Auch Minister besuchten Stallweihnacht

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Birgadegeneral Johann Langenegger im Gespräch mit dem Verteidigungsminister vor der Aufführung

Bad Reichenhall - Hoher Besuch aus ganz Deutschland und der Welt wurde bei der 50. Stallweihnacht empfangen.

Vor ausverkauften Rängen spielten die Musikanten und Darsteller aus dem Berchtesgadener Land in altbewährter Form das Krippenspiel nach. Zuvor begrüßte der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Brigadegeneral Johann Langenegger im Zugstall hochrangigen Besuch aus ganz Deutschland. Dieses Jahr mischten sich neben Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizère und Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer auch der Bayerischer Umweltminister Dr. Marcel Huber, der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ernst-Reinhard Beck und der Vorsitzende des Vorstandes der Agentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise unter die fast 800 Besucher. Ganz besonders hieß der Brigadegeneral den mongolischen Verteidigungsminister (L. Bold) willkommen. „Man könnte meinen, dass heute eine Kabinettssitzung in Bad Reichenhall stattfindet – natürlich aus unterschiedlichen Kabinetten -, wenn man die Einladungsliste betrachtet“, scherzte Langenegger zu Beginn seiner Ansprache.

Vor der Begrüßung informierten sich die aus Wirtschaft und Politik eingeladenen Gäste bei den Soldaten des Einsatz- und Ausbildungszentrums über die Tragtierkompanie und die Hintergründe der Stallweihnacht.

Dem kleinen Philipp Rößner war an diesem Abend nicht bewusst, wer die Stallweihnacht zum Entspannen und zum – im übertragenen Sinne - „Sich-Fallenlassen“ nutzte, wie es Brigadegeneral Johann Langenegger seinen Gästen zu Beginn ans Herz legte. „Papa hat mir gesagt, dass heute der Chef der ganzen Bundeswehr da ist und gezeigt hat er ihn mir auch“, erklärte Philipp aufgeregt. Philipps Vater, der Stabsfeldwebel Uli Rößner, ist seit einigen Jahren für den Auf- und Abbau bei der Stallweihnacht verantwortlich und hat seinen Sohn mittlerweile zum siebten Mal mit dabei.

Brigadegeneral Johann Langenegger freute sich, dass die eigeladenen Gäste, den weiten Weg nach Bad Reichenhall auf sich genommen haben. Schließlich befinde man sich hier „am schönsten Ende Deutschlands“.

Großes Interesse bei den Kindern nach der Kinderstallweihnacht.

Während der Begrüßung erklärte Langenegger den Gästen, dass sich die Gebirgsjägerbrigade 23 die Tragtiere nicht nur für die Stallweihnacht hält. Die Soldaten des Einsatz- und Ausbildungszentrums für Gebirgstragtierwesen sind sowohl im Kosovo als auch in Afghanistan im Einsatz, wo sie bei der Ausbildung der Streitkräfte vor Ort ihre Expertise an den Mann bzw. an das Tier bringen.

Er ergänzte seine Ausführungen mit der nicht ganz ernst gemeinten Feststellung, dass die Gebirgsjägerbrigade 23 mehr Tragtiere habe als die 10. Panzerdivision Kampfpanzer, was die Zuhörer sichtlich erheiterte und zur allgemein guten Stimmung beitrug. Im Anschluss an die Begrüßung begleitete der Brigadegeneral seine Gäste in die Reithalle, wo wenige Minuten später die Musikanten und Darsteller mit dem Krippenspiel begannen. Während der 90-minütigen Vorstellung spielten Musikanten aus der Region, viele davon wirken bereits seit mehreren, einige sogar schon seit über 30 Jahren mit. Maria, die auf einem der Tragtiere zu Beginn der Aufführung in Richtung des Stalles geritten kam, wurde von einer Soldatin gespielt. Früher, als noch keine Soldatinnen im Einsatz- und Ausbildungszentrums dienten, mussten noch zartgliedrige Tragtierführer die Rolle der Gottesmutter übernehmen. Nach einer gelungenen Stallweihnacht schenkten die Gäste den Darstellern und Musikanten minutenlang stehende Ovationen.

Frau Hannelore Kessler aus Ainring war an diesem Abend unter den Zuschauern und zeigte sich nach der Aufführung beeindruckt von der musikalischen Darbietung, aber vor allem von der Leistung der Darsteller. „Ich habe einen ganz anderen Eindruck von den Soldaten gewonnen. Man kann sich ja gar nicht vorstellen, dass die auch so etwas können“.

Stabsfeldwebel Uli Rößner holte seinen Sohn Philipp nach der Veranstaltung wieder aus der ersten Reihe ab. „Nächstes Jahr bin ich auch wieder dabei. Dann setzte ich mich wieder in der ersten Reihe auf die Treppe, da sieht man nämlich am meisten“, sagte Philipp zum Ende der 50. Stallweihnacht.

Der Erfolg dieser Veranstaltung zeigt sich seit vielen Jahren am überregionalen Interesse, an den Gästelisten und an den schnell vergriffenen Eintrittskarten. Hinzu kommt, dass die hochkarätige musikalische Besetzung ohne Gage spielt und die Spenden der Veranstaltung bedürftigen Personen oder gemeinnützigen Einrichtungen in der Region zu Gute kommen. Die Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 trugen dieses Jahr wieder dazu bei, dass der gute Ruf der Reichenhaller Stallweihnacht auch weiterhin weit über das Alpenvorland hinausreicht.

Die Reichenhaller Stallweihnacht wird seit 1962 aufgeführt. Die Inszenierung des Krippenspiels drückt die besondere Stimmung und das Gefühl der Zusammengehörigkeit von Mensch und Tier aus.

Seit Anfang der siebziger Jahre ist die Stallweihnacht auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Aufgrund des zunehmend größer werdenden Interesses wird das Krippenspiel mittlerweile viermal aufgeführt. Bei der Kinderstallweihnacht, einer etwas kürzeren Aufführung, haben die Kinder am Ende noch die Möglichkeit, die beteiligten Tiere aus der Nähe zu betrachten und diese zu streicheln.

Im Laufe der Jahre ergaben sich organisatorische und technische Anpassungen, welche vor allem den Aufbau der Tribüne sowie die Licht- und Tontechnik betrafen. Neben vielen Soldaten und Musikern haben sich auch Sänger und Darsteller aus der heimischen Region um die Reichenhaller Stallweihnacht verdient gemacht. Die Regie führten der Volksmusikbeauftragte des Berchtesgadener Landes Hans Auer sowie Thomas Büchele.

Pressemitteilung Gebirgsjägerbrigade 23

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser