Gemeinsam in die Zukunft

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Freuen sich über die „einmalige“ Kooperation (v. l.): Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp, Nationalpark-Chef Dr. Michael Vogel, Marktschellenbergs Bürgermeister Franz Halmich, Ramsaus Gemeindechef Herbert Gschossmann, Bürgermeister von Schönau am Königssee, Stefan Kurz sowie Bischofswiesens Gemeindevorsteher Toni Altkofer.

Landkreis - Die Talkessel-Gemeinden haben mit dem Nationalpark ein Kooperationsabkommen geschlossen. Gemeinsam will man einen Flächennutzungsplan erstellen - und dabei Geld sparen.

In welche Richtung entwickeln sich die fünf Talkessel-Gemeinden? Welche strategische Ausrichtung verfolgen sie? Gemeinsam mit dem Nationalpark Berchtesgaden unterzeichneten nun die Bürgermeister von Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau und Schönau am Königssee einen Kooperationsvertrag. In diesem möchten die Beteiligten gemeinsam Landschaftsrahmenplan und Flächennutzungspläne ausarbeiten. 2014 will man damit fertig sein. „Die Zusammenarbeit ist einmalig“, sagte Schönau am Königssees Gemeindechef Stefan Kurz. Die Gemeinden wollen dadurch insgesamt bis zu 800.000 Euro einsparen. Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp: „Jede Gemeinde bleibt Träger der eigenen Planungshoheit.“

„In der Nationalpark-Verordnung steht, dass wir einen Landschaftsrahmenplan benötigen“, sagte Nationalpark-Chef Dr. Michael Vogel. Allerdings sei das Unterfangen bislang nicht in Angriff genommen und in die Tat umgesetzt worden. Den Nationalpark gibt es seit 1978. Und weil es an der Zeit sei, dass auch die Gemeinden des Berchtesgadener Talkessels in Richtung Zukunft blicken, sei eine Zusammenarbeit naheliegend gewesen. Die Idee dazu hatte Berchtesgadens Bürgermeister Rasp vor drei Jahren. Der hatte den Einfall, eine Kooperation könne nur von Vorteil sein. Seine Kollegen waren vom Vorhaben schnell überzeugt, wie Stefan Kurz bestätigte. Vom finanziellen Aspekt her bis hin zum Zeitplan, der nun festgelegt wurde und der auch eingehalten werden müsse. Schon im Jahr 2014 soll die Kooperation abgeschlossen sein, Landschaftsrahmenplan und Flächennutzungspläne feststehen. „Für den Nationalpark wäre die immer wieder nach hinten verschobene Pflichtaufgabe endlich erfüllt“, so Vogel. Die gemeindliche Pflichtaufgabe, einen Flächennutzungsplan zu erstellen und damit die „strategische Entwicklung der nächsten 20 Jahre“ festzulegen (Rasp), würde in der Zusammenarbeit effektiver erfolgen.

„Im Vorgehen werden wir uns abstimmen“, sagte Rasp, die resultierenden „Synergieeffekte“ seien groß. Sich Gedanken zu machen, in welche Richtung die einzelnen Gemeinden gehen möchten, wo in Zukunft gebaut werden könnte und wo etwa von Lawinen gefährdete Bereiche liegen – all das würde nun gemeinsam ausgearbeitet. „Ein gutes Beispiel ist das Thema Regionalstadtbahn, deren künftige Trasse alle Gemeinden betrifft und eine Vielzahl an Abstimmungen erfordert", so Schönau am Königssees Bürgermeister Stefan Kurz. Mit dem Fahrplan ist er zufrieden: „Die Gemeinden verpflichten sich, die Pläne bis 2014 fertigzustellen und an den Nationalpark zu übergeben.“ Auch Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschossmann zeigt sich optimistisch, Zielkonflikte in den nächsten beiden Jahren ausräumen zu können. Gemeindechef Rasp sagte, dass die „Planungshoheit“ erhalten bleibe. „Das ist uns sehr wichtig, dass wir in dieser Hinsicht eigenständig bleiben und der Nationalpark dazu nichts sagen kann.“ Marktschellenbergs

Bürgermeister Halmich sagt: „Das ist eine Pflichtaufgabe, der wir nachkommen werden.“ In finanzieller Hinsicht soll die Kooperation von großem Vorteil sein. 400.000 Euro können eingespart werden, rechnet Rasp vor. Hinzu kommen weitere 400.000 Euro als interne Einsparungen, die ansonsten angefallen wären.

kp

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