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Noch immer hunderte Lehrstellen im Berchtesgadener Land unbesetzt

360 freie Ausbildungsplätze/Wagner: „Betriebe wollen weiterhin Fachkräfte ausbilden“

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie bekommt auch der Ausbildungsstellenmarkt im Berchtesgadener Land weiterhin zu spüren. Vielen Betrieben fehlen laut IHK für München und Oberbayern vor allem Bewerberinnen und Bewerber.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Berchtesgadener Land - Zahlen der Bundesagentur für Arbeit von Ende Juni zufolge gibt es aktuell im Landkreis 360 unbesetzte Lehrstellen. Diesem Angebot stehen 191 noch unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Rein rechnerisch kommen damit im Landkreis auf jeden unversorgten Bewerber und jede unversorgte Bewerberin fast zwei Lehrstellen. „Unsere Ausbildungsbetriebe setzen weiter auf die Ausbildung von eigenem Fachkräftenachwuchs. Sie werden ihrer unternehmerischen und gesellschaftlichen Verantwortung mehr als gerecht und bieten mehr Lehrstellen an als es Bewerber gibt. Gerade in dieser schwierigen Zeit für einige Branchen, wissen die Unternehmerinnen und Unternehmer, wie wichtig Fachkräfte und motivierte, engagierte Mitarbeiter sind.

Die duale Ausbildung ist eine Stütze im Neustart aus der Krise und ist eine Investition in die Zukunft“, sagt Irene Wagner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Berchtesgadener Land. Durch die Corona-Pandemie seien heuer wie auch im Vorjahr nahezu alle Maßnahmen zur Berufsorientierung ausgefallen. Schnupperpraktika, Ausbildungsmessen und persönliche Bewerbungsgespräche konnten oftmals gar nicht oder in nur sehr eingeschränkter Form stattfinden. Auch die wichtige Bewerbungsphase im Frühjahr habe unter dem Lockdown gelitten.

Unversorgte oder unentschlossene Schulabgänger haben noch immer alle Chancen

Wagner betont aber: „Nichtsdestotrotz setzen wir auf einen Aufholeffekt bis zum Beginn des Ausbildungsjahres im September. Unversorgte oder unentschlossene Schulabgänger haben noch immer alle Chancen, eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden. Durch die Corona-Beschränkungen haben sich viele Abläufe verzögert. Im Vergleich zu den Vorjahren dürften so manche Ausbildungsverträge mit zwei oder drei Monaten Verspätung abgeschlossen werden. Auch dieses Jahr ist es unser Ziel, dass jeder ausbildungswillige Schulabgänger auch eine Ausbildung antritt.“ Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um die freien Ausbildungsplätze ist im Landkreis im Vergleich zu 2020 sogar angestiegen um über elf Prozent, so die Daten der Arbeitsagentur.

Deren Angaben beziehen sich dabei auf alle Bereiche des Ausbildungsstellenmarkts, der neben dem IHK-Bereich (Betriebe in Industrie, Handel und Dienstleistungen) auch das Handwerk, die freien Berufe und den öffentlichen Dienst umfasst. Bei der Anzahl der angebotenen Lehrstellen verbuchte die Arbeitsagentur für den Landkreis dagegen ein Minus von fast sieben Prozent. „Nachdem im vergangenen Jahr zahlreiche Lehrstellen unbesetzt geblieben sind, haben manche Betriebe die aktive Suche nach Auszubildenden aufgegeben. Für die nach wie vor von Corona-Beschränkungen betroffenen Branchen wie Gastronomie, Tourismus oder im Veranstaltungsbereich ist die Situation weiterhin sehr schwierig. Selbst wer Ausbildungsplätze anbietet, hat dort mitunter große Probleme, überhaupt Bewerber zu finden“, so Wagner weiter.

Die IHK für München und Oberbayern verzeichnete im ersten Halbjahr für den Regierungsbezirk Oberbayern 8.362 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, ein Minus von knapp sechs Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Die IHK steht für rund 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse und betreut im Landkreis rund 220 Ausbildungsbetriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. Für Unternehmen und Bewerber bieten die IHKs eine bundesweite Lehrstellenbörse unter www.ihk-lehrstellenboerse.de an.

Pressemitteilung IHK für München und Oberbayern 

Rubriklistenbild: © dpa/Hendrik Schmidt (Symbolbild)

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