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Berchtesgadener Land präsentiert eigenen Solaratlas

Adressgenau: Informationen über die Effizienz von Photovoltaik-Modulen und Solarthermie-Kollektoren

Der Landkreis Berchtesgadener Land hat ab sofort einen eigenen Solaratlas. Diesen stellte der Klimamanager des Landkreises, Manuel Münch, anhand einiger Beispiele während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umweltfragen, Energie, Landkreisentwicklung und Mobilität vor.

Berchtesgadener Land - Mit dem Solaratlas können Gebäudeeigentümer erfahren, „ob und wie sich das eigene Dach für die Nutzung von Sonnenenergie eignet“. Landrat Bernhard Kern sagt: „Ein gutes Werkzeug.“

Der interaktive Online-Atlas unter www.solaratlas-bgl.de soll dabei eine kostenlose Analyse für über 30.000 Gebäude im Landkreis bieten. Die dort zu findenden Informationen können durch Eingabe der jeweiligen Adresse abgerufen werden und dienen vor allem zur „Erstanalyse“. Die Karten beruhen dabei auf den Daten der Bayerischen Vermessungsverwaltung. Für alle Dachflächen wurde die Sonneneinstrahlung für den Verlauf eines ganzen Jahres am jeweiligen Standort simuliert. Dabei wurde auch die Ausrichtung und Neigung der Dächer sowie die Verschattung durch Gebäude, Gebirge und Bäume berücksichtigt. Grundlage der Berechnungen bildet ein 3D-Modell, das durch Flugdaten ermittelt wurde

Klimamanager Manuel Münch stellte den Solaratlas in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umweltfragen, Energie, Landkreisentwicklung und Mobilität vor.

Über zwei Symbole können Nutzer unter den verschiedenen Dachmodulen wählen, Photovoltaik-Module (PV) beziehungsweise Solarthermie-Kollektoren (ST). Per Klick können die Dachmodule ein- und ausgeblendet werden. Nach Auswahl der Module werden automatisch Informationen eingeblendet, darunter die Anlagenleistung, der jährliche Energieertrag und die geschätzten Investitionskosten, die auf einen Interessierten zukämen, sollte sich dieser für Photovoltaik oder Solarthermie entscheiden. „Die Analyseergebnisse basieren auf einer automatisierten Simulation und dienen der Erstinformation“, sagt Manuel Münch. Datenschutzrechtlich sei alles unter Dach und Fach. Personen, die keine Informationen unter der eigenen Adresse finden wollen, könnten dies gegenüber dem Landratsamt erklären. Die Ergebnisse sollen jedoch keine Fachberatung ersetzen. Ebensowenig komme man damit um eine Planung durch einen Energieberater herum, sagte Münch. Dabei verwies er weiter an die Energieagentur Südostbayern, die von den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein ins Leben gerufen worden war.

Mit den Daten im Solartlas wurde bereits im Energienutzungsplan das solare Gesamtpotenzial des Landkreises für alle 15 Kommunen berechnet. Münch rechnet vor: „Würden bis zum Jahr 2030 rund 35 Prozent aller Dachflächen, die eine geeignete Einstrahlung aufweisen, mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet werden, bedeutete dies eine Verdoppelung der bislang installierten Leistung. Mit der erzeugten Strommenge von 105000 Megawattstunden pro Jahr könnte der Stromverbrauch aller privaten Haushalte im Landkreis bilanziell zu 85 Prozent gedeckt werden. Anders gesagt: Der Gesamtstromverbrauch im Landkreis würde dadurch etwa „zu einem Viertel” gedeckt werden, heißt es in dem Rechenbeispiel. 

Ausschussmitglied Daniel Längst (Freie Wähler) attestierte dem Solaratlas, ein guter Informationsgeber zu sein, „ein gutes Tool” für Bürger. Auch Franz Eder (Grüne) erkennt den Online-Atlas als „wertvolle Handreichung“. Die Nachfrage von Bernhard Heitauer (CSU), ob man mithilfe des Atlas’ nicht auch „die zu erzielenden Preise“ mit aufnehmen könnte, verneinte Manuel Münch. „Wir haben breit diskutiert, ob wir die Wirtschaftlichkeit mit einbeziehen sollen. Wir haben uns aber dagegen entschieden.“

Das Programm funktioniert weitestgehend gut, jedoch nicht für alle Adressen, wie eine Stichprobe ergab. „Wir haben das an den Entwickler weitergegeben“, heißt es aus dem Landratsamt.

Der Solaratlas ist unter www.solaratlas-bgl.de zu finden. 

kp

Rubriklistenbild: © picture alliance/Patrick Pleul

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