Nach dem Felssturz in Karlstein bei Bad Reichenhall

Lauern im Berchtesgadener Land noch mehr Gefahren?

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Nachdem Felssturz in Karlstein müssen die Anwohner nicht damit rechnen, dass noch etwas nachkommt. Wie sieht es im restlichen Berchtesgadener Land aus?
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Berchtesgadener Land - Nach dem Felssturz in Karlstein hat Geologe Kilian Scharrer erklärt, dass dieses Gebiet als Geo-Risiko-Gebiet bekannt war und regelmäßig überwacht worden sei. Gibt es noch mehr Geo-Risiko-Gebiete im Berchtesgadener Land?

Nach dem Felssturz in Karlstein, bei dem rund fünf Kubikmeter Gestein an zwei Häusern landeten, war vor allem die Erleichterung groß, dass niemand verletzt wurde. Die Schadensfrage wird die Behörden noch einige Zeit beschäftigen, da sich der Fels auf herrenlosem Gebiet gelöst hat. Die Stadt Bad Reichenhall ist in sofern in Vorleistung gegangen, da sie den Fels regelmäßig untersuchen ließ und auch für die Erneuerung des Steinschlagschutzzaunes 200.000 Euro vorstreckt.

Die Bauarbeiten für den Schutzzaun hatten bereits vor dem Felssturz begonnen und sollen in drei Wochen abgeschlossen sein. Dann brauchen die Bewohner am Moserweg in Karlstein keine Angst mehr vor herabstürzenden Felsen haben. Geologe Scharrer hatte schon am Montag Entwarnung gegeben: "Ich bin mir sicher, dass keine größeren Ereignisse mehr nachkommen."

Felssturz in Bad Reichenhall

Gibt es weitere Geo-Risiko-Gebiete im Berchtesgadener Land?

Aufatmen also in Karlstein. Aber wie sieht es im restlichen Berchtesgadener Land aus? Gibt es dort noch weitere Geo-Risiko-Gebiete? "Es gibt eine Vielzahl von Georisikogebieten im Landkreis Berchtesgadener Land", bestätigte Kilian Scharrer. Ein Blick auf die Geo-Risiken-Karte des BayernAtlases bestätigt das.

Gibt man Geo-Risk Punktobjekte an, erscheinen unzählige kleine rote Punkte, die bis nach Burghausen und Altötting, sowie über den Chiemsee Richtung Rosenheim reichen. Überall wo viel Berg ist, scheint es ein gewisses Risiko zu geben. Aber diese Risiken sind alle bekannt und werden überwacht. Jede Gemeinde hat Zugriff auf die vom Landesamt für Umwelt erstellte Geo-Risk-Datenbank.

"Wenn bei den Gemeinden Bauanträge eingereicht werden und – z. B. auf Grund der topographischen Situation des Baugrundstücks – solche Gefahren nicht generell ausgeschlossen werden können, sind die Gemeinden angehalten zu ermitteln, ob mit Georisiken zu rechnen ist. Sie teilen dies dem Landratsamt mit, das dann im Rahmen der Stellenbeteiligung auch das Landesamt für Umwelt berücksichtigt. Im Rahmen konkreter Bauvorhaben können dann die Erkenntnisse des LfU berücksichtigt werden", erklärte der Pressesprecher des Landratsamtes, Andreas Bratzdrum, auf Nachfrage von BGLand24.

Immer wieder werden Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt

Ob die Gemeinden, ähnlich wie Bad Reichenhall, konkrete Punkte überwachen lassen, ist Bratzdrum nicht bekannt. "Grundsätzlich sind die Gemeinden selbst als Sicherheitsbehörden dafür zuständig, Risiken zu ermitteln und zu bewerten, soweit sie die öffentliche Sicherheit gefährden könnten."

Felssturz in Karlstein bei Bad Reichenhall

Konkrete Beispiele für Sicherheitsmaßnahmen kann der Pressesprecher einige nennen: "Die Gefahren eines Steinschlages liegen wohl an verschiedenen Orten im Landkreis vor. Jedenfalls haben das Staatliche Bauamt in den letzten Jahren an der B305, an der B21 und an der B20 sowie die Bayerischen Staatsforsten am Fuße des Fuderheuberges Steinschlagschutzzäune errichtet. Die geologischen Untersuchungen gingen dabei wohl von der Straßenbauverwaltung als Unterlieger und den Bayerischen Staatsforsten als Grundeigentümer der obenliegenden Grundstücke aus."

Das zeigt, dass die Geo-Risiken im Landkreis nicht nur bekannt sind, sondern auch ernst genommen werden. Eine Anfrage beim Landesamt für Umwelt über konkrete Projekte und Risiko-Überwachungen läuft. BGLand24.de hält sie auf dem Laufenden.

cz

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