Dürfen wir am Fluss grillen? "Ein heißes Eisen"

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Landkreis - Endlich haben wir das Wetter, das wir wollten: Es treibt uns ans Wasser und grillen macht ohnehin Spaß - doch ist beides rechtlich überhaupt vereinbar?

Was gibt's Schöneres? An warmen Sommerabenden bei über 20 Grad an einem unserer kühlen Gebirgsflüsse zusammenzusitzen, ein Tragerl Bier im Wasser und nebenbei die Würstl auf den Grill legen oder ins Feuer halten. Genau das lockt jeden Sommer viele an Saalach, Traun oder Inn. Doch: Ist der Spaß überhaupt erlaubt?

Wie weit geht der "Gemeingebrauch"?

"Das ist ein ganz heißes Eisen", fasst es Reinhard Prokoph zusammen. Der Abteilungsleiter für das Berchtesgadener Land im Wasserwirtschaftsamt weiß, dass das Thema eine heikle Sache ist. Sein Amt ist rechtlich der Grundstückseigentümer an den Flüssen und auch von jenen Stellen an den Seen, die nicht in Privatbesitz sind. "Das Betreten der Grundstücke ist nur für den Gemeingebrauch zulässig. Wenn man dort grillt, geht das genau genommen über den Gemeingebrauch hinaus in Richtung Sondernutzung", so Prokoph im Gespräch mit BGLand24.de. 

Soweit, so schlecht, könnte man nun meinen. In der Praxis wird aber meist ein Auge zugedrückt: "Wenn jemand beispielsweise nur mit einer Aluschale grillt wird niemand etwas sagen. Aber wenn da der halbe Wald angezündet wird, geht das natürlich nicht", so Prokoph. Doch das eigentliche Problem: Wer soll das ganze überwachen? Als Eigentümer müsste das Wasserwirtschaftsamt selbst ein Auge darauf haben - "aber das können wir nicht wirklich".

Wer soll die Schuldigen ausforschen?

Trotzdem hagelt es in der Behörde regelmäßig Beschwerden von Anwohnern. Egal, ob es nun um den Lärm oder den Müll geht - zuständig ist das Wasserwirtschaftsamt: "Aber wenn da jemand nachts feiert können wir kaum nachforschen, wer das gewesen ist." Auf der sicheren Seite sollte sich deshalb aber niemand fühlen. Denn die öffentliche Sicherheit und Ordnung ist ohnehin auch Sache von Polizei und Ordnungsämtern: "Natürlich dürfen die auch kontrollieren", so Reinhard Prokoph. Und in manchen Städten, wie in Traunstein, könne es vorkommen, dass man sich vorher bei der Stadt eine Genehmigung fürs Grillen am Wasser holen muss.

Problem seien vor allem größere Feuer oder Partys an den Flüssen, die ausarten. Doch ansonsten scheint man beim Wasserwirtschaftsamt der Sache halbwegs tolerant gegenüberzustehen: "Wenn man hart sein will könnte man's komplett verbieten, aber man soll Gewässer und Natur ja auch genießen können".

xe

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