"Kein Outlet neben Kläranlage"

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Trafen sich noch kürzlich zur Unterschrift des gemeindeübergreifenden Abkommens (v. l.): Nationalpark-Chef Dr. Michael Vogel, Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp, Schönau am Königssees Bürgermeister Stefan Kurz, Bischofswiesens Bürgermeister Toni Altkofer, Marktschellenbergs Bürgermeister Franz Halmich und Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschoßmann.

Berchtesgaden - Ein gemeinsamer Flächennutzungsplan für Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau und Schönau - kann das funktionieren?

Über die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans für die fünf Talkessel-Gemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau und Schönau am Königssee informierte Wolf Steinert vom gleichnamigen Planungsbüro während der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Erkenntnis daraus ist deutlich: Nur wer zusammenarbeitet, hat eine Chance auf Erfolg.

In welche Richtung es für die Gemeinden gehen wird, welche Ausrichtung diese verfolgen werden – damit dürfen sich die Bürgermeister und das Planungsbüro künftig eingehend beschäftigen. Etwa auch, wie man sich hinsichtlich des Nachbarn Österreich verhalten soll, der noch immer viele Kunden über die Grenzen lockt. Der Kaufkraftabfluss sei groß. Bürgermeister Franz Rasp sagte, dass er für die Zukunft einen erhöhten Bedarf an Abstimmungen erkennt, vor allem was die Beteiligung der Bevölkerung angeht. Mit der Kooperation zwischen den fünf Gemeinden sei ein Ansatz gelungen, der schon seit langem überfällig sei, nun aber endlich angegangen werden könne. „Jede Gemeinde muss am Ende, nach der dreijährigen Planungszeit, etwas Positives für sich aus der Sache ziehen können“, so Rasp.

In der anstehenden Zusammenarbeit gehe es insbesondere darum, sich zu beratschlagen, abzustimmen, Kompromisse zu finden. Trotzdem bleibt Rasp realistisch: "Wir haben nicht die Gewähr, dass es auch funktioniert“, sagte er. „Wir haben es aber in der Hand, die Weichen für die Zukunft zu stellen.“ Im Idealfall geht jede beteiligte Gemeinde mit einer für sie zufriedenstellenden Lösung aus der Sache heraus. Gemeinderat Karl Seiberl (Parteilose Gruppe) sagte, er hoffe nicht, dass am Ende „jeder tut, was er will.“ Das Wohl der Allgemeinheit, also der Gemeindebürger aller fünf Orte, dürfe nicht an den Gemeindegrenzen aufhören. Rasp erwiderte: „Wir möchten gemeinsam stark aus der Sache gehen.“ Einfach sei es, wenn man gemeinsam zum Ziel hinarbeite, so Berchtesgadens Gemeinde-Chef.

Vor den Gegebenheiten die Augen zu verschließen, ergebe keinen Sinn, sagte der Bürgermeister im Hinblick auf das wirtschaftlich stark dastehende Salzburg. Viele Menschen aus der Region würden nach Österreich fahren. Der Flächennutzungsplan im Gesamten müsse sich damit also auseinandersetzen, Kaufkraftab- und –zuflüsse einbeziehen. „Wir müssen uns überlegen, wie wir in Zukunft dastehen wollen“, sagte Rasp. Attraktivität für den Kunden, das sei das Gebot der Stunde. Dennoch bleibt er realistisch: „Ich halte es nicht für sinnvoll, einem bereits bestehenden Factory Outlet ein Berchtesgadener Outlet neben der Kläranlage entgegenzusetzen“, sagte Rasp.

kp

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