Haus der Jugend: Grobterminplan bis März

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Seit 1. Januar wird das Haus der Jugend in Bad Reichenhall von der Jonathan Jugendhilfe betrieben. In Sachen Sanierung besteht bisher lediglich ein Grundsatzbeschluss des Stadtrates.

Bad Reichenhall - Fast unscheinbar wirkte der Antrag der Grünen im Bad Reichenhaller Stadtrat - 'detaillierte Bestandsaufnahme mit Bauzeitenplan für die Sanierung des Haus der Jugend'.

"Die Sanierung des Haus der Jugend gehört endlich angepackt", forderte Fraktionssprecher Michael Nürbauer. "Stadträte aus allen Fraktionen haben im Haus der Jugend Dienst gemacht, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Wir haben ein Recht zu erfahren, wie es mit der Sanierung weitergeht."

In diesem Punkt stimmten Nürbauer auch alle Stadträte zu. Trotzdem sollte eine emotionale Diskussion losbrechen. "Wir können von der Stadtverwaltung keine Bauzeitenplanung fordern, da wir vorher beschließen müssen, was saniert werden muss und wann wie viel gezahlt werden muss", versuchte Gerhard Fuchs von der FWG gleich zu Beginn eine Begriffsklärung. "Der Bauzeitenplan dient der Koordination und Kontrolle aller verschiedenen (beruflichen/gewerblichen) Tätigkeiten (Gewerke) zur Erreichung eines geordneten, weitestgehend reibungslosen Arbeitens, mit dem Ziel, den vorgesehenen Fertigstellungstermin eines Bauprojektes zu sichern", heißt es bei Wikipedia. So genau muss der Stadtrat aber wahrscheinlich nicht wissen, wann welches Fahrzeug und welche Firma auf der Baustelle Haus der Jugend sind. Außerdem kann die Stadt nur nach Auftrag des Stadtrates handeln.

FWG-Stadtrat Werner Huber brachte es auf den Punkt: "Es muss eine Bestandsaufnahme her, dann können wir die genaue Sanierung und die genauen Kosten beschließen und dann gibt es einen genauen Bauzeitenplan." Die Grünen fordern aber in verschiedener Hinsicht genaue Aussagen wie beispielsweise, 'wann ist der Saal benutzbar?'. "Immerhin wollte die Jonathan Jugendhilfe als Betreiber im Vertrag stehen haben, dass die Stadt dafür Sorge trägt, das der Saal zum 31.12. benutzbar ist. Die Stadt habe daraufhin lediglich eine Absichtserklärung abgegeben."

Sebastian Renoth von der CSU gab zu bedenken: "Wir sollten jetzt nicht im übereilenden Gehorsam gegenüber Jonathan handeln, sonst müssen wir hinterher nachbessern, da wir uns die Bausubstanz nicht anständig angeschaut haben." Ähnlich sei es bei der Hauptschule gewesen, als Stadtbaumeister Thomas Knaus immer wieder erklären musste, warum diese Arbeiten jetzt mehr kosten.

Der genannte mischte sich dann in die Diskussion ein: "Wir sind derzeit dabei, das Aufmaß und die Bestandsaufnahme zu machen - inklusive Bauöffnungen. Das Nutzungs- und Raumkonzept muss noch abgestimmt werden. Dazu gibt es in den kommenden Tagen einen Termin. Bevor das nicht erledigt ist, kann ich keine genaue Aussage machen, sie würden die Katze im Sack kaufen." Knaus betonte auch noch, dass der von den Grünen geforderte 28. Februar für eine Bestandsaufnahme und einen Bauzeitenplan nicht haltbar sein. "Momentan wird Schritt für Schritt abgearbeitet."

Beschwichtigend versuchte Fritz Grübl von der FWG einen späteren Termin, den 30. April, vorzuschlagen. "Ich will dass sich was bewegt", blieb Nürbauer anfangs stur. "Jetzt mach ma aus dem Bauzeitenplan einen groben Bauzeitenplan und dann schau ma, was ma machen können", schlug Oberbürgermeister Herbert Lackner vor. Darauf ließen sich die Grünen letztlich ein und verlängerten die Frist noch bis zur März-Sitzung des Stadtrates. Dem stimmten bis auf sechs Stadträte alle zu. Demnach soll es in der öffentlichen März-Sitzung des Stadtrates eine Bestandsaufnahme und einen groben Bauzeitenplan für die Sanierung Haus der Jugend geben.

Christine Zigon

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