SPD BGL gegen Abbau von Lehrerstellen

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Informierten sich über die Online-Aktionen gegen die Kürzung von Lehrerstellen (v.l.n.r.): Helmut Fürle, Franz Eder, Hans Metzenleitner, Margret Sturm-Wiersig und Roman Niederberger.

Landkreis - Die SPD Berchtesgadener Land unterstützt einhellig die Proteste gegen die vom Bildungsministerium ins Gespräch gebrachte Kürzung von Lehrerstellen.

Bei einem Treffen des SPD-Kreisvorstandes mit den Ortsvereinsvorsitzenden im Gasthof „Poststube“ in Bad Reichenhall forderten die Sozialdemokraten Klarheit zu den Plänen der Staatsregierung ein und kritisierten die Unsicherheit, die durch die letzten Ankündigungen verbreitet wurde. „Wer es mit wirklich bedarfsgerechten Ganztagsangeboten gerade im ländlichen Raum ernst meint, kann bei den Lehrerstellen nicht sparen“, zeigte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag Hans Metzenleitner überzeugt. Eine Reihe weiterer Aufgaben für die Schulen, wie die Inklusion, Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, gezielte individuelle Förderung sowie immer mehr Schüler ohne ausreichende Deutschkenntnisse könnten nur mit mehr pädagogischem Personal bewältigt werden.

Die Protestwelle, die nach der Ankündigung des Bildungsministers durchs Land gezogen ist, sei deshalb gut verständlich. Wenn jetzt der Versuch unternommen werde, die Löcher an den Universitäten mit Schulmitteln zu stopfen, sei das ein sehr durchschaubares Manöver, so Hans Metzenleitner. Leidtragende dieser verfehlten Schulpolitik seien neben den Schülern vor allem die Landkreise und Kommunen, die immer mehr für Jugendhilfe und – wie unser Landkreis – sogar für Schulsozialarbeit ausgeben, weil der Freistaat vor allem seine Grund- und Mittelschulen massiv vernachlässigt.

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„Es reicht nicht aus, wenn der Ministerpräsident seinen eigenen Bildungsminister öffentlich erst an- und dann zurückpfeift“, stimmte ihm die Vorsitzende der SPD Ainring Margret Sturm-Wiersig zu. Die durch den Rückgang der Schülerzahlen entstehenden Freiräume müssten genutzt werden, um eine intensivere individuelle Förderung umzusetzen. „Statt den Fachkräftemangel gerade im Handwerk zu beklagen, sollte der Freistaat alles tun, damit mehr Schülerinnen und Schüler einen guten Abschluss schaffen und mit starken Voraussetzungen ins Berufsleben starten können“, forderte der SPD-Landratskandidat Helmut Fürle.

Bei den dauernden Kehrtwendungen bezüglich der Einstellungszahlen für Lehrer könne einem schon schwindlig werden, ergänzte der Juso-Vorsitzende Franz Eder. Wie in anderen staatlichen Bereichen auch werde hier keine stetige und vorausschauende Personalpolitik betrieben, sondern nur auf Sicht gefahren. „Den jungen Frauen und Männern, die derzeit auf das Lehramt studieren, kann man diesen Schlingerkurs wohl kaum erklären“, meinte Franz Eder.

Der Vorstand der SPD Berchtesgadener Land sprach sich auf Vorschlag des SPD-Kreisvorsitzenden Roman Niederberger zum Schluss des Treffens einstimmig gegen die Kürzung von Lehrerstellen und die Nutzung möglicher Freiräume für eine individuelle Förderung in allen Schularten aus.

Pressemitteilung SPD BGL

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