Kommunalwahl Bayern 2020: Landratskandidat für das Berchtesgadener Land

18 Fragen an Michael Koller (Freie Wähler)

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Will Landrat im Berchtesgadener Land werden: Michael Koller (Freie Wähler).

Berchtesgadener Land - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch im Berchtesgadener Land wird der Landrat gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Michael Koller (Freie Wähler).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Michael Koller


2. Partei

„FREIE WÄHLER / FW BGL“ /Liste 3

3. Alter

43 Jahre

4. Wohnort

Berchtesgaden (seit Geburt)

5. Geburtsort

Berchtesgaden 

6. Familienstand

ledig

7. Kinder

keine

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

  • Seit 2008 Gemeinderat in Berchtesgaden 
  • Seit 2010 Fraktionssprecher der Freien Wähler im Gemeinderat Berchtesgaden 
  • Seit 2014 Mitglied des Kreistages Berchtesgadener Land 
  • Seit 2012 stellvertretender Kreisvorsitzender 
  • Seit 2013 stellvertretender Bezirksvorsitzender der Freien Wähler Oberbayern

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Ich denke, dass es hier viele Personen zu nennen gilt. Ich bin nicht von einer Person geprägt worden, aber grundsätzlich bewundere ich die Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Redlichkeit eines Alois Glück. Er hat uns gezeigt, dass wir täglich für einen fairen Umgang miteinander und für eine gute Zukunft unserer Heimat und der Menschen, die hier leben, arbeiten müssen.

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Unsere Heimat, der Landkreis Berchtesgadener Land, ist nicht nur die wunderbare Landschaft. Für mich prägt unsere Heimat unsere Menschen tagtäglich, was sich dadurch zeigt, dass sie fleißig, strebsam, aber gleichzeitig bodenständig und tolerant sind. Unsere Heimat erdet uns gewissermaßen und lehrt uns, diesen wertvollen Schatz auch für künftige Generationen zu bewahren. Heimat ist neben der Familie das stärkste Bindeglied eines Menschen. Heimat lässt sich nicht verleugnen – sie prägt und formt. Heimat ist der Sammelbegriff für unsere Kultur, unsere Beziehungen und natürlich die von Gott geschenkte Natur. Gerade in unserer Gegend wird uns das jeden Tag immer wieder vor Augen geführt und daher sind wir angehalten, mit der Schöpfung in Einklang zu leben und demütig auf sie zu achten.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Am 15. März geht es um die Zukunft unserer Heimat – das Berchtesgadener Land. Ich denke und hoffe, dass alle demokratischen Kandidaten aus den besten Motiven für das Amt des Landrats kandidieren. Jeder will das Beste für unser schönes Berchtesgadener Land und will sich dafür mit aller Kraft einsetzen. Ich sehe meine Stärken vor allem darin, den Dialog zu suchen und den Ausgleich der Interessen zu finden. Mir ist es wichtig, dass ich meine kommunalpolitische und meine berufliche Erfahrungen als Handwerker, Lehrer und Verwaltungsleiter einbringen kann und mich so für eine echte Chancengleichheit aller engagieren kann.

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Lassen Sie uns nach vorne schauen und nicht Vergangenes schlecht machen oder Versäumnisse aufzählen! Ich werde als Landrat: zuhören - nachdenken - transparent entscheiden! Und versuchen, den notwendigen Wandel voranzubringen, dabei aber die Stärken der Tradition nicht zu vergessen.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Die Stärkung des Miteinanders aller Generationen ist mir ein sehr großes Anliegen! Und ich denke, dass dies auch die größte Herausforderung ist: in aktuellen Diskussionen geht es immer wieder und auch zunehmend lauter um „Generationengerechtigkeit“, um Verbrauch der Zukunft der Enkelgeneration, um Schuldenpolitik zu Lasten der Kinder, um Pump oder Verschieben von Lasten auf künftige Generationen uvm. Und da spielen natürlich viele meiner Themen herein: Bildung, Wohnen, Soziale Versorgung, Wirtschaft und Verkehr, Nachhaltigkeit in Umwelt, Landwirtschaft und bei Energie, sowie digitale Zukunft. Und was ist zu tun? Es bedarf sorgsamer und ausgewogener Entscheidungen gerade auch im Blick auf Generationengerechtigkeit, es bedarf sorgsamer Analyse und intensivem Dialogs. Gerade die Betroffenen zu Beteiligten zu machen, und das mit harten Fakten und nicht nur gefühlten Teilwahrheiten, ist die große Herausforderung zur Lösung dieser Thematik.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Kluge Köpfe braucht das Land! Ziel ist ein breit aufgestellter Bildungsstandort mit zeitgemäßer Aus-, Fort- und Weiterbildung. Dabei ist Bildung umfassend zu sehen: weiterführende Schulen, Berufsschule, Sicherung qualifizierter Fachkräfte, Wissen bei Digitalisierung sowie Wissenschaft und Forschung vor Ort. 

Nachhaltigkeit in Umwelt, Landwirtschaft und Energie!

  • Schadstoffreduktion bei der häuslichen, industriellen und verkehrlichen Nutzung.
  • Aufbau regionaler Energieerzeugung.
  • Unter deutlicher Stärkung regionaler Vermarktung im Dialog unsere aktiven und sorgsamen Landwirte unterstützen, um unsere außergewöhnliche Landschaft und eine sichere Versorgung mit hochwertigen regionalen Produkten zu sichern. 

Kommunale Dienstleistung und Daseinsvorsorge für Familien und Gesellschaft! Ziel für den Landkreis muss sein: die Jugend und ihre Anliegen ernst zu nehmen und den Senioren Würde zu geben. Bürgerschaftlichem Engagement als starke Säule für eine soziale Gesellschaft gebührt besondere Pflege. Das geht nur mit einem übergreifenden starken Dialog. Dazu muss der Kreis seinen Beitrag leisten für zukunftsfähige Arbeitsplätze, zum Meistern der Digitalisierung, zum Abmildern des Facharbeitermangels, ebenso für einen ausreichenden Mix von Wohnraum für alle und eine optimale Kranken(haus)versorgung. Und das schaffen wir nur mit einer starken Dienstleistungsorientierung der Verwaltung; sie ist zusammen mit motivierten Mitarbeitern in übergreifenden Konzepten zu finden und umzusetzen. Hier gehört Vereinfachung und Beschleunigung von Verfahren ebenso wie verstärkte Nutzung digitaler Kommunikation und Umsetzung von Best-Practice-Ansätzen statt teurer Gutachten notwendig dazu.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Ich bin überzeugt, dass der Landkreis zusammen mit den Gemeinden und den regionalen Wohnbaugesellschaften sowie einer abgestimmten Baupolitik Entspannung in diesem Thema bringen kann.

Mix von bezahlbarem Wohnraum für alle Einkommensgruppen stärken

- Soz. Wohnungsbau stärken über Wohnungsbauunternehmen im Kreis 

  • Finanzausstattung der kommunalnahen Unternehmen verbessern mit Mitteln aus dem Kreishaushalt (EU-konform!) 
  • Nutzen aller Möglichkeiten von Mehrung von Sozialwohnungen im Bestand der Unternehmen und bei/ auf Flächen der öffentlichen Hand
  • Verlängerung auslaufender Mietbindungen von Wohnungen wie Dienstwohnungen etc., auch von öffentlichen Arbeitgebern, mit Zuschüssen für Renovierungen

- Förderung von Eigenheimerwerbs und Eigentumswohnungen zu vertretbaren Preisen für Mittelschicht durch entsprechende Bauprogramme oder Abgabe modernisierter Wohnungen durch kreiseigene oder diesem verbundene Unternehmen

Erleichterung von Ausbauten im gesamten Landkreis

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Ich bin überzeugt, dass es nicht nur aus unserer aller Verantwortung für einen sorgsamen Umgang mit der Umwelt für die nachkommenden Generationen, sondern auch aus reinem Selbsterhaltungstrieb erforderlich ist, der Umwelt und ihrem Schutz hohe Priorität einzuräumen, auch wenn es uns „was abverlangt“: 

  • Primär schnelle Umsetzung einfacher, aber effizienter Punkte aus dem Klimagutachten auch durch Vernetzung möglicher Partner; im zweiten Schritt umsetzen der komplexeren Themen mit geringerer Effizienz 
  • Hausbrand und CO² - Reduktion durch gezielte Bewerbung, auch mit Förderprogrammen, der Umstellung von Öl auf umweltfreundlichere Alternativen bzw. grundsätzlich zur schnelleren Modernisierung der Heizungsanlagen in Zusammenarbeit mit Kaminkehrer und Energieagentur 
  • Unterstützung umweltfreundlicher Fernwärme in den Kommunen durch Anschluss der Landkreiseinrichtungen bei entsprechendem Angebot 
  • Untersuchung Industriebrand nach offenen Einsparungspotentialen mit Beratung durch Kaminkehrer /TÜV etc. und Aufzeigen von Fördermaßnahmen für Minderungen

Ich bin auch überzeugt, dass wir beim Thema Verkehr mit viel Gehirnschmalz, Fantasie und Verlassen so mancher bequemen Ecke notwendige Veränderungen schaffen müssen im Interesse der Bürger, der Kommunen, der Wirtschaft und der lebenswerten Umwelt für uns und die Nachwelt. 

  • Die Brennpunkte bei regionalen wie überregionalen Straßen müssen gelöst werden: 
  • Die Effektivität stationärer Grenzkontrollen im Vergleich zu massiv verstärkter Schleierfahndung, insbesondere an kleinen wie großen Grenzübergängen, ist mit den zuständigen Fachleuten ernsthaft zu diskutieren 
  • Im Kontakt mit den Nachbarn sind die Belastungen durch österreichische Maßnahmen (Blockabfertigung mit erzeugtem Ausweichverkehr, Umleitungen im Staufall, Sperrung von Bundesstraßen für LKW etc.) mit ihren Folgen für Umwelt und Betroffene zu klären 

Auch im öffentlichen Verkehr bedarf es Anstöße zur Fortentwicklung wie

  • Im touristischen Bereich wie im beruflichen Bereich mit Angebotsverbesserungen bei Tickets, beim Takt und in der Erreichbarkeit der Ziele 
  • Verbesserungen wie kürzere Fahrtzeiten BGD – Freilassing, Taktverkehr Nord nach Laufen und weiter sowie nach TS sowie Verbund mit Anbindung Salzburg 

- Güterverkehr: 

  • Mehrung Transport von Fracht auf Schiene statt auf Straße, auch im Kreis mit Schienenanschlüssen und Ladeterminals zu verfolgen 
  • Jeder findet diese Forderung gut, aber vor Ort gibt es Widerstand; auch an der Überwindung solcher Einwände müssen wir arbeiten durch gezielte Verbesserungen in der Planung und bessere Kommunikation und Beteiligung 
  • Überregional: mit den Nachbarn sind Verbesserungen bei der Nutzung der sog. „Rollenden Landstraße“ (Rola) zu suchen, damit nicht Wörgl Endstation, sondern auch Salzburg und Wels als Ziel und Quellorte einbezogen werden können mit dem Vorteile einer Entlastung des Kleinen Deutschen Ecks vom Durchgangsverkehr!

- Flughafen: 

  • Anbindung an Flughafen München als internationales Drehkreuz pushen 
  • Abbau der Belastungen Fluglärm für Bay. Kommunen. Striktere Einhaltung Nachtflugverbot.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Ich bin überzeugt, dass wir aktive und sorgsame Landwirte weiterhin brauchen, um die außergewöhnliche Landschaft und eine sichere Versorgung mit hochwertigen regionalen Produkten weiter genießen zu können. Dazu müssen wir 

  • den Dialog mit Landwirtschaft vor Ort aufnehmen, um gemeinsam Lösungen zu finden, wie man im Bereich der Flächenbewirtschaftung naturnahe Landwirtschaft stützen kann, wie Pestizideinsatz noch weiter verringert und gemeinsam Bienen-, Insekten-, und Vogelfreundlichkeit verbessert werden im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und auch darüber hinaus 
  • Selbstvermarktung stärken bzw. Abnahme regionaler Produkte durch Märkte in der Region sichern unter der Überschrift: "Aus Verantwortung für die Region: BGL isst und genießt regionale Produkte". Das ist umzusetzen zusammen mit Biosphäre, Nationalpark und Wirtschaftsservice BGL. 
  • In Zusammenarbeit mit Kommunen und Wirtschaftsservice leerstehende ldw. Gebäude(teile) für außenbereichsverträgliche Gewerbegründungen oder - ansiedlung u.a. von Existenzgründer, insbesondere im handwerklichen Bereich zu erreichen

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Wir sollten selbstbewusst auf unseren Landkreis und seine herausragenden Besonderheiten, auf die Menschen, auf das Erreichte und das Geleistete blicken; und dann mit großer gegenseitiger Wertschätzung und gutem „Wir-Gefühl“ uns die Fortentwicklung unserer Heimat als gemeinsame Aufgabe vornehmen und in eine lebenswerte Zukunft gemeinsam investieren. So lautet mein Wahlspruch: 

Der Tradition verbunden – Der Kultur verpflichtet – Für die Zukunft sorgen

DESHALB: Michael Koller zum Landrat und Liste 3: FREIE WÄHLER / FW BGL

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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