Höchste Zeit für richtige Weichenstellung

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Setzten sich intensiv mit der Verkehrsprognose für Bayern und das Berchtesgadener Land auseinander: Roman Niederberger und Isabella Zuckschwerdt.

Bad Reichenhall - Wie entwickelt sich der Verkehr im Freistaat Bayern und seinen einzelnen Regionen bis zum Jahr 2025? Mit dem Ergebnis einer Studie hat sich die SPD im Berchtesgadener Land auseinandergesetzt.

Im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Verkehr hat die Firma Intraplan Consult GmbH eine Studie erstellt, die vor kurzem der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Der SPD-Kreisverband hat die Studie gemeinsam mit Kommunalpolitikern und Ortsvereinen mit Blick auf das Berchtesgadener Land analysiert und fordert, nun endlich die richtigen Weichenstellungen zur Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene zu treffen.

„Die Prognose geht von positiven Annahmen aus: stetiges Wirtschaftswachstum, ein leichtes Ansteigen der Bevölkerung, aber auch mehr Menschen über 60 Jahre im Freistaat Bayern“, erklärte der SPD-Kreisvorsitzende Roman Niederberger. Diese Entwicklungen bringen aber laut der Studie in Bayern auch ein zusätzliches Verkehrsaufkommen mit sich: 21,8 Prozent mehr Personenverkehr und massive 53,2 Prozent mehr Güterverkehr werden für 2025 erwartet. „Die entscheidende Frage besonders für das Berchtesgadener Land ist: läuft dieser zusätzliche Verkehr über die Schiene oder die Straße? Und: lässt sich zumindest teilweise vermeiden, dass dieser Verkehr durch den Landkreis rollt?“, brachte Roman Niederberger die Problematik auf den Punkt.

Die Verkehrsexperten gehen zwar von einem Ausbau der Autobahn A 8, aber ebenso von dem seit Jahrzehnten geforderten Ausbau der Bahnstrecke München – Mühldorf- Freilassing und dem Bau des Brenner-Basistunnels bis 2025 aus. Die Studie sieht unter diesen Annahmen vor, dass der Personenverkehr im Landkreis drastisch, nämlich um mehr als 40 Prozent ansteigt. Der Anteil des öffentlichen Verkehrs würde laut Prognose dabei bei mit unter 5 Prozent weit unter dem oberbayerischen Durchschnitt bleiben. Beim Güterverkehr sieht die Untersuchung eine deutlich niedrigere Zunahme und einen steigenden Anteil des Schienenverkehrs voraus. Allerdings: „Ohne diese (Bahn-) Ausbaumaßnahmen [Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing und Brenner-Basistunnel] würde das Wachstum stärker im Straßenverkehr stattfinden als hier prognostiziert“, zitierte der SPD-Kreisvorsitzende wörtlich die Studie. Umso wichtiger sei es, dass die Politik rechtzeitig die Weichen stellt und den prognostizierten Entwicklungen nicht hoffnungslos hinterherhinkt.

„Diese Untersuchung ist eine weitere Mahnung für alle, die in unserem Landkreis mit Verkehr zu tun haben, schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen“, führte der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Hans Metzenleitner aus. „Wollen wir nicht in wenigen Jahren in Pkw- und Schwerlastverkehr ertrinken, müssen wir umgehend das dritte Bahngleis zwischen Freilassing und der österreichischen Grenze bauen und unbedingt mit mehr Haltepunkten und kürzeren Fahrtzeiten die Bahnstrecke Freilassing – Berchtesgaden verbessern“, erklärte der Bischofswieser. Auch müsse der Druck auf Berlin von allen Seiten erhöht werden, um die München-Mühldorf-Freilassing-Strecke endlich so auszubauen, dass sie zur Entlastung beiträgt.

Als interessantes Detail der Untersuchung bezeichnete die SPD-Kreisrätin Isabella Zuckschwerdt die Feststellung, dass auch der Fahrradverkehr weiter zunehmen soll. „Ob für die Freizeit, kleinere Einkäufe oder auch den Weg zur Arbeit: die Kommunalpolitik muss mit guten Radwegen die Voraussetzungen für eine solche umweltfreundliche Entwicklung schaffen“, zeigte sie sich überzeugt. Als ziemlich optimistisch sah der SPD-Ortsvorsitzende von Bad Reichenhall Guido Boguslawski die Annahme der Studie an, dass Steigerungen im Kraftstoffpreis durch einen geringeren Verbrauch kompensiert werden. „Mobilität wird in Zukunft immer mehr auch zu seiner sozialen Frage werden. Wir müssen es bei steigenden Energiekosten schaffen, dass auch jenseits der großen Städte Menschen mit geringerem Einkommen mobil bleiben“, fordert er.

Ein Link zu der gesamten, über 160 Seiten langen Studie steht ab sofort auf der Internetseite der SPD Berchtesgadener Land www.spd-bgl.de zur Verfügung.

Pressemitteilung SPD BGL

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