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Scharfe Kanten für den Schotter

Auch wegen Folgen des Unwetters: Erneuerung des Gleisbetts im südlichen Berchtesgadener Land

Rund 400 Meter lang ist die gewaltige Arbeitsmaschine, die die Deutsche Bahn für die Erneuerung des Gleisbettes auch infolge der Unwetter im Juli im Einsatz hat. 
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Rund 400 Meter lang ist die gewaltige Arbeitsmaschine, die die Deutsche Bahn für die Erneuerung des Gleisbettes auch infolge der Unwetter im Juli im Einsatz hat. 

Der Name ist lang und der Zug ist es auch: In Berchtesgaden ist derzeit eine Gleisschotterbettungsreinigungsmaschine im Einsatz, eine selten präsente Arbeitsmaschine, mit 400 Metern knapp einen halben Kilometer lang.

Berchtesgaden - Im Zuge der groß angelegten Reparatur der Gleise in Berchtesgaden und Bischofswiesen wird der Schotter „im Gleisbett von Verunreinigungen befreit“, sagt ein Bahnsprecher auf Anfrage. Gleichzeitig werden die Steine nachgeschärft.

Nach mehreren Jahrzehnten ist ein Gleisbett durch Bremsstaub, Schotterabrieb, Pflanzen und Schmutz stark verschmutzt. Das Abfließen des Oberflächenwassers ist damit nicht mehr gewährleistet. Der Schotter, auf dem die Schienen und die Schwellen lagern, bleibt dann nicht mehr trocken. Eine Gleisschotterbettungsreinigungsmaschine kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn an den Gleisen sowieso Reparaturmaßnahmen stattfinden, so wie derzeit im südlichen Landkreis als Folge des Unwetters im Juli

Von Hochwasser mit Schutt überflutete Gleisbetten müssen gereinigt werden.

Dabei wird unter den Gleisen zunächst ein Durchgang im Schotter gegraben, wo sogenannte Kratzerfinger an einer Kette ihre Arbeit aufnehmen. Diese ähneln der Hand eines Maulwurfs. Eine Aushubkette schaufelt unaufhörlich, während sich die Maschine - langsamer als Schrittgeschwindigkeit - vorwärts bewegt.

Die Aushubkette schaufelt dabei den Schotter unter den Gleisen nach außen. Die Gleise schweben während dieser Zeit in der Luft, überwacht wird das Graben per Bordcomputer, heißt es bei der Bahn. Die Gleisschotterbettungsreinigungsmaschine nimmt dabei ihre Arbeit auf: Die Schottersteine werden über ein Förderband in einen Trichter auf dem hunderte Meter langen Zug befördert.

Mehrere Stationen der Reinigung und zurück ins Gleisbett

Auf langen Laufbändern reist der Schotter über den Zug über vier Wagen, kommt dort in einen Rüttelwagen. Über Metallgitter wird der gröbste Schmutz zunächst abgeschüttelt. Dreck, Sand und kleinere Steine landen im unteren Bereich, werden aussortiert, ein Magnet fischt alles Metallische aus dem Gestein, wobei dies, laut Sprecher, nur ein minimaler Bruchteil ist. Der Schotter wird im Folgenden in die sogenannte Prallmühle befördert. Dort werden die Kanten der Schottersteine, die im Laufe der Zeit durch Beanspruchung und das hohe Gewicht der darüber hinwegfahrenden Züge abgenutzt wurden, wieder scharf geschlagen. Laut Bahn muss der Schotter scharf und kantig sein, um bessere Stabilität für Schienen und Schwellen zu gewährleisten. 

Rund 400 Meter lang ist die gewaltige Arbeitsmaschine, die die Deutsche Bahn für die Erneuerung des Gleisbettes im Einsatz hat.

Automatisch werden die aussortierten kleinen Schottersteine in den Abraumwagen transportiert, werden entweder entsorgt oder später auch für den Wegebau wiederverwendet. Die großen kommen in eine auf der Gleisschotterbettungsreinigungsmaschine mitgeführte Hochdruckwaschmaschine, in der sie ein Bad durchlaufen, im Folgenden geduscht werden. Das dreckige Wasser wird in eine eigens auf einem Wagen installierte Kläranlage gepumpt, bleibt also im Kreislauf zur Wiederverwendung und Reinigung weiteren Schotters. 

Über ein hunderte Meter langes Laufband, das in die entgegengesetzte Richtung verläuft, reist es zurück zu jener Stelle, an der der Schotter unter den Gleisen entnommen wurde und wird dort wieder verteilt, wobei ein Bahnmitarbeiter die Füllmenge kontrolliert.

Bis Mitte September sollen die Schäden an Schienen und Gleisbett im südlichen Landkreis behoben sein.

kp

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