Kunstakademie trotzt Wirtschaftskrise

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Rupert Fegg (Hinten Mitte) und seine Team haben stets das Wohl der Studenten und Dozenten im Blick. V.r.n.l.: Walter Schöndorfer, Jutta Ellinger und Ulli Hirsch.

Bad Reichenhall - „Die Wirtschaftskrise ist noch nicht angekommen“, zieht die Kunstakademie Bad Reichenhall Bilanz.

Seit ihrer Gründung vor dreizehn Jahren verzeichnet die Kunstakademie Bad Reichenhall stetig steigende Teilnehmerzahlen. Allein im vergangenen Jahr haben rund 2100 Studenten einen der 180 Seminarkurse besucht, das sind 17 Prozent mehr als 2008.

„Bis jetzt haben wir von der Wirtschaftskrise zum Glück nichts gespürt“, freut sich Akademiedirektor Rupert Fegg und plant schon für die nächsten Jahre vor. „Wir suchen noch weitere Räumlichkeiten, in der Alten Saline wird es langsam zu eng.“

Auf etwa 220 Kurse könnte das Angebot der Akademie noch hochgeschraubt werden, dann wäre definitiv kein Platz mehr, sagt Rupert Fegg. Denn vor allem für großformatige Malerei brauche es viel Raum, in dem sich die Teilnehmer mit ihren gesamten Utensilien ausbreiten können. Ein mögliches, zusätzliches Gebäude hat der Direktor schon im Auge, will aber noch nichts Konkretes verraten. „Nur so viel, es liegt ein bisschen außerhalb in Karlstein.“

Dass die Reichenhaller Kunsteinrichtung trotz Wirtschaftskrise so gut läuft, verwundere selbst ihn, zumal andere Anbieter herbe Einbußen einstecken mussten. „Wir sind ein sehr gut aufgestellter Betrieb mit ganz hervorragenden Dozenten. Aber man muss einen Kurs bei uns ja nicht unbedingt machen. Ich hatte schon die Befürchtung, dass die Menschen an solchen Angeboten als Erstes sparen.“

Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein: im Vergleich zum letzten Jahr haben heuer noch einmal 200 Studenten mehr die Akademie besucht. Damit verbucht die Einrichtung einen neuen Rekord von 2.100 Teilnehmern, die aus ganz Europa kommen. Was den Direktor aber besonders freut: „Wir konnten den Anteil der Männer auf immerhin 20 Prozent steigern.“

Viele der Reichenhaller Studenten schlagen einen sehr ernsthaften künstlerischen Weg ein, stellen selber in Galerien aus und machen sich einen Namen. Andere genießen vor allem die Atmosphäre und die idealen Arbeitsbedingungen an der Akademie.

In der Alten Saline stehen ihnen fünf großzügige, helle Ateliers stehen zur Verfügung. „Mein Team und ich sind ständig bemüht, den Teilnehmern und Künstlern ihren Aufenthalt bei uns so angenehm wie möglich zu machen“, versucht Fegg den Erfolg der Kunstakademie zu erklären. Dazu gehöre es, Unterkünfte zu vermitteln, Karten und Eintritte zu reservieren, Material bereit zu stellen und kleine Events zu organisieren. Die Ateliers können auch außerhalb der Kurszeiten, zum Beispiel in den Abendstunden, genutzt werden und in unmittelbarer Umgebung befinden sich zwei gut sortierte Fachgeschäfte. Bei Bedarf liefern sie ins Haus und bieten einen individuellen Versandservice an. „Wir schaffen die Rahmenbedingungen, damit der Gast frei vom Druck des Alltags seiner Kreativität freien Lauf lassen kann.“ Außerdem wählt der Direktor seine Dozenten sehr sorgfältig aus. In Reichenhall geben hochkarätigen Künstler, darunter so bekannte Größen wie Prof. Markus Lüpertz oder Gerhard Almbauer, ihr Wissen weiter. „Bei uns ist der Künstler der Dozent und nicht umgekehrt. Unsere Teilnehmer profitieren stark davon, dass die Ausbilder selbst künstlerisch aktiv sind“, beschreibt Fegg den besonderen Lehransatz.

Im kommenden Jahr werden erstmals zwei Kurse in englischer Unterrichtssprache abgehalten. Der amerikanische Fotograf Ron Nicolaysen und seine Landsmännin, die Malerin Sylvia Hartling werden zu Gast in der Akademie sein. Damit kommt die Einrichtung einer immer stärker werdenden Nachfrage aus dem Ausland nach. „Wir sind europaweit die größte Kunstakademie dieser Art und deswegen brauchen wir mehr internationale Dozenten“, weiß der Direktor. Auch der Schweizer Maler Jeanmaire Alexander wird 2010 zum ersten Mal in Reichenhall unterrichten.

Noch weiter ausbauen will Rupert Fegg das bestehende Stipendien-Angebot, das sehr gut nachgefragt werde. Allerdings soll die Altersgrenze von 16 bis 24 Jahre auf 18 bis 22 Jahre enger zusammengefasst werden. „Dann können sich die Nachwuchskünstler besser austauschen und profitieren noch mehr von den Kursen.“

Der im Februar gestartete Studiengang „Malerei“ bei Prof. Markus Lüpertz wird im nächsten Jahr weiterlaufen, 27 Studenten haben sich dafür angemeldet. Die ersten Absolventen werden 2011 verabschiedet. Der neue Akademie-Katalog mit allen Kursen für 2010 ist ab Mitte November erhältlich.

Pressemitteilung Kunstakademie Bad Reichenhall

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