Ein Landkreis auf der Suche nach Herbergen

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Landkreis - Eins ist sicher: Bis zu 120 Flüchtlinge muss das Berchtesgadener Land bis Jahresende noch aufnehmen. Aber wo kommen sie unter? Eine Woche hat das Landratsamt noch Zeit zur Suche:

Erst vergangenen Donnerstag richtete das Landratsamt einen Krisenstab ein: Jeder Landkreis in Bayern muss darauf vorbereitet sein, 200 bis 300 Asylbewerber kurzfristig aufnehmen zu können - für eine Verweildauer von fünf bis sechs Wochen. Auch der Landkreis Berchtesgaden ist davon nicht ausgenommen und sucht nach geeigneten Unterkünften oder Grundstücken für Containerbauten.

"Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass dieser Notfallplan in Kraft gesetzt wird", so Pressesprecher Stefan Neiber gegenüber BGLand24.de. Wie dem auch sei: Der Krisenstab hat noch Zeit bis zum kommenden Montag, um passende Unterkünfte zu finden. Man sei bereits mit einigen Leuten im Gespräch, die bisher gewerblich genutzte Objekte anbieten könnten, so Neiber weiter. Sollten die Verhandlungen scheitern, müsste der Landkreis auf "eigene Objekte" ausweichen, also beispielsweise Turnhallen, was aber den Ausfall von Sportunterrichtsstunden zur Folge hätte.

100 bis 120 Asylbewerber kommen heuer noch sicher

Aber auch wenn der Notfallplan der Regierung in München nicht mehr greifen sollte, das Berchtesgadener Land wird sich trotzdem nicht vollständig ausklinken können: Jeder Landkreis hat eine bestimmte Quote zu erfüllen und dementsprechend viele Flüchtlinge unterzubringen - 2,4 Prozent der Flüchtlinge, die der Freistaat aufnimmt, werden dem Berchtesgadener Land zugewiesen werden. Heißt konkret: "Bis Jahresende muss der Landkreis noch etwa zusätzlich 100 bis 120 Asylbewerber aufnehmen", erklärt Stefan Neiber.

Das sollte zu Stemmen sein: Bereits in den vergangenen drei Monaten kamen 109 Flüchtlinge, insgesamt leben momentan 346 im Landkreis.

Das Landratsamt bittet die Bevölkerung weiterhin um Unterstützung, insbesondere Gebäude- und Grundstückseigentümer, damit die erforderlichen Unterkünfte für die Asylsuchenden bereitgestellt werden können (Kontakt über Karl-Heinz Heinrich, Telefon 08651/773-326).

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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