Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bewegungsmaschinen in Action

Beim Technik-Camp geben Schüler aus dem Berchtesgadener Land und Traunstein Einblicke in ihre Arbeit

Vier Gymnasiasten aus Berchtesgaden (von links): Dominik Hölzl. Bruno Dademasch, Simon Gruber und Lea Marx.
+
Vier Gymnasiasten aus Berchtesgaden (von links): Dominik Hölzl. Bruno Dademasch, Simon Gruber und Lea Marx.

Fünf Tage lang planten, programmierten und bauten Schüler der 8. Jahrgangsstufen der Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien des Berchtesgadener Landes sowie der Reiffenstuel-Realschule Traunstein beim Technik-Camp des Schülerforschungszentrums eine ganz besondere „Bewegungsmaschine”. Landrat-Stellvertreter Michael Koller zeigte sich bei der Abschlussveranstaltung begeistert von der komplexen Angelegenheit.

Großer Besucherandrang

Berchtesgaden - So viele Besucher: Michael Koller, selbst Realschullehrer und in Vertretung des Landrats anwesend, konnte es kaum glauben. Tatsächlich war die Abschlussveranstaltung des Camps, bei der die Schüler ihre Ergebnisse der Projektwoche vorstellten, mit rund 80 Teilnehmern gut besucht. Erschienen war auch der Freilassinger Unternehmer Max Aicher, selbst Förderer des Schülerforschungszentrums, sowie Engelbert Sellmaier. Dieser führt zwei weltweit tätige Unternehmen aus dem Feinmechanik- und Messwerk-Bereich in Bischofswiesen. Die Kunden sitzen in 40 Ländern verstreut.

Seit zehn Jahren unterstützt Sellmaier die Einrichtung in den Räumlichkeiten des ehemaligen Berchtesgadener Gymnasiums finanziell, sagt: „Wir tun alles dafür, um den Nachwuchs für Technik zu begeistern.” Für Sellmaier ist klar: Dem Fachkräftemangel, der im Landkreis massiv spürbar sei, könnte man entgegenwirken - wenn man junge Leute für eine Sache motivieren kann. Denn: „Nicht jeder braucht Abitur oder muss studieren, um beruflich erfolgreich zu sein.” 

Der neue Drucker ist ein Prunkstück

17.500 Euro - so viel kostet der neue 3D-Drucker, den das Schülerforschungszentrum erst kürzlich von dessen Förderverein spendiert bekommen hat. Darauf machte gleich zu Beginn Christoph Geistlinger, Geschäftsführer des Schülerforschungszentrums, aufmerksam. Er zeigte sich erfreut über das neue technische Highlight, mit dem die Besucher der Einrichtung schon bald arbeiten können. Es ist nicht die erste finanzielle Unterstützung, die die Bildungseinrichtung zugesprochen bekommt: Seit 2013 ist ein „guter sechsstelliger Betrag” investiert worden. Was die technische Ausstattung betrifft, ist das Schülerforschungszentrum, das unter dem Dach der Technischen Universität München angesiedelt ist, daher schon seit langem Vorreiter im Landkreis. Begeistert werden sollen die Schüler von den MINT-Fächern: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. 

Nicht nur Kreativität, auch Programmiergeschick

Die Teilnehmer des Technik-Camps mussten dieses Mal Mal nicht nur ihre Kreativität unter Beweis stellen, sondern auch Minicomputer programmieren und alle Teile für die Bewegungsmaschine selbst herstellen. Zusätzlich gab es ein professionelles Coaching, um die Ergebnisse der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dass das alles viel Zeit in Anspruch nimmt, ist klar, hinderte aber Chloe Klenet und Linda Fraaz von der Realschule in Reichenhall nicht daran, an der Projektwoche teilzunehmen. „Wir hatten in der Schule schon mit Lego-Robotern zu tun”, sagt die 13-jährige Linda. Weil das Spaß gemacht habe und den beiden das Technische zusagt, haben sie sich beim Technik-Camp angemeldet - und wurden ausgewählt.

Dabei konnten sie Einblicke in moderne Produktionsverfahren gewinnen. Das war notwendig, um die Bewegungsmaschine zu kreieren, die im ersten Moment an einen Lüfter erinnert. Das Schülerforschungszentrum hat einen hauseigenen Laser-Cutter, bietet 3D-Drucker zur Produktion der Bauteile. Jeder der Schüler bekam einen „Arduino” geschenkt, einen Minicomputer ohne Betriebssystem, der den Anschluss von Sensoren und Motoren erlaubt, wie Amar Jashari erklärte.

Der Schüler aus Traunstein hat sich mit dem Computer und dessen Programmierung beschäftigt. Die Achtklassler bekamen Einblicke in die Programmiersprache C++, schrieben einen Quellcode, der in Maschinencode übersetzt wurde und auf den Arduino-Computer übertragen wurde. Der Minicomputer treibt zwei Motoren an, Antriebseinheiten, die die großen Scheiben in Bewegung versetzen. Die Scheiben gestalteten die Schüler selbst, zeichneten Wunschvorlagen. Der Laser-Cutter schnitt die Formen aus Holz aus. 

Die Antriebseinheiten wurden mit einem 3D-Programm auf dem Computer erstellt. Mit Hilfe eines 3D-Druckers nahmen sie Gestalt an. „Jeder Schüler darf am Ende die Bewegungsmaschine mit nach Hause nehmen”, sagte Gymnasiallehrer Martin Hofreiter, der seit Start des Schülerforschungszentrums aktiv mitwirkt. 

All die Technik inklusive Motoren, Antriebseinheiten und Prozessor verbauten die Teilnehmer in ein Plexiglasgestell, selbst konstruiert und mit dem Cutter gelasert. Wie das alles funktioniert, darüber informierten die Schüler während der Abschlussveranstaltung an einzelnen Stationen im Schülerforschungszentrum. Ob sie wieder mitmachen würden? “Klar”, sagen Linda und Chloe. Immerhin hätten sie jede Menge Neues gelernt. 

kp

Kommentare