Ein herzliches "Grüß Gott" in 2011

+
"Es gibt keinen besseren, der die Auswirkungen einer Olympiade, gerade für unseren Landkreis, differenziert darstellen kann", kündigte Oberbürgermeister Herbert Lackner Festredner Georg Grabner an.

Bad Reichenhall - "Ein glückliches, friedliches und erfolgreiches Neues Jahr – bleiben Sie vor allen Dingen gesund!" - das wünschten die Verantwortlichen beim Bad Reichenhaller Neujahrsempfang 2011.

Der voll besetzte Saal im Alten Königlichen Kurhaus sei ein beeindruckender Beleg für das vorzügliche Miteinander von Bürgern mit und ohne Uniform in der Garnisonstadt, betonte der stellvertretende Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Oberst Peter Utsch. Zuvor hatte Oberbürgermeister Herbert Lackner die Ehrengäste begrüßt und die größten Projekte der Kurstadt für 2011 hervorgehoben: die Sanierung und Modernisierung des Heimatmuseums, die Fertigstellung des Sport- und Familienbades und den Abschluss der Sanierung der Sporthalle an der Münchner Allee - "Diese gerade gezeigten Projekte sollen heute stellvertretend dafür stehen, dass wir mit Optimismus und Tatkraft ins Jahr 2011 gehen", so Lackner.

Wie sieht die Zukunft des Standortes Bad Reichenhall aus?

Vorsichtig, aber optimistisch schauen die Gebirgsjäger ins Jahr 2011. Noch befinden sich etwa 90 Soldaten Bad Reichenhaller Soldaten in Afghanistan im Einsatz. "Wir hoffen, dass sie bis Mitte April gesund hier in ihre Heimat zurückkehren", so Utsch. Aber nicht nur der Auslandseinsatz belastet die Gebirgsjägerbrigade. Auch die Zukunft des Standortes Bad Reichenhall ist noch unklar. "Ein neues Truppen- und Stationierungskonzept wird zur Zeit erarbeitet. Bis voraussichtlich Mitte 2011 wird es keine grundsätzlichen Standortentscheidungen geben. Ich gehe davon aus, dass man dann Verbindliches über zukünftige Standorte und Verbände wissen wird", erklärte der Oberst die derzeitige Situation. "Lassen Sie mich heute Abend nur soviel sagen: Gebirgstruppe hat sich im Kampf gegen den internationalen Terrorismus bewährt, Gebirgstruppe wird für die Auseinandersetzung der Staatengemeinschaft mit dem weltweit agierenden Terrorismus auch künftig gebraucht. Damit dürfte es um die Chancen, diese im Deutschen einzigartige Brigade und mit ihr die Truppenteile und Standorte auch in der neuen Struktur zu erhalten, gar nicht so schlecht bestellt sein."

Neujahrsempfang in Bad Reichenhall

Olympia 2018 - Chance oder Riskio

Wie es um die Olympiabewerbung Münchens, Garmisch-Partenkirchens und Königssees für die Winterspiele 2018 bestellt ist, versuchte Landrat Georg Grabner dann zu erklären. "Ich kenne in der ganzen Bewerbung nur eine Persönlichkeit, die einerseits maßgeblicher politischer Mandatsträger ist und andererseits jahrzehntelanger erfolgreicher Sportfunktionär", kündigte Lackner den Festredner an. "Daher gibt es keinen besseren, der die Auswirkungen einer Olympiade, gerade für unseren Landkreis, differenziert darstellen kann."

"Man erlebt bei den Wettkämpfen natürlich Patriotismus, aber nicht Nationalismus und Ausgrenzung!" konnte Grabner aus eigener Erfahrung berichten.

Den kritischen Fragen nach der Kommerzialisierung der Spiele oder dem Kampf gegen Doping, müsse man sich stellen, gab der Landrat zu Beginn seiner Rede zu. Und auch der Tatsache, dass an den Vorgaben des Internationalen Olympischen Komitees nichts zu rütteln ist. "Die Bedingungen haben alle bisherigen Austragungsorte und Bewerber akzeptiert. (...) Wenn man das nicht will, sollte man sich gar nicht erst bewerben."

"Ein Problem habe ich, wenn mit unredlichen Argumenten gearbeitet wird, wenn Fakten ignoriert werden", ging Grabner auf die Gegner ein. Er vertrete den Landkreis und könne nicht akzeptieren, dass einzelne Gruppierungen behaupten, sie würden die Mehrheit vertreten. Denn der Stadtrat in München, der Gemeinderat in Garmisch-Partenkirchen und der Kreistag im Berchtesgadener Land hätten der Bewerbung mit überwältigender Mehrheit zugestimmt. Außerdem würden von vielen Verbänden und Organisationen unterstützt. 3,5 Milliarden Fernsehzuschauer bei Olympischen Winterspielen sprächen noch dazu für sich. "Man erlebt bei den Wettkämpfen natürlich Patriotismus, aber nicht Nationalismus und Ausgrenzung!"

Die Vorteile für die Region legen auf der Hand, so Grabner weiter. Nicht nur, dass das Berchtesgadener Land sich als weltoffene, sympathische, moderne leistungsfähige und natur- sowie umweltfreundliche Region darstellen könnte. Auch "notwendige, zum Teil lange geforderte Projekte werden schneller bzw. überhaupt erst angepackt und umgesetzt". Projekte beispielsweise in den Bereichen Bahn, Straßenbau, Hotel und Tourismus. "Das Berchtesgadener Land könnte sich aber nicht nur als Urlaubs- und Sportregion präsentieren, sondern auch als innovativer, attraktiver Wirtschaftsstandort in der Region Salzburg", schloss der Landrat. "Ohne finanzielles Risiko."

Christine Zigon

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser