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Nach Tonnagenbegrenzung in Schneizlreuth

Kontrollen, Fahrverbote, Wendemöglichkeit - so ist die Situation um die Weißbachbrücke

Sattelschlepper auf der maroden Weißbachbrücke. Ob berechtigt oder unberechtigt, kann nur durch Kontrollen ermittelt werden.
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Sattelschlepper auf der maroden Weißbachbrücke. Ob berechtigt oder unberechtigt, kann nur durch Kontrollen ermittelt werden.

Nach der bereits vor Wochen vom Straßenbauamt angeordneten Geschwindigkeitsbegrenzung für die Weißbachbrücke im Verlauf der B21 in Schneizlreuth auf 30 km/h, ist nun seit einigen Tagen auch eine Tonnagebegrenzung für Lkw über 7,5t Gesamtgewicht in Kraft. Grund ist der baulich schlechte Zustand dieser Brücke, die in den 1930er Jahren gebaut worden war.

Schneizlreuth - Um die von dem Bauwerk ausgehende Gefahr für den Verkehr, insbesondere für den Schwerlastverkehr zu mindern, hatte das Landratsamt BGL letzte Woche eine entsprechende Verkehrsanordnung erlassen, die nur noch den Lieferverkehr in die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein, beziehungsweise in der entgegengesetzten Richtung für die angrenzenden Bezirke Zell am See und Kitzbühel in Österreich erlaubt (wir berichteten).

Dass die Einhaltung der Anordnung auch durch Kontrollen sichergestellt werden muss, steht bei den handelnden Behörden und der Polizei außer Frage. Dies zeigen auch Beobachtungen vor Ort. Innerhalb von 5 Minuten passierten die Brücke acht schwere Sattelschlepper und 10 Lkw über 7,5t. An die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h halten sich weder Lkw noch andere Verkehrsteilnehmer. In enger Abstimmung werden derzeit unter anderem geeignete Lokalitäten für Kontrollen gesucht, an denen nicht berechtigt fahrende Lkw und Sattelschlepper aus Richtung Unken/Lofer wenden können, um diese direkt nach Österreich zurückschicken zu können.

Suche nach der Wendemöglichkeit

Wie das Landratsamt auf eine Anfrage hin mitteilte, finde die Umleitung im Landkreis BGL über die A8 statt. Wer trotzdem unberechtigt auf der B20/B21 bis zur besagten Weißbachbrücke fahre, werde aus Fahrtrichtung Bad Reichenhall über den Weinkaser nach Siegsdorf/Traunstein auf die A8 weitergeleitet. Von Richtung Grenzübergang Melleck/Lofer kommend, bestehe, aufgrund der Wenderadien von Lkw, derzeit noch nicht die Möglichkeit, nach dem Wendelbergtunnel, im Einmündungsbereich Melleck/Ristfeucht/Steinpaß wenden zu können. Der Straßenbaulastträger, das Staatliche Bauamt Traunstein, plane aber, diesen Bereich mit Nachdruck technisch zu ertüchtigen.

Der zuständige Ressortleiter Martin Bambach bestätigte auf Nachfrage, dass sich das Straßenbauamt, auf Wunsch des Landratsamtes bereit erklärt habe, den Vollzug der erlassenen Verkehrsanordnung zu unterstützen. Derzeit würden Möglichkeiten geprüft, im Bereich der nördlichen Zufahrt von Melleck zur B21, eine sogenannte „Wendeplatte“ herzustellen. Da die benötigten Grundstücke jedoch nicht zur Verfügung stünden, bedürfe es noch einiger Abstimmungsgespräche. Wenn die Gespräche erfolgreich verliefen, könne, je nach baulichem Aufwand, eine Umsetzung Anfang bis Mitte November in Aussicht gestellt werden. Laut Landratsamt bleibe bis dahin nur die Möglichkeit, den Lkw-Verkehr über den Steinpaß zurück nach Österreich zu leiten. Eine weitere Option wäre es, Lkw, die das Verbot ignorieren und bis zur Weißbachbrücke fahren, über den Bereich vor dem „Wurznwirt“ umkehren zu lassen.

