Über 90 Prozent aller Haushalte im Berchtesgadener Land sind sehr gut versorgt

Breitband-Ausbau im Berchtesgadener Land ist Spitze

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Cornelius Roth ist der Digitalisierungsbeauftragte der WFG BGL

Berchtesgadener Land: Der Stand des Breitband-Ausbaus im Landkreis Berchtesgadener Land ist der beste in Südostoberbayern. Zu verdanken ist das der konsequenten Umsetzung des im Rahmen des Bayerischen Breitband-Förderprogramms erstellten Breitband-Masterplans.

Initiiert wurde er von der Wirtschaftsförderung BGL (WFG BGL) im Jahr 2014. Der preisgekrönte Ausbau durch die Stadtwerke Bad Reichenhall trug ebenfalls zu dem guten Ergebnis bei.

Bis 2018 sind 90 Prozent aller Gebäude im Landkreis über Kabel mit Geschwindigkeiten zwischen 50 Mbit/s und 100 Mbit/s versorgt, das heißt sie haben Highspeed-Geschwindigkeit mit ausreichender Geschwindigkeit für die nahe Zukunft.

Die Grafik zeigt den Ausbau in Prozent aller Gebäude (privat und gewerblich)

Bis 2019 werden nahezu alle Gebäude im Landkreis diesen Ausbauzustand haben. Insgesamt stehen 11,85 Millionen Euro Fördergelder für das Berchtesgadener Land zur Verfügung. 1,5 Milliarden Euro sind es im gesamten Freistaat. Für Kommunen mit vielen Streusiedlungen gewährt der Freistaat Bayern zusätzliche Fördermittel als „Höfebonus“.

Unternehmer sind zufrieden

„Ich bin sehr stolz darauf, dass wir in relativ kurzer Zeit so weit gekommen sind. Der Breitband-Masterplan und die gute Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Vermessungsamt  und uns haben viel dazu beigetragen, dass wir den besten Breitbandausbau in der Region Südostoberbayern haben“, betont Dr. Thomas Birner, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Berchtesgadener Land (WFG BGL).

Diese Tatsache sei aufgrund des zum Teil sehr bergigen Geländes im Landkreis und der zerstreuten Siedlungsstruktur alles andere als selbstverständlich.

Auch ein Großteil der Unternehmer sei mit den vorhandenen Geschwindigkeiten zufrieden, die für geschäftliche Belange zur Verfügung stehen. Dr. Birner: „Das wurde auch in der vergangenen IHK-Sitzung deutlich. Nur drei der anwesenden Unternehmer äußerten sich unzufrieden mit dem Ausbauzustand. In allen drei Fällen kann Abhilfe geschaffen  werden.

Ein Unternehmen wollte den Anbieter nicht wechseln. „Ich kann nur raten, dies zu tun. Das fördert den Wettbewerb unter den Anbietern  und damit deren eigenwirtschaftlichen Ausbau“, meint der WFG-Geschäftsführer.

Ein weiteres Unternehmen wusste nicht, dass es im Gebäude einen deutlich schnelleren Anschluss hat. Hier ist die Erfahrung, dass ein Anruf bei einem konkurrierenden Anbieter oder beim Breitbandpaten der Gemeinde hilft.

Der dritte Fall kann mit Hilfe der Stadtwerke Bad Reichenhall gelöst werden. Hier muss gegraben werden. Klar sei aber auch: Wer Spitzengeschwindigkeiten im Gigabitbereich oder eine Direktleitung braucht, muss dafür deutlich mehr zahlen. Dr. Birner: „Der Staat kann nur für eine sehr gute Basis sorgen, nicht für individuelle Bedürfnisse, die darüber weit hinaus gehen.

Ausbau geht weiter

Dennoch unternehme die Regierung viel, um die Digitalisierung der Betriebe zu unterstützen und weiter voranzutreiben. Bayern plant aktuell eine pilothafte Gigabitförderung für ausgewählte Gewerbebetriebe, die den Ausbau von Glasfaserleitungen bis ins Gebäude und dadurch Geschwindigkeiten von mindestens 1 Gigabit/s  fördert.

Über den Bund ist derzeit schon eine spezielle Förderung von Gewerbegebieten möglich. Das Thema wird die Wirtschaftsförderung dieses Jahr zusammen mit dem Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung aufgreifen.

Auch für das vorbildliche Vorgehen des regionalen Anbieters, der Stadtwerke Bad Reichenhall, beim eigenwirtschaftlichen Ausbau ist der WFG-Geschäftsführer dankbar. „Sie tragen viel zu unserem hervorragenden Ausbauzustand bei.“

Die Wirtschaftsförderung werde auch in den kommenden Jahren alles daransetzen, beim Breitbandausbau auf dem Stand der Technik zu sein. Die aktuellen Ausbaubemühungen führen bereits sehr weit, basieren aber weitgehend auf einer Mischung aus Glasfaser- und Kupferleitungen. Hier sind die aktuellen Förderprogramme leider limitiert.

Wirklich zukunftsfähig sind nur die wesentlich teureren Glasfaserleitungen bis in die Gebäude. Dr. Birner: „Dies ist auch weiter unser unbedingtes Ausbauziel. Ein leistungsfähiges Breitband ist die Grundvoraussetzung für alle privaten und beruflichen digitalen Anwendungen und damit für die Lebensqualität in unserem Wirtschaftsraum.“

Infokasten:

Die Wirtschaftsförderung hat mit Mag. Cornelius Roth einen eigenen Digitalisierungsbeauftragten. Zu erreichen ist er unter 08654 7750 22 oder cornelius.roth@wfg-bgl.de. Er ist der Ansprechpartner für Unternehmerinnen und Unternehmer zu allen Themen und Förderprogrammen rund um die Digitalisierung. Cornelius Roth organisiert darüber hinaus Veranstaltungen, in denen die Unternehmer zu Digitalisierungsthemen informiert werden und bietet Lotsengespräche für individuelle Fragestellungen an.

Pressemitteilung WFG BGL

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