Brief sprach von Gefahren wegen Sparkurs

Anonymer Angriff gegen Kliniken: Jetzt wird reagiert

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Landkreis - Von einem "perversen" Sparkurs sprach ein anonymer Brief, verfasst wohl von Mitarbeitern der Kliniken - Beschäftigte und Patienten seien in Gefahr. Jetzt haben die Kliniken reagiert:

Die Vorwürfe eines anonymen, offenen Briefes waren heftig: Mitarbeiter der Kliniken Südostbayern, der Brief war in der Wir-Form verfasst, holten im Rundumschlag gegen den Sparkurs der Krankenhäuser aus. Angestellte seien bloß ein Kostenfaktor, Keime würden sich auf Patienten übertragen, das Personal sei überlastet und unterbesetzt - das Sparsystem sei in "extremen Maße pervers geworden".

Mitarbeiter sollen in Misskredit gebracht werden

Lesen Sie außerdem: Vorstandsvorsitzender Gretscher äußert sich zu Arbeitsdruck und Sparzwang

Bei den Kliniken selbst steht man nun enttäuscht da: Als "niederträchtig und feige" bezeichnete es Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Georg Grabner, dass sich der Verfasser nicht direkt an den Betriebsrat oder den Aufsichtsrat gewandt habe. "Der Brief ist polemisierend und erweckt den Eindruck, unsere Institutionen und Mitarbeiter öffentlich in Misskredit bringen zu wollen", heißt es dazu auch von Ralf Reuter, Sprecher der Kliniken - die Behauptungen seien unwahr, verunsichernd und unangemessen.

"Alle im Führungsteam sind immer offen für jedwede Anregung, für Ideen sowie Verbesserungsvorschläge", so Reuter gegenüber unserer Redaktion weiter: "Solche Eingaben werden stets wohlwollend geprüft bzw. umgesetzt." Doch diese Möglichkeit habe der Verfasser "ohne Not" ausgeschlagen

"Keine Nachweise für Keimübertragungen"

Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher und Georg Grabner, BGL-Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken.

Der anonyme Brief wurde eigentlich bereits im März verfasst und an Landrat Grabner, sowie die Bürgermeister von Freilassing, Bad Reichenhall und Berchtesgaden geschickt - mit einem Ultimatum: Werde bis Mitte Mai kein "Akut-Gremium" eingerichtet, um die "nicht haltbare Situation" in den Kliniken abzustellen, gehe der Brief an die Öffentlichkeit. 

Tatsächlich werden aber nun sogar diese anonymen Vorwürfe von der Klinik-Leitung zum Anlass genommen, erneut zu überprüfen: die Behauptungen sollen abermals extern untersucht werden - bisher hätten sich aber zu keinem Zeitpunkt Hinweise auf Versäumnisse ergeben: "Insbesondere ergaben sich keine Nachweise für Keimübertragungen aufgrund hygienischer Mängel", so Kliniken-Sprecher Ralf Reuter. Außerdem prüfe man rechtliche Schritte wegen falscher Tatsachenbehauptung

Kliniken investieren über 400 Millionen Euro bis 2033

Erst Ende April verkündeten die Kliniken Südostbayern erstmals nach zehn Jahren wieder schwarze Zahlen. Vorstandsvorsitzender Uwe Gretscher sprach in dem Zusammenhang von "anstrengenden und in Teilen schmerzhaften Jahren", die harte Arbeit aller Beteiligten habe sich aber gelohnt. 418 Millionen Euro würden in den kommenden 15 Jahren in die Standorte in Bad Reichenhall, Traunstein und Ruhpolding investiert - für die Klinik in Reichenhall wird gar ein Neubau als Möglichkeit gehandelt. 

xe

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