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500 Tonnen Alttextilien pro Jahr im Berchtesgadener Land

Secondhand, Putzlappen, Faserrückgewinnung: Das passiert mit entsorgter Kleidung

Große Lieferwagen leeren in unregelmäßigen Abständen die oft überfüllten Container, wie hier in Bischofswiesen. Wohin die Reise für die Textilien geht, ist nicht bekannt. Die beauftragte Firma transportiert nach eigenen Angaben europaweit und auch nach Nordafrika.
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Große Lieferwagen leeren in unregelmäßigen Abständen die oft überfüllten Container, wie hier in Bischofswiesen. Wohin die Reise für die Textilien geht, ist nicht bekannt. Die beauftragte Firma transportiert nach eigenen Angaben europaweit und auch nach Nordafrika.

Jährlich werden im Berchtesgadener Land mehrere hundert Tonnen sogenannte Altkleider gesammelt. Man geht davon aus, dass diese sinnvoll weiterverarbeitet werden. Was passiert wirklich mit den alten Pullis und Schuhen?

Berchtesgadener Land – Rund 500 Tonnen Alttextilien und -schuhe werden im Auftrag des Landratsamtes und zusätzlich über karitative Dienste jährlich gesammelt. Ein Großteil geht ins Ausland. Das teilt die Behörde auf Nachfrage mit. Mit Blick auf das geplante ReUse-Projekt des Landkreises stelle Altkleidung in Zukunft „ein nicht unerhebliches Wertschöpfungspotential dar, das es langfristig zu heben gilt“. Lieferketten bei Alttextilien verfolgt das Landratsamt bislang hingegen nicht.

Laut Behördenauskunft befinden sich im Berchtesgadener Land rund 100 Altkleidercontainer, die durch die kommunale Abfallwirtschaft registriert sind. Die Container sind gewöhnlich bei Wertstoffhöfen oder an Glasinseln zu finden. Betreiber der Container sind unter anderem das Bayerische Rote Kreuz, die Caritas, das Kolpingwerk, aber auch private Anbieter, wie die Firma Wittmann, mit der der Landkreis zusammenarbeitet.

Seit 1966 verwertet das Unternehmen nach eigenen Angaben Kleidung und Schuhe, betreibt Altkleidercontainer gemeinnützig, kommunal und gewerblich im Auftrag. Nach Kenntnisstand des Landratsamts sind bis zu 25 gewerbliche Sammler im Berchtesgadener Land angemeldet, wobei davon nicht alle Altkleider-Sammlungen betreiben. 

Viele der Container sind mit dem Logo des Landkreises versehen. „Das sind grundsätzlich Container der Firma Wittmann, mit der der Landkreis eine vertragliche Vereinbarung zur Sammlung und Verwertung der Alttextilien hat“, heißt es auf Nachfrage. Wohin die abgegebenen Textilien transportiert werden, darüber gibt es keine Auskunft.

Lieferketten würden vonseiten des Landratsamts nicht verfolgt werden: „Da es sich bei den Alttextilien um Abfälle zur Verwertung handelt, sieht der Landkreis auch keine Möglichkeit, im Sinne des Lieferkettengesetzes tätig zu werden.“ Die Wege der Alttextilien beschreibt das Unternehmen auf dessen Webseite: Wittmann liefere „ausschließlich an spezialisierte und zertifizierte Sortierbetriebe“, wobei die Zielländer aufgeführt werden: die Benelux-Staaten, Italien, Osteuropa, Südosteuropa und Nordafrika. Konkrete Angaben dazu gibt es nicht. Die Waren würden weltweit vermarktet, so das Landratsamt. In Nordafrika existieren riesige Müllhalden, auf denen Alttextilien unter anderem verbrannt werden. 

Für gewerbliche und karitative Sammler kann das Landratsamt keine Aussage treffen. Der Landkreis erhalte für die Verwertung und Vermarktung der Alttextilien noch „einen geringen Reinerlös“. Der Landkreis bekommt pro gesammelte Tonne eine Vergütung, die wiederum in die Abfallgebühren einfließt. Die Vergütung sei „gebührensenkend”, das Bereitstellen der Container, die Logistikkosten für die Sortierung, die Verwertung und Vermarktung ist darin bereits einkalkuliert. 

Rund 500 Tonnen sammelt Wittmann pro Jahr im Berchtesgadener Land, wobei hier auch die karitativen Sammler eingeschlossen sind. Im vergangenen Jahr wurden 45 Prozent des „Abfalls“ als Secondhand-Kleidung weiterverwendet, teilt das Landratsamt mit, 25 Prozent davon wurden zu Putzlappen verwertet, 20 Prozent gingen in die Faserrückgewinnung, unter anderem für Dämmstoffe und Neutextilien.

Der Rest, rund zehn Prozent, seien energetisch wiederverwertet worden, sprich: verbrannt. Die Werte bei der Verwertung schwanken jährlich stark. Der Bereich der energetischen Verwertung neige dazu, zu steigen, heißt es bei der Behörde.

kp

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