„München 2022“: Wirtschaftswunder für das Berchtesgadener Land?

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Berchtesgadener Land - Der Grünen-Kreisvorsitzende im Berchtesgadener Land, Bernhard Zimmer, fordert ein klares Nein zu Olympia 2022 in der Region. So seine Begründung:

"Manche nennen es eine „Jahrhundertchance“ und erhoffen sich den lang ersehnten wirtschaftlichen Aufschwung für das Berchtesgadener Land. Umfangreiche Investitionen werden getätigt und die gesamte Handwerkerschaft wird profitieren. Eine Qualitätsoffensive wird ausgelöst, Gasthäuser, Pensionen und Hotels werden saniert, etliche neue Hotels in der vier und fünf Sterne Kategorie sollen kommen. Verkehrsprojekte, die schon lange im vordringlichen Bedarf eingestuft sind und jahrzehntelang vor sich hindümpeln, wie beispielsweise der Bahnausbau „München-Mühldorf-Freilassing“ werden plötzlich realisiert. Natürlich werden auch alle unsere maroden Bahnhöfe nicht nur saniert sondern gleich noch barrierefrei gestaltet. Das klingt wunderbar, „München 2022“ das Wirtschaftswunder für unseren Landkreis, das Berchtesgadener Land. Doch was steht drin im Konzept? Mit was werben derzeit die Befürworter auf ihren Veranstaltungen?

Alle Sportanlagen sind bereits vorhanden, wir könnten schon morgen loslegen. Die Hotelkapazitäten sind heute schon ausreichend vorhanden, kein Vermieter muss Angst vor zusätzlicher Konkurrenz haben und neue Straßen brauchen wir natürlich sowieso keine, alles ist Bestens. Der Bahnausbau ist nötig, steht aber so nicht im Konzept, sondern wir hoffen auch zusätzlich Finanzierung durch Land und Bund.

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Von „maximaler Werbung für die gesamte Region“ spricht ein Hotelier aus Berchtesgaden am Rande einer Tagung in Saalbach-Hinterglemm (Österreich) und ein Vertreter der Wirtschaftskammer Salzburg freut sich, weil in Salzburg im Februar immer „Saure Gurken-Zeit“ ist und freie Bettenkapazitäten vorhanden sind.

„Olympia 2022, das ist 3-4 Wochen Hollywood vom Feinsten“ versprach Paul Breitner auf der Veranstaltung in Freilassing und zwei Wochen der „Party“ werden auf der „Medal Plaza“ in Bad Reichenhall stattfinden. Endlich hat die Stadt eine Perspektive. Lob an den Landrat, denn er hat das lang ersehnte Wunder ausgehandelt. Ich möchte an dieser Stelle das Buch von Sina Trinkwalder, einer erfolgreichen Unternehmerin aus Augsburg empfehlen: „Wunder muss man selber machen“. Nachhaltige Entwicklung braucht eine Vision, eine Strategie und konsequentes Handeln. Die BGLT, unsere Tourismusgesellschaft, möchte mit Olympia 2022 den Wintertourismus stärken, wie sie das machen will bleibt wo ein gut gehütetes Geheimnis, denn es sind im Konzept keinerlei neue Angebote geplant. Das ist ja gerade das ökologische am Konzept. Nachhaltige Entwicklung durch Aufbau und Abriss von Sportanlagen, wie beispielsweise einer Eisschnellaufhalle in München, weil man in Inzell in einer der modernsten und international anerkannten Eishalle das Medienzentrum einrichtet. Sieht so eine nachhaltