Kein Edeka an der Schillerallee!

Bayerisch Gmain - Seit über zwölf Jahren versucht die Gemeinde in Bayerisch Gmain einen Einkaufsmarkt anzusiedeln. Jetzt gebe es wieder einen Investor, der Standort sagt allerdings nicht jedem Bürger zu.

Gleich am Ortseingang von Bayerisch Gmain an der Sonnenallee soll ein Edeka entstehen. Genau dort, wo eine Bürgerintiative vor 20 Jahren ein Feuerwehrhaus verhindert hat. "Wir finden diese Wiese ist schützenswert - damals wie heute", ist eines der Hauptargumente der Bürgerinitiative. "Es ist das abfallende Gelände, die besondere Topografie, eingebettet in alte Bausubstanz, die Bäume und der Blick in Alpenlandschaft."

Vor 20 Jahren hat die Gemeinde eine Alternative für das Feuerwehrhaus gefunden, jetzt soll sie das für den Edeka-Markt. Und die Bürger wissen auch schon wo: "Zentral ist für uns der gewachsene Ortskern mit Haus des Gastes, den Schulen, Ärzten und kleinen Geschäften." 'Bauruinen' könnten dort mit Leben erweckt werden, bevor noch mehr Flächenverbrauch stattfinde.

Dieses Bild soll die Befürchtungen der Bürgerintiative verdeutlichen.

Vor allem der 'Alpgarten' und die angrenzenden Grundstücke scheinen vielen Bayerisch Gmainern ideal. Doch im Gmoa-Blattl widerspricht Bürgermeister Hans Hawlitschek: "Das Alpgartengrundstück alleine ist mit 1019 Quadratmeter zu klein, das benachbarte, in Privatbesitz befindliche Mannhardt-Grundstück wird nicht für den von verschiedenen Investoren gebotenen gewerblichen Grundstücks-Preis verkauft."

Ein Argument, das gegen einen Einkaufsmarkt im gewachsenen Kern von Bayerisch Gmain sprechen würde. Doch Hawlitschek habe auf einer Bürgerversammlung selbst gesagt, so Ulrike Betzler von der Bürgerinitiative, dass er oft auf runden Geburtstagen von 70- oder 80-Jährigen angesprochen werde, ob nicht ein Einkaufsmarkt in Bayerisch Gmain angesiedelt werden könne. Sein Versprechen: "Das machen wir jetzt auch für Fußgänger."

Anna Maria HEel, Gudrun Brosche und Ulrike Betzler wollen den geplanten Edeka-Markt an der Sonnenallee verhindern.

Für Fußgänger sei das Grundstück an der Sonnenallee aber nicht gut erreichbar, erklärt Betzler im BGLand24-Interview. "Wie ein 70- oder 80-Jähriger von der Weißbachstraße, von der Großgmainer Straße, von der Römerstaße hierher kommen soll ist mir ein Rätsel." Denn dort wartet eine Treppe auf die Fußgänger, die vielleicht mit Rollator oder auch Kinderwägen unterwegs seien. Auch für die B20, auf der 15.000 Autos pro Tag fahren würden, sei keine Überquerungshilfe angedacht. Die Bewohner aus dem Norden müssten also die Unterführung nutzen und würden dann erneut vor besagter Treppe stehen. Bevor sie dann noch einmal die Straße ohne Hilfe überqueren müssten.

"Ich sehe es nicht als letzte Chance für einen Einkaufsmarkt in Bayerisch Gmain, sondern als letzt Chance für die Wiederbelebung unseres gewachsenen Ortskerns", betont Ulrike Betzler abschließend. Die zusammen mit Gudrun Brosche, Anna Maria Heel und zehn anderen unterwegs ist, um Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen den geplanten Edeka-Markt an der Sonnenallee zu sammeln.

Was Bürgermeister Hans Hawlitschek dazu sagt, lesen Sie am Mittwoch auf BGLand24.de

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © cz

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