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Weidetierhaltung, obwohl der Wolf da ist?

Kaniber reagiert auf Hilferuf von BGL-Bürgermeistern: „Kann die Sorgen gut verstehen“

“Ich kann deren Sorgen nur zu gut verstehen”: Staatsministerin Michaela Kaniber (mit Landrat Bernhard Kern) beim Almbauernjahrtag in Schönau am Königssee.
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“Ich kann deren Sorgen nur zu gut verstehen”: Staatsministerin Michaela Kaniber (mit Landrat Bernhard Kern) beim Almbauernjahrtag in Schönau am Königssee.

“Die Weidetierhaltung in Bayern muss flächendeckend erhalten bleiben”, sagt Staatsministerin Michaela Kaniber - “auch, wenn es Wölfe gibt”. Damit reagiert die Landwirtschaftsministerin auf einen von allen 15 Bürgermeistern des Berchtesgadener Landes verfassten Hilferuf nach Berlin. “Ich kann deren Sorgen und Initiative nur zu gut verstehen”, sagt Kaniber gegenüber dieser Zeitung.

Berchtesgadener Land - Marktschellenbergs Bürgermeister Michael Ernst hatte das sieben Seiten lange Schreiben nach Absprache mit seinen Amtskollegen verfasst. Der Landrat gab ebenfalls sein Signum. „Almbauern sehen keine praktikable Chance, ihre Weidetiere zu schützen“, so fassen die Bürgermeister ihr Anliegen zusammen. Auch der Tourismus könne nachhaltigen Schaden abbekommen. “Es geht genau um die Sorgen, die uns schon lange umtreiben”, sagt Staatsministerin Kaniber. Erst kürzlich hatte sie gemeinsam mit dem bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber “nicht zumutbar schützbare Weidegebiete” in Bayern bekannt gegeben. Gemeint sind damit Almen, auf denen der Bau von Zäunen und die Einführung anderer Schutzmaßnahmen gegen Wölfe einen so hohen Aufwand erfordern, der einem Landwirt nicht zuzumuten ist. In so einem Fall sollen bei Wolfsrissen unbürokratische Entschädigungsleistungen ausgezahlt werden.

Kaniber sagt auf Nachfrage, sie wolle die Weidetierhaltung in Bayern “auf jeden Fall flächendeckend erhalten, auch wenn es Wölfe gibt”. Denn auch von der Gesellschaft sei die Weidetierhaltung gewünscht. 

Der Brief nach Berlin sei der richtige Weg gewesen, so die Ministerin. Der Bund sei nun am Zug: Was andere Staaten tun, sollte auch in Deutschland möglich sein. “Es geht darum, im Natuschutzgesetz endlich streng kontrollierte Wolfsentnahmen zur Bestandsregulierung zuzulassen.” Ein staatenübergreifendes Monitoring sei “überfällig”, der Schutzstatus des Wolfs auf EU-Ebene abzusenken. Auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) wird der Wolf nicht mehr als gefährdet eingestuft. Bereits im März hatten sich Vertreter mehrerer Landesregierungen, darunter Bayern, in einem Arbeitsübereinkommen im Alpenbündis der Arge-Alp-Länder auf ein staatenübergreifendes Monitoring und damit ein besseres Management von Wölfen im Alpenraum geeinigt.

kp

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