Speicherkraftwerk: "Vorurteilsfreie Prüfung"

Schneizlreuth - Nach Ansicht des Kreisvorsitzenden Dr. Bernhard Zimmer sollte die Idee zum Bau eines Pumpspeicherkraftwerkes gründlich, aber vorurteilsfrei geprüft werden.

Nach Ansicht des Grünen-Kreisvorsitzenden Dr. Bernhard Zimmer sollte die Idee, oberhalb des Saalachsees ein Pumpspeicherkraftwerk zu errichten, gründlich, aber vorurteilsfrei geprüft werden. Auf einer Kreisvorstandssitzung erläuterte Zimmer, dass die Energiewende mit dem geplanten Umstieg auf erneuerbare Energien zahlreiche Umwälzungen im Bereich der Energieinfrastruktur nach sich ziehen werde.

Weil die erneuerbaren Energien in ihrem Angebot größeren Schwankungen unterworfen wären als die herkömmlichen Energieerzeugungsarten, müsse auch in Speicherkapazitäten investiert werden. Und da spiele der Einsatz von Pumpspeicherkraftwerken eine wichtige Rolle. Ohne eine Erweiterung der Energiespeicherkapazitäten werde die Energiewende nicht gelingen, so Dr. Zimmer. Freilich müsse jedes einzelne Projekt hinsichtlich seiner Auswirkungen auf die Umwelt sorgfältig geprüft werden. Einen "Persilschein" für jede Anlage könne es aus Sicht des Grünen-Kreisverbandes nicht geben. Sorgfältig geprüft werden müssten auch alle Details der vorgestellten Konzepte. So müsse beispielsweise beim vorgesehenen Projekt gründlich untersucht werden, ob die Solequellen der Stadt Bad Reichenhall auch wirklich nicht in Mitleidenschaft gezogen würden.

Ein weiterer Teilaspekt sie die Frage des Abtransportes des Aushubmaterials. Hier müssten nach Meinung Zimmers Alternativen zum Transport mittels LKW's untersucht werden. Er denke beispielsweise an die Errichtung einer nach Gebrauch wieder demontierbaren Materialseilbahn zum Abtransport des Aushubmaterials vom geplanten Oberbecken am Poschberg. Beispielhaft ist für Zimmer die sehr frühzeitige Einbeziehung der Öffentlichkeit in das Verfahren. Dem pflichtete Kreisvorstandsmitglied Edwin Hertlein uneingeschränkt bei. Bei diesem Projekte würden von Anfang an alle wichtigen Fakten auf den Tisch gelegt, so der Grünen-Kreisrat und Teisendorfer Marktgemeinderat. So sei von Anfang an der Investor bekannt. Auch der Verfahrensweg sei von Anfang an klar. Und auch negative Aspekte würden klar benannt. Ein ähnliches Vorgehen hätte er sich auch beim Thema Containerterminal in Teisendorf gewünscht.

Dass ein Pumpspeicherkraftwerk oberhalb des Saalachsee nicht ohne Eingriffe in das Landschaftsbild gebaut werden könne, sei klar. Auch die erneuerbaren Energien seien nicht ohne negative Auswirkungen auf Natur und Umwelt "ins Werk zu setzen". Allerdings müsse man deren negative Auswirkungen ins Verhältnis setzen zu den negativen Auswirkungen der Atomenergie und der fossilen Energieträger.

Pressemitteilung Die Grünen - Kreisverband Berchtesgadener Land

Rubriklistenbild: © dpa

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