowie eine sukzessive höhere Wertschöpfung im Rahmen des Projekts Verantwortungsvoll Wirtschaften stehen auf der Agenda. "Ein Fokus liegt weiter auf unserem Querschnittsthema Digitalisierung. Die Corona-Krise hat erneut deutlich gemacht, dass stationärer und Online-Handel zusammen gehören und Unternehmen die digital gut aufgestellt sind, Vorteile haben."


Landkreisweites Online-Angebot

Nach Pfingsten wird die BGLW die Gutscheinplattform "Berchtesgadener Land Hilft" an den Betreiber atalanda übergeben und die Aktion offiziell beenden. Gutscheine für über 15.000 Euro kamen mindestens der Hälfte der 140 Plattform-Betriebe zugute. In etwa gleicher Höhe wurden direkt Gutscheine bei den Unternehmern ausgelöst. Die Unternehmen sollen jedoch weiter von ihrer Online-Präsenz profitieren. Die Hilfsplattformen und die Gewerbevereine sind auf Initiative der BGLW im Gespräch. Ziel ist ein attraktives, landkreisweites Online-Angebot.

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