Mögliche Wendebereich vor Wurznwirt

Hier liege die Zuständigkeit jedoch bei der Gemeinde Schneizlreuth. Um die Situation, insbesondere aus Fahrtrichtung Lofer zu entschärfen, habe die untere Straßenverkehrsbehörde zusätzlich intensive Gespräche mit dem Land Salzburg geführt. Dort werden derzeit geprüft, die Sperre auch auf österreichischem Gebiet im Pinzgau und dem Großraum Salzburg durch Hinweisschilder bekannt zu machen. Außerdem wolle das Land Salzburg auch die Kollegen in Tirol informieren, um auch dort bereits im entfernteren Vorfeld, die LKW-Fahrer auf die Sperrung aufmerksam zu machen und sie anzuhalten, die Autobahnen zu nutzen. Inwieweit Kontrollmaßnahmen im PI Bereich Traunstein auf der B306/B305 notwendig würden, zeige sich in den nächsten Tagen. Erfahrungsgemäß komme der Großteil des Lkw Verkehr aber nicht aus dieser Richtung.

Der Leiter der PI Bad Reichenhall Peter Huber teilte zur Situation mit, dass die PI sowohl die Sperrung der Weißbachbrücke Schneizlreuth wie auch das geltende Nachtfahrverbot im kleinen deutschen Eck im bestehenden Umfang überwachen werde. Die Kontrollorte, Kontrollzeiten und Umfang der polizeilichen Verkehrsüberwachung würden intern festgelegt und im Vorfeld nicht bekannt gegeben. Gegebenenfalls erforderliche polizeiliche Umleitungs- und Rückleitungsmaßnahmen von Schwerverkehrsfahrzeugen und damit verbundene Belastungen für Anwohner, seien im Vorfeld mit den betroffenen Kommunen und der unteren Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt BGL besprochen worden.

Belastungen für Anlieger sollen minimiert werden

Wie der Bürgermeister der Gemeinde Schneizlreuth Wolfgang Simon bestätigte, gebe es insbesondere beim Wurznwirt Problem bei der Realisierung einer Wendemöglichkeit. Zum einen sei die vorhandene Asphaltdecke für die zu erwartenden Belastungen durch den Schwerlastverkehr gar nicht ausgelegt. Hier müsste die Gemeinde die Zufahrten entweder kostenintensiv ausbauen, oder in der Folge, die an der Teerdecke entstandenen Schäden beheben und auch finanzieren. Zum anderen müsste der gesamte Bereich von und bis zur B21 durch ein absolutes Halteverbot von dort regelmäßig in großer Anzahl parkenden Pkw freigehalten werden, was mangels Kontrollmöglichkeiten durch die Gemeinde, nicht bewerkstelligt werden könnte.

Zudem stehe noch gar nicht fest, ob dieses Parkverbot nur an bestimmten Tagen, oder dauerhaft angeordnet werden müsste, da sich bisher weder die PI, noch das LRA, zur geplanten Intensität von Kontrollen geäußert hätten. Wichtig sei ihm auch, die durch die Corona-Pandemie ohnehin stark betroffene, junge Wirtsfamilie des Wurznwirt, durch den Verlust eines großen Teiles der Parkplätze und die Belastungen durch unmittelbar vorbeirangierende Lkw, nicht erneut zu belasten. „Wir brauchen das Wirtshaus als sozialen Treffpunkt“, so der Bürgermeister. Die Option, Teile des Schwerlastverkehrs, nach dem Wendelbergtunnel durch Melleck/ Ristfeucht über den Steinpaß zurückzuleiten, sieht Simon ebenfalls kritisch, auch wenn dies naheliegend sei.

Hier würde zur Vermeidung von Verkehr auf der Bundesstraße, dieser im Wohngebiet erhöht, mit entsprechenden Folgen für die Anwohner. Eine Lösung für beide Örtlichkeiten sei aus erwähnten Gründen noch nicht final abgestimmt und gefunden. Simon regte hier an, sich mit der Polizei und den Behörden in Österreich abzustimmen, um eventuell bereits am ehemaligen Grenzübergang Steinpaß in Unken kontrollieren zu dürfen und die Lkw bereits dort wenden zu lassen. (Anm.d.Red) Rückblickend auf die Demonstration der Bürgerinitiativen gegen Verstöße zum Nachtfahrverbot im August letzten Jahres an der Grenzbrücke dort, war es offensichtlich ja auch möglich, den Lkw-Verkehr durch Beamte der PI Bad Reichenhall über den Steinpaß umzuleiten.

wb

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