Indexfall offenbar Junge aus Berchtesgadener Land

Grenzenloser Corona-Cluster: Quarantäne für Jungschar-Gruppe in Salzburg

Domplatz in Salzburg: Eine Jungschar-Gruppe der Erzdiözese Salzburg verursacht einen vierten, großen Corona-Cluster.
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Eine Jungschar-Gruppe der Erzdiözese Salzburg ist das vierte Corona-Cluster in der Stadt, betroffen sind auch weitere Bezirke sowie das Berchtesgadener Land.

Salzburg - Ein Junge aus dem Berchtesgadener Land gilt als Indexfall für ein Corona-Cluster in Salzburg. Der Junge besuchte ein Ferienlager, von deren Teilnehmern inzwischen 15 Personen infiziert sind, alle 31 Teilnehmer befinden sich derzeit in häuslicher Quarantäne.

Die Stadt Salzburg hat ihren vierten, großen Corona-Cluster. Es handelt sich um eine Jungschar-Gruppe der Erzdiözese Salzburg, die in Großarl auf einer Hütte ein Ferienlager abhielt. Ein Junge aus dem Berchtesgadener Land gilt als Indexfall, also von ihm soll die Infektionskette ausgegangen sein. Er soll bereits mit Grippesymptomen in das Lager gekommen und am zweiten Tag von seiner Mutter abgeholt worden sein. Zwei Tage später lag sein positives Testergebnis vor. Mittlerweile sind 15 der 31 Teilnehmer infiziert.


Die teilnehmenden Kinder waren zwischen 5 und 15 Jahre alt, sie kamen nicht nur aus einer Pfarrei in der Stadt Salzburg sondern auch aus Pfarren im Tennengau (Hallein) und Pongau (St. Johann). „Das Kind aus Bayern war ebenfalls im Ferienlager, weil viele Familien der Ministranten und die Kinder selbst befreundet sind und so auch das Kind in der Jungschargruppe bekannt war“, so der Sprecher der Erzdiözese Salzburg, Kurt Sonneck. Dass das Kind bereits krank zur Abfahrt gekommen sei, dementiert Sonneck: „Es wurde vor der Abfahrt sogar Fieber gemessen und alle Eltern mussten unterschreiben, dass es 14 Tage vor dem Ferienlager keinen Corona-Fall in der Umgebung des Kindes gegeben hat“.

Hygienevorschriften streng eingehalten


Im Ferienlager selbst seien alle Hygienevorschriften streng eingehalten worden: „Zum Beispiel haben bei der Essensausgabe alle Betreuer Handschuhe und einen Mund-Nasen-Schutz getragen“, außerdem sei laufend Fiebergemessen und die Temperaturen dokumentiert worden. Außerhalb des Teilnehmerkreises habe es keine Kontakte gegeben, da die Gruppe in einer Selbstversorger-Unterkunft gewesen sei. Unseren Informationen zufolge seien am zweiten Tag des Jungschar-Lagers, also Mittwoch vergangener Woche, die Symptome beim Jungen aus Bayern allerdings so deutlich geworden dass er von seiner Mutter abgeholt wurde, am Freitag sei dann das positive Ergebnis des Covid-19-Tests im Berchtesgadener Land vorgelegen. Erst dann sei das Ferienlager der Jungschar-Gruppe abgebrochen worden.

Alle Teilnehmer in häuslicher Quarantäne

Mittlerweile sind alle 31 Teilnehmer, also Kinder, Jugendliche und Betreuer, in häuslicher Quarantäne, 15 Personen sind infiziert, darunter auch der Junge aus dem Berchtesgadener Land. In der Stadt sind es derzeit fünf Kinder und zwei Betreuer: „Wir rechnen allerdings mit einer deutlichen Zunahme der Testergebnisse in den nächsten Tagen, insbesondere im familiären Umfeld der Kinder“, so Michael Haybäck von der allgemeinen Bezirksverwaltung der Stadt Salzburg.

In Stadt und Land Salzburg ist die Zahl der Aktiv Infizierten von Samstag auf Sonntag insgesamt um 18 Personen auf derzeit 138 gestiegen. Mit Stand Sonntag, 16.30 Uhr, waren im Bundesland Salzburg 25 Aktiv Infizierte pro 100.000 Einwohner, in der Stadt Salzburg 40 pro 100.000 Einwohner. Das Berchtesgadener Land meldet am Wochenende keine neuen Zahlen, am Freitag, 10 Uhr, waren 6 Personen pro 100.000 Einwohner als Aktiv Infiziert registriert.

Michael Hudelist (PA, Eigenrecherche)

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