Studie zu Ausbau in der Region vorgestellt

Breitband- und Mobilfunknetz-Ausbau: Besonders ein Kreis hat Nachholbedarf

Es gibt Fortschritte, aber weiter Nachholbedarf beim Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz, mahnte Stefan Neumann, stellvertretender Vorsitzender der Bezirksgruppe München-Oberbayern des Verbands der Bayerischen Wirtschaft (vbw).
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Es gibt Fortschritte, aber weiter Nachholbedarf beim Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz, mahnte Stefan Neumann, stellvertretender Vorsitzender der Bezirksgruppe München-Oberbayern des Verbands der Bayerischen Wirtschaft (vbw).

Landkreis Berchtesgadener Land/Südostoberbayern - Es gibt weiter Nachholbedarf beim Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. Besonders in einem Landkreis.

„In Südost-Bayern sind in Rosenheim, Stephanskirchen, Bad Endorf und wenigen weiteren Gemeinden 50 Prozent oder mehr der Haushalte mit Glasfaser versorgt“, berichtete Stefan Neumann, stellvertretender Vorsitzender der Bezirksgruppe München-Oberbayern des Verbands der Bayerischen Wirtschaft (vbw). „Im Rest besteht Nachholbedarf, ganz besonders im Berchtesgadener Land.“


Weiter Nachholbedarf beim Breitband- und Mobilfunknetz-Ausbau - Besonders im Berchtesgadener Land

Das Thema des Ausbaus des Breitband- und Mobilfunknetzes treibt den Verband schon lange um. Bereits bei einer Pressekonferenz vor zwei Jahren in Waldkraiburg hatten sie enormen Nachholbedarf angemahnt. Nun wurden auf einer, Corona-bedingt rein digitalen, Pressekonferenz das Ergebnis von Untersuchungen zum Stand der Dinge vorgestellt.


„Aktuell nutzen nur sechs Prozent der Unternehmen eine Bandbreite von über 100 Mbit/s. Bis 2023 gehen aber 43 Prozent der Firmen im Freistaat von einem Bedarf jenseits dieses Wertes aus.“, erläuterte Neumann. „Bei Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sind es 80 Prozent.“

So sieht es bei der Internet-Versorgung aus:

  • Gut 96 Prozent der Haushalte in Oberbayern haben einen 30 Mbit/s Anschluss zur Verfügung. 95 Prozent der Haushalte sogar einen mit Bandbreite bis zu 50 Mbit/s. Mehr als der bayernweite Schnitt von 95,7 Prozent für 30 Mbit/s beziehungsweise 93,6 Prozent für 50 Mbit/s.
  • Im ländlichen Raum Oberbayerns steht insgesamt knapp 87 Prozent 30 Mbit/s zur Verfügung, rund fünf Prozent mehr als vor einem Jahr. Knapp 82 Prozent sogar über 50 Mbit/s (+8,4 Prozent gegenüber 2018). Während 85,3 Prozent der bayerischen Haushalte Zugriff auf bis zu 100 Mbit/s schnelles Internet haben, sind es in unserer Region sogar 90 Prozent.
  • Nur 65 Prozent der Haushalte können allerdings auf ein 100 Mbit/s schnelles Internet setzen. Das ist kaum besser als der bayernweite Schnitt.
  • Der Next Generation Access (NGA)-Index, der die Breitbandversorgung in den oberbayerischen Kommunen analysiert, hat sich innerhalb von fünf Jahren von 15 Prozent im Jahr 2015 auf 95 Prozent Ende 2019 verbessert. Insgesamt weisen 473 von 500 oberbayerischen Kommunen einen Wert von über 80 Punkten. auf (94,6 Prozent). Mitte 2015 waren es weniger als die Hälfte.
  • Aber: Tyrlaching im Landkreis Altötting und Chiemsee haben, mit einem NGA-Index-Wert kleiner 20, noch eine sehr schlechte Versorgung.
  • Aktuell haben 483 von insgesamt 500 Kommunen Anträge zum Breitband- Förderprogramm der Landesregierung eingereicht oder sind bereits gefördert worden.

