Kein Beton-Brecher in Türk

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Die Bürger in Marzoll/Türk sind erleichtert - die Ansiedlung von MSP ist vorläufig vom Tisch.

Bad Reichenhall - Für große Aufregung hat die mögliche Ansiedlung der Entsorgerfirma MSP in Marzoll/Türk gesorgt, jetzt scheint sie erst einmal vom Tisch zu sein.

Wie die Bürgerinitiative „Lebenswertes Türk-Marzoll“ BGLand24 mitteilte, sei die geplante Abfallsammel- und Sortieranlage in der beantragten Form nicht genehmigungsfähig. Florian Kosatschek vom Landratsamt Berchtesgadener Land bestätigte das auf Anfrage: "Es geht hauptsächlich um die baurechtlichen Probleme."

Der bestehende Bebauungsplan sieht auf dem betreffenden Grundstück ein Gewerbegebiet vor. Der beantragte Schredder- und Brecherbetrieb wurde bisher aber nur in Industriegebieten genehmigt. "Es ist offen, ob der Antragsteller seine Pläne ändert", erklärte Kosatschek. "Eine Ansiedlung von MSP ist nicht absolut unmöglich, bei wesentlichen Antragsänderungen ist allerdings ein neues Verfahren notwendig." Kosatschek geht davon aus, dass zumindest die Öffentlichkeit noch einmal beteiligt werden muss, sollte der Antragsteller Änderungen einreichen.

Für die Bürgerinitiative bedeutet die vorläufige Absage an den Müllentsorger einen Teilerfolg. Sie setzt auch weiterhin auf die Stadt Bad Reichenhall und den Stadtrat. "Ihnen kommt eine entscheidende Funktion zu, ob oder ggf. wie das im Juni 2010 beschlossene Bauleitplanänderungsverfahren weiter verfolgt wird", so der Sprecher der Bürgerinitiative, Manfred Hofmeister. Er rechnet damit, dass bereits in der Julisitzung des Stadtrats dieses brisante Thema möglicherweise erneut auf der Tagesordnung steht.

"Die sich jetzt ergebende Situation ermöglicht es der Stadt, einen Konflikt zwischen der Gewerbefläche und den eng anliegenden Nachbarn mit ihren Wohnhäusern und Ferienwohnungen endlich und endgültig zu lösen", appelliert Hofmeister. "Wegen der besonderen Nähe bietet es sich an, möglichst in Abstimmung mit dem Investor, die fragliche Gewerbefläche in Wohngebietsflächen umzuwandeln. Auf diesem Weg wäre auch für den Investor die Möglichkeit gegeben, sich ohne wirtschaftliche Verluste aus dem Projekt zurück zu ziehen."

Die Bürgerinitiative schlägt außerdem vor, "den Bebauungsplan der unmittelbaren Umgebung der tatsächlichen Nutzung anzupassen. Für diesen Umgebungsbereich sollte das Dorf- und Mischgebiet, bereits Bestandteil der Kurzone, zum Wohngebiet erklärt werden, um künftig die Höchstgrenze des Schalldruckpegels tagsüber von 60 dB(A) auf 55 dB(A) zu reduzieren, was in etwa einer Halbierung der zulässigen Belastung entspricht."

Christine Zigon

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