Handschellen klickten für Krankenhausdiebe

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Bad Reichenhall - Wie die Polizei jetzt erst bekannt gab, konnte ein lang gesuchtes Diebespaar im Alter von 72 und 70 Jahren identifiziert und am 25. März in Tirol festgenommen werden.

Das Südtiroler Ehepaar steht im Verdacht, mindestens seit dem Jahr 2000 gewerbsmäßig Diebstähle durch Einschleichen in Krankenhäuser und private Kliniken in ganz Österreich sowie in Deutschland und der Schweiz begangen zu haben. Dem Landeskriminalamt Tirol gelang nach umfangreichen Ermittlungen in Zusammenarbeit mit Polizeidienststellen in Deutschland, Italien und der Schweiz dieser beachtliche Fahndungserfolg.

Ab dem Jahr 2004 wurden in Deutschland erstmals Straftaten bekannt, die dann später dem Ehepaar zugeordnet werden konnten. Derzeit sind 48 Fälle mit einem Schaden von etwa 40.000 Euro bekannt. Davon fallen 30.000 Euro auf über 100 Barabhebungen und Einkäufe. Zudem wurde ermittelt, dass weitere vierzigmal versucht wurde, mit den Karten Bargeld zu erlangen. Dies scheiterte teilweise, da die Karten gesperrt worden waren. In Österreich konnte das Ehepaar mit insgesamt 67 Straftaten belastet werden.

Die Schadenshöhe beträgt dort derzeit etwa 106.000 Euro, wovon etwa 85.000 Euro allein auf missbräuchliche Verwendung von gestohlenen Bankomat- und Kreditkarten entfallen. In der Schweiz werden dem Ehepaar etwa 10 Fälle mit unbekannter Schadenshöhe zugeordnet. Bei der Durchsuchung ihres Wohnhauses durch die italienische Polizei in Bozen wurden insgesamt etwa 1.600 Schmuckstücke und andere Gegenstände sichergestellt. Diese Sachen wurden über die Internetplattform des Bundeskriminalamtes Wien unter „Fahndungen“ eingestellt. Deren Wert ist derzeit noch nicht bekannt.

In Deutschland wird ein Sammelverfahren bei der Staatsanwaltschaft Traunstein geführt. Für die polizeiliche Sachbearbeitung ist die Polizeiinspektion Bad Reichenhall, Telefon 08651/9700, zuständig. Mögliche Geschädigte von Diebstählen in Krankenhäusern und Kliniken werden ersucht, unter dem Internetlink www.bmi.gv.at/fahndung Einsicht in die Auflistung der sichergestellten Schmuckstücke zu nehmen. Geschädigte, die fündig geworden sind, werden gebeten, sich unter Eigentumsnachweis bei ihrer zuständigen Polizei zu melden.

Rubriklistenbild: © dpa

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