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Vor allem Berchtesgadener Land wieder stark betroffen

Gesundheitsministerium bleibt hart: Sieben-Tage-Inzidenz weiter Maß aller Dinge

Coronavirus - Situation in Berchtesgaden
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Nach den Informationen des Staatlichen Gesundheitsamts im Landratsamt Berchtesgadener Land ist ein Großteil der Neuinfektionen weiterhin auf die bereits bekannten Ansteckungen im Umfeld einer Bar und mehrerer Betriebe zurückzuführen, von wo aus das Infektionsgeschehen rasch gestreut hat.
  • Christine Stanggassinger
    VonChristine Stanggassinger
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Spätestens seit dem jüngsten größeren Corona-Ausbruch im Berchtesgadener Land wird wieder vermehrt über die Sieben-Tage-Inzidenz als entscheidenden Parameter in der Corona-Pandemie diskutiert. Wäre ein Parameter, der Aussagen über die Klinikauslastung trifft, nicht entscheidender? BGLand24.de hat nachgefragt.

Berchtesgadener Land - Seit sechs Tagen in Folge liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Berchtesgadener Land über 50. Dementsprechend gelten seit 2. August wieder bestimmte Einschränkungen im Landkreis. Von Seiten des Landratsamtes Berchtesgadener Landes wird immer wieder bestätigt, dass nach wie vor ein Großteil der Ansteckungen auf ein lokales Ausbruchsgeschehen in einer Bar zurückzuführen sei, dass dann unter anderem in Betriebe und Hotels gestreut hätte. „Ebenso sind Kindergärten und Schulklassen betroffen, hier wurde die Infektionskette über die Eltern übertragen“, erklärte Alexander Rothenbuchner vergangene Woche gegenüber BGLand24.de.

Gesundheitsamt bekräftigt: „Inzidenzwert bleibt weiterhin ein wichtiger Indikator“

Die Pressesprecherin des Landratsamtes ergänzt: „Eine Rolle spielt wohl auch die unmittelbare Nachbarschaft zu Salzburg, wo Diskotheken und Clubs geöffnet sind.“ Somit ist das Ausbruchsgeschehen eingegrenzt und dennoch greifen wieder die Regelungen aus der 13. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung des Freistaates Bayern. Somit müssen sich Besucher öffentlicher Einrichtungen wieder auf Corona testen lassen oder einen Nachweis vorlegen, dass sie geimpft oder genesen sind. Grundsätzlich für alle Beteiligten umsetzbar und dennoch bleibt die Frage, ob bei einem bekannten Ausbruchsgeschehen wirklich die Sieben-Tage-Inzidenz die Maßnahmen bestimmen sollten. Die Antwort, die aus dem Bayerischen Gesundheitsministerium dazu kommt, ist eindeutig.

„Der Inzidenzwert bleibt weiterhin ein wichtiger Indikator für das Pandemiegeschehen. Er bildet in einer frühen Phase die aktuelle Infektionsdynamik ab und ist regional und international vergleichbar“, bekräftigte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage von BGLand24.de. „Steigen die Infektionszahlen, steigt auch das Risiko für schwere Verläufe. Auch wenn das Impfen die Dynamik verändert, haben wir aktuell noch keine Herdenimmunität erreicht und brauchen weiterhin die 7-Tage-Inzidenz als frühen Indikator.“

Weitere „Marker“ zur Coronalage im Landkreis Traunstein

Nicht ganz verstehen kann man diese Aussage im Landratsamt Traunstein. „Bereits Mitte März hat Landrat Siegfried Walch genau zu diesem Thema ein Konzept für eine geänderte Corona-Öffnungssystematik vorgestellt. Der Grundgedanke: Öffnungsschritte nach dem Impffortschritt, weg von der Anknüpfung an die Sieben-Tage-Inzidenz“, bekräftigt Pressesprecherin Laura Lockfisch gegenüber BGLand24.de.

Im Landkreis Traunstein seien deshalb neben der Sieben-Tage-Inzidenz weitere „Marker“, insbesondere hinsichtlich der Krankheitslast des Coronavirus implementiert worden, um auf lokaler Ebene das Infektionsgeschehen genauer beurteilen zu können:

  • Krankenhausneuaufnahmen von COVID-19-Patienten (Normal- und Intensivstation) aus dem Landkreis Traunstein
  • Summe der stationären COVID Erkrankungsfälle (Normal-und Intensivstation) aus dem Landkreis Traunstein
  • COVID-19-Patiententransporte des Rettungsdienstes

Krankheitslast erst künftig zu Bewertung der Coronalage berücktsichtigt

Dr. Wolfgang Krämer, der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein. äußert sich in diesem Zusammenhang: „Hier zeigt sich aktuell ein sehr geringes Aufkommen, sodass derzeit die Krankheitslast als sehr gering einzuschätzen ist.“ Andere Indikatoren wie zum Beispiel die Auslastung der Krankenhäuser, der R-Wert, die Verstorbenenzahlen und die Zahl der Impfungen würden auch in den täglichen Beratungen des Ministeriums zur Corona-Lage berücksichtigt, bekräftigt ein Ministeriumssprecher.

„Das Robert Koch-Institut erarbeitet zusammen mit den Ländern aktuell ein Konzept, welche Parameter in Zukunft ergänzend zur 7-Tage-Inzidenz die Belastung des Gesundheitswesens und die Schwere der Krankheitsverläufe am besten abbilden könnten“, erläutert der Ministeriumssprecher weiter. „Ziel ist es, die veränderten Rahmenbedingungen, unter anderem durch die Fortschritte beim Impfen, besser zu berücksichtigen. Auch Bayern beteiligt sich an diesem Prozess, der aber noch nicht abgeschlossen ist. Sobald ein schlüssiges Konzept vorliegt, werden Bund und Länder gemeinsam über dessen Umsetzung entscheiden.“

cz

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