Gebündelte Alkoholprävention im Internet

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Marco Balonier (r.), Ursula Kühler (m.) und August Heidl (Zweiter von links) haben zusammen mit dem Suchtarbeitskreis die Mappe "Alkoholprävention" erstellt.

Berchtesgadener Land - "Es vergeht kein Wochenende an dem danach nicht in der Zeitung steht: 12-Jährige sturzbetrunken, 15-Jähriger erleidet Alkoholvergiftung", für Landrat Georg Grabner Grund zu handeln.

Genauer gesagt haben Marco Balonier von der Caritas Fachambulanz, August Heidl vom Amt für Kinder, Jugend und Familie sowie Ursula Kühler vom Gesundheitsamt das Projekt www.praevention-bgl.de umgesetzt. Auf dieser Homepage sind ab sofort sämtliche Präventionsangebote für die Bereiche Sucht, Gewalt und Sexualität gebündelt aufgeführt. Außerdem findet der Besucher dort die "Mappe Alkoholprävention". Darin sind neben den Auswirkungen von Alkohol auf Jugendliche auch rechtliche Grundlagen aufgeführt, die vor allem für Gemeinden, Vereine und Schulen interessant sein werden.

Den Verantwortlichen ist durchaus bewußt, dass das nur ein Schritt ist, aber ein wichtiger Schritt. "Prävention ist eine gesamt gesellschaftliche Aufgabe", betont Balonier. Deshalb gibt es im Internet neben den Präventionsangeboten auch für Schulen, Vereine, Eltern, Gemeinden und Veranstalter extra Hinweise auf Präventionsangebote, Hilfe und ähnliches.

"Wir - das Landratsamt - schrecken nämlich nicht davor zurück, drastische Geldstrafen auszusprechen, wenn das Jugendschutzgesetz nicht eingehalten wird", betont Georg Grabner. Und er appelliert auch an die Jugendlichen: "Wenn sie im jugendlichen Alter Probleme mit Alkohol oder Drogen haben, wird das dem Landratsamt gemeldet und dann könnten sie Schwierigkeiten bekommen, wenn sie einen Führerschein wollen."

Mit solchen Ankündigungen will der Landrat die Jugendlichen aufrütteln. "Wir dürfen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auf die Jugendlichen zugehen. Wir müssen ihnen zeigen, dass es uns um sie geht." Natürlich müssen vor allem die Eltern in die Verantwortung genommen werden. Mit der neuen Homepage haben sie jetzt die Möglichkeit, sich im Internet genau zu informieren, was es für Präventionsangebote gibt und wie die rechtliche Grundlage aussieht. Gleichzeitig stehen Marco Balonier und August Heidl für Fragen jederzeit zur Verfügung.

Die Beiden werden auch eine Schulung abhalten: "Die Rolle des Jugendschutzbeauftragten" und eben genau die über ihre Rechte und Pflichten aufklären. Die Ressonanz auf diese Schulung ist groß. "Wir haben bereits 15 bis 20 Anmeldungen", erzählt Marco Balonier. "Vor allem das Interesse der Vereine ist groß."

Mit großem Interesse wurde auch das bundesweite Programm "HaLT" aufgenommen. Dabei werden neben dem proaktiven Teil - den die neue Internetseite abdeckt - im reaktiven Teil geschulte Mitarbeiter direkt in die Krankenhäuser gehen. Sie werden von dem Krankenhaus informiert, wenn ein Jugendlicher betrunken eingeliefert wird. Dann klären sie diesen vor Ort über Präventionsmöglichkeiten direkt auf und suchen auch mit den Eltern das Gespräch. Sie arbeiten ähnlich wie ein Kriseninterventionsteam und setzen sofort mit der Prävention an. "Das Projekt befindet sich im Berchtesgadener Land noch im Aufbau", betont Karl-Werner Tilling vom Gesundheitsamt. " Es soll aber bald einen richtigen Bereitschaftsdienst geben."

red-bgl24/cz

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