Jetzt sind die Senioren dran

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Bad Reichenhall - Wir werden immer älter, das weisen mittlerweile viele Statistiker nach. Auch im Berchtesgadener Land wird die Gruppe 60+ immer größer. Ein Grund für den Landkreis, zu reagieren.

"Wir wollen keine Richtlinien oder Gutachten, wie wir mit älteren Menschen umzugehen haben, sondern ein umfassendes, attraktives seniorenpolitisches Gesamtkonzept", eröffnete Landrat Georg Grabner am Donnerstag den ganztägigen Workshop im Landratsamt. "Dazu gehören viele Aspekte", betonte Dieter Kreuz vom Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik, Augsburg (AfA). Er nannte eine integrierte Orts- und Entwicklungsplanung, das Wohnen zu Hause, die Beratung und Information - also die Öffentlichkeitsarbeit, präventive Angebote, bürgerschaftliches Engagement für und von Senioren, Betreuung und Pflege, Unterstützung pflegender Angehöriger, Angebote für besondere Zielgruppen, Kooperation, Koordination und Vernetzung, sowie Hospiz und Palliativversorgung.

Diese Themen sollten im ersten Workshop zur Seniorenpolitik besprochen werden. Ziel des Gesamtkonzeptes ist es, das Berchtesgadener Land seniorengerecht zu gestalten, mit dem Konzept den demographischen Wandel bewältigen zu können und den älteren Menschen im Landkreis ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. "Dabei sind die Versorgungsinfrastruktur, die barrierefreie Umwelt und die Verkehrsinfrastruktur nur ein paar Voraussetzungen, die dafür geschaffen werden sollten", betonte Kreuz.

Grundlage für den Workshop ist eine vorausgegangene Bevölkerungsbefragung. Jeder elfte Einheimische über 60 Jahren wurde angeschrieben. 45 Prozent beantworteten die Fragen. Dabei entstand nicht nur ein Bild aus allen Gemeinden, sondern auch aus allen Altersklassen 60+.

Wichtigste Erkenntnis daraus: die meisten älteren Menschen leben mit ihrem Partner und zu 60 Prozent im Eigenheim. Sie kommen zu mehr als zwei Dritteln alleine noch sehr gut zurecht und wollen nicht aus ihrem Haus oder ihrer Wohnung wegziehen. Während 30 Prozent bereits Hilfe benötigen, leisten 40 % der Befragten anderen Hilfe. Auch das ehrenamtliche Engagement ist unter den älteren Menschen noch sehr verbreitet.

Diese Zahlen brachten den Landrat zu der lächelnden Vorstellung: "die jungen Alten". Und genau darauf zielt das seniorenpolitische Gesamtkonzept. Den älteren Menschen so lange wie möglich ein "normales" Leben ohne Einschränkungen zu ermöglichen. Die Ergebnisse sollen in mehreren Workshops erarbeitet und ausgewertet werden.

red-bgl24/cz

Rubriklistenbild: © dpa

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