„Gerade jetzt in der Corona-Pandemie gilt: Wenn ein Unternehmen an seinem Firmensitz gutes Internet hat, ist das nur die eine Hälfte“, bemerkte Neumann. „Auf Grund der Verlagerung ins Home Office ist auch ein guter Anschluss am Wohnort der Mitarbeiter nötig, damit die Zusammenarbeit reibungslos laufen kann.“ Der Anteil von Home- oder Mobile Office sei von 51 auf 98 Prozent gestiegen. Die Nutzerquote von Videokonferenzen von 26 auf 64 Prozent gestiegen. Entscheidend sei daher der weitere Ausbau besonders der Glasfaser-Leitungen.

Die Grafiken zur Studie:

So steht es um den Ausbau von Breitband- und Mobilfunk in der Region

Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw

Vielerorts, gerade im ländlichen Raum, läuft die Internet-Übertragung noch teils über Kupfer- oder TV-Kabel. Ein DSL-Anschluss per Kupferkabel schafft aber nicht so viel Datendurchsatz, wie das Glasfaserleitungen können. Aktuell ist bei rund 250 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) Schluss. Und selbst diese Maximalwerte erreichen die Anschlüsse selten. Ein TV-Kabel schafft zwar mehr, einzelne Anbieter versprechen bis zu ein Gigabit pro Sekunde (Gbit/s). Dabei gibt es aber das Problem, dass das TV-Kabel ein geteiltes Medium ist. Sind also viele Nutzer angeschlossen und aktiv, bekommt keiner das Maximum.

So schaut es mit dem Ausbau aus:

  • Lediglich 25 Prozent der Endkunden in Oberbayern haben einen Glasfaseranschluss. In ganz Bayern sind es sogar nur 15,3 Prozent.
  • In Rosenheim, Stephanskirchen, Bad Endorf und einigen wenigen mehr sind 50 Prozent oder mehr der Haushalte mit Glasfaser versorgt. Im Rest besteht Nachholbedarf, ganz besonders im Berchtesgadener Land.
  • Aktuell werden 13.000 Kilometer Glasfaser in Oberbayern neu verlegt und so rund 37.500 Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen. Insgesamt werden über 140.000 Haushalte mit schnelleren Anschlüssen versorgt.

Auch beim Ausbau des Mobilfunknetzes gäbe es dringenden Nachholbedarf, so Neumann. „Es muss auch beispelsweise beim Zug- oder Autofahren möglich sein, ein stabiles Gespräch zu führen um produktiv arbeiten zu können.“ Stattdessen gäbe es, trotz einiger Fortschritte, noch Teile der Region, wo es mit dem Mobilfunknetz ganz düster aussehe.

So schaut es mit dem Mobilfunknetz aus:

  • Die Mobilfunkversorgung in Oberbayern ist insgesamt gesehen gut. Gerade die Versorgung der ICE-Strecken und der Autobahnen hat sich aus Sicht der Unternehmen spürbar verbessert.
  • Aber es gibt aber immer noch, besonders auf Bundesstraßen, Funklöcher. Besonders betroffen ist dabei Südost-Bayern, und hier vor allem das Berchtesgadener Land.
  • Der Blick auf die O2-Verbindung zeigt viele Verbindungsabbrüche auf der B305, im Grenzgebiet bei Freilassing und Bad Reichenhall, aber auch östlich des Chiemsees auf der A8. Verbindungsstörungen gibt es auch auf der B304 und vor allem auf der B20.
  • Ein weiteres Beispiel ist das problematische Eck Oberammergau/Oberau, auch dort gibt es viele Stellen mit Lücken oder Empfangsstörungen. Selbst in der Nähe von München bestehen Lücken. So kommt es nördlich von Putzbrunn auf der St2079 und der B471 immer wieder zu Störungen und Ausfällen, teilweise auch auf der A99. Ebenso auf der B301 nördlich von Freising und auch auf der A92.

„Der neue Mobilfunkstandard 5G rückt immer mehr in den Fokus der bayerischen Unternehmen. 27 Prozent sehen entsprechenden Bedarf, davon planen oder diskutieren 60 Prozent Anwendungen, die sich auf 5G-Technologie stützen. Bei den großen Unternehmen sind es sogar 88 Prozent“, so Neumann. Ziel müsse es daher sein, das Netz weiter auszubauen aber auch Bedenken in der Bevölkerung zu berücksichtigen und durch Information auszuräumen.

hs

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