"Jetzt brauchen sie Geld, damit..."

Hans Söllner muss nach Verstoß gegen Corona-Regeln blechen

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Der bayerische Liedermacher Hans Söllner muss ein Verwarngeld zahlen.

Bad Reichenhall - Seit 21. März gilt in Bayern aufgrund der Corona-Pandemie eine Ausgangsbeschränkung. Des Weiteren wurden zahlreiche Maßnahmen und Gebote verordnet, um Neuinfektionen zu vermeiden. Hans Söllner hält nicht alle Einschränkungen für sinnvoll - dies hat ihm nun ein Verwarnungsgeld eingebrockt. 

Der Musiker und Liedermacher Hans Söllner ist für seine deutlichen Worte und manchmal unkonventionellen Einstellungen bekannt - auch in Bezug auf die Corona-Krise. Auf Facebook legt er seine Gedanken offen dar und kritisiert Politiker, wie zum Beispiel Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und dessen Entscheidungen scharf. 


Nun ist er aber nach Ansicht des Landratsamtes Berchtesgadener Land mit einem Beitrag vom 17. März 2020 zu weit gegangen und hat einen Ordnungswidrigkeitenbescheid erhalten. 

Söllner fordert Follower auf, alte und kranke Angehörige im Krankenhaus zu besuchen

Laut dem Landratsamt Berchtesgaden habe Söllner am 17. März seine Follower auf Facebook dazu aufgerufen, alte und kranke Angehörige, sowie Kinder und Schwestern in den Krankenhäusern zu besuchen, obwohl dies nach Inkrafttreten der Allgemeinverfügung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege am 13. März verboten ist. (Für die Redaktion war der entsprechende Facebook-Beitrag nicht mehr abrufbar


Wörtlich schreibt das Landratsamt: "Sie führten aus, dass diese Personen sich nicht im Stich gelassen fühlen sollen. Das Pflegepersonal ersetzt nicht die Angehörigen. Man könnte auch an Einsamkeit sterben." Hans Söllner hatte am Donnerstag, 23. April, den Brief selbst auf Facebook veröffentlicht. 

Nun ist der bayerische Liedermacher dazu angehalten, ein Verwarnungsgeld in Höhe von 50 Euro zu bezahlen. Denn "wer entgegen §116 OWG öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften, Ton-oder Bildträgern, Datenspeichern, Abbildungen oder Darstellungen zu einer mit Geldbuße bedrohten Handlung auffordert" begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Verwarngeld statt bis zu 150 Euro Bußgeld

Das Landratsamt Berchtesgadener Land erklärte auf Anfrage von BGLand24.de, dass es sich im Falle von Hans Söllner um ein Verwarnungsgeld handle und nicht um ein Bußgeld, da es "nicht zur Tatvollendung" kam. Die entsprechenden Bußgeldbeträge würden bei 75 bis 150 Euro liegen, erklärte ein Pressesprecher. Das Verwarnungsgeld eben mit 50 Euro darunter. 

Hans Söllner hält das für reine Schikane. Das Bild von dem Brief des Landratsamtes kommentiert er mit den Worten: "Jetzt brauchen sie Geld, damit sich Söder seine 5000 Beamten in den Gesundheitsämtern , die er zusätzlich einstellt, leisten kann. Schlimm genug, dass sie nicht 5000 Leute zusätzlich einstellen für Altersheime als Pflegekräfte. Aber bitte. Natürlich. Ist ja für einen guten Zweck." Über 630 Kommentare gibt es bereits unter dem Facebook-Post, über 300 Mal wurde er geteilt.

mz

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