Sechsspuriger A8-Ausbau: Kritik auch aus dem BGL und TS

Heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler bleibt bei ablehnender Haltung

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Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler bleibt dabei, dass ein 4+2-Ausbau der A8 ausreichend wäre.
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Landkreis - Anfang Juni hat der Rechnungsprüfungsausschuss sein OK gegeben, die Planungen für den Ausbau der A8 fortzusetzen. Seitdem melden sich Befürworter und Gegner des geplanten sechsstreifigen Ausbaus vom Chiemsee bis zur Landesgrenze zu Wort. Unter anderem die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler.

Viel Zustimmung erfuhr die Entscheidung, nach anfänglicher Bedenken des Bundesrechnungshofes, die Planungen für den Ausbau der Autobahn A8 vom Chiemsee bis zur Landesgrenze fortzusetzen. Der vorgesehene sechsstreifige Ausbau mit zwei Standstreifen hat aber auch Gegner.

Während sich der Traunsteiner CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Steiner und die verkehrspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion im deutschen Bundestag, Daniela Ludwig, aus Rosenheim, klar für den großen Ausbau der A8 aussprechen, bevorzugen die Grünen und der Bund Naturschutz in der Region die kleine Variante.

Die so genannte 4+2-Variante ist auch für die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler ausreichend. In einer Presseaussendung teilte sie mit: "Als Abgeordnete aus dem Wahlkreis Traunstein bleibe ich weiter bei meiner ablehnenden Haltung zum aus meiner Sicht überdimensionierten 6+2 spurigen Ausbau der A8 zwischen Bernau und der Landesgrenze."

"Weder Verkehrszahlen noch Kosten sprechen für große Lösung"

Aus ihrer Sich nehme das seit Jahren CSU-geführte Verkehrsministerium keine Rücksicht auf die vielen stichhaltigen Argumente, die gegen eine große Ausbaulösung sprechen würden. "Sie konnten für mich nicht widerlegen, dass ein 4+2-spuriger Ausbau in unserem Voralpenland reichen würde. Weder die Verkehrszahlen, noch die Kosten sprechen für die große Lösung, ganz zu schweigen von den Eingriffen in die Umwelt, die der große Ausbau mit sich bringen würde", so Kofler.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete gibt zu: "Ja, wir brauchen aus Sicherheitsgründen Standstreifen, gerne auch zuschaltbar. Ja, wir brauchen dringendst Lärmschutz für die Anwohnerinnen und Anwohner. Aber wir brauchen keine begradigte Schneise durch unsere Region mit acht Spuren! Der Blick auf unsere Umwelt, zu erwartende Veränderungen im Individualverkehr durch technische Entwicklungen und die dringend nötige Verlagerung von Güterverkehren auf die Schiene stellen für mich derartig groß dimensionierte Straßenprojekte absolut in Frage."

Der Ausbau der A8 vom Chiemsee bis zur Landesgrenze erhitzt seit Jahren die Gemüter. Mit der Entscheidung des Rechnungsprüfungsausschusses, die Planungen fortzusetzen, könnte Schwung in das Projekt kommen.

cz

Quelle: chiemgau24.de

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