"Kommunikation ist alles"

Schneizlreuth - Ein schwerer Verkehrsunfall, ein Flugzeugabsturz, ein Lkw-Unfall mit vielen Verletzten und ein Gefahrgut-Unfall passierten am Samstag in Schneizlreuth.

Der Landkreis Berchtesgadener Land hatte zusammen mit der Bezirkshauptmannschaft Zell am See eine grenzüberschreitende Katastrophenschutzübung ausgearbeitet. Im Einsatz waren bei den vier Szenarien das Österreichische und Bayerische Rote Kreuz, mehrere Feuerwehren, die Polizei, die Malteser, die Bergwacht, sowie das RUD-Team und die organisierenden Behörden.

Grenzüberschreitende Katastrophenschutzübung

Während im Raum Melleck und Unken die grenzüberschreitende Katastrophenschutzübung mit knapp 500 Einsatzkräften voll im Gang war, informierten Landrat Georg Grabner, Regierungspräsident Christoph Hillenbrand und die Pinzgauer Bezirkshauptfrau, Dr. Rosmarie Drexler, in einem Informationsgespräch über die große Bedeutung der in dieser Form erstmals durchgeführten Übung.

Freuten sich über die gelungene Übung: Rosmarie Drexler und Georg Grabner.

Dabei erläuterte Landrat Georg Grabner, dass auf lokaler Ebene bereits seit vielen Jahren gute Kontakte zwischen den Feuerwehren und Rettungsorganisationen beiderseits der Grenze bestünden und gemeinsame grenzüberschreitende Übungen stattfänden. Auf der Ebene der Katastrophenschutzbehörden sei die heutige Übung allerdings eine echte Premiere. "Wie außerordentlich wichtig es ist, grenzüberschreitend auf einen möglichen Ernstfall gut vorbereitet zu sein, um durch gegenseitige, bilaterale Hilfestellung große Schadenslagen bewältigen zu können, zeigten Ereignisse der vergangenen Jahre, wie beispielsweise der Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall (2006), der Waldbrand am Thumsee (2007) oder vor zwei Jahren die Unwetterkatastrophe im nördlichen Flachgau."

Eine solche Unterstützung setze jedoch nicht nur die Einsatzbereitschaft voraus, sondern erfordere von den zuständigen Behörden sowie Hilfs- und Rettungsorganisationen beiderseits der Staatsgrenze besondere Kenntnisse und Fähigkeiten. Insbesondere müssten für eine erfolgreiche Zusammenarbeit die unterschiedlichen Behörden- und Organisationsstrukturen sowie Alarmierungs- und Meldewege der „Nachbarn“ bekannt sein, hob Grabner das vorrangige Ziel der Katastrophenschutzübung hervor.

Christoph Hillenbrand dankte den Einsatzkräften, die sich in den Dienst der Allgemeinheit stellen.

Die Pinzgauer Bezirkshauptfrau Dr. Rosmarie Drexler betonte, dass mit der aktiven Teilnahme der Salzburger Rettungsorganisationen und Behörden an der Großübung alle Bemühungen, vorhandene Strukturen auf allen relevanten Ebenen abzugleichen und zu optimieren, unterstützt würden. Wichtig seien auch die sog. „Softskills“, wie gegenseitiges Verständnis der Einsatzkräfte untereinander und die Bereitschaft im Dienst am Nächsten zusammenzuarbeiten.

Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand stellte die Bedeutung dieser ersten Vollübung der Katastrophenschutzbehörden im deutsch-österreichischen Raum heraus. Die rechtlichen Voraussetzungen würden bereits seit 20 Jahren bestehen, in der Praxis seien die entsprechenden nationalen Abkommen jedoch noch nie erprobt worden. Er dankte allen, die sich seitens der Hilfsorganisationen und Behörden in einem Ernstfall in den Dienst der Allgemeinheit stellen.

Stefan Pfnür zeigte sich mit der Kommunikation unter den Einsatzkräften mehr als zufrieden.

Einsatzleiter Stefan Pfnür zog abschließend eine positive Bilanz: "Die Kommuikation zwischen allen Einsatzkräften hat sehr gut geklappt. Einzig der Funk ist an manchen Stellen ausgefallen." Letztlich sorgt also die Technik, nicht der Mensch für Probleme. Die bis zu 50 Verletzten konnten aber reibungslos versorgt werden.

Massenkarambolage im Wendelbergtunnel

Pressemitteilung LRA BGL/cz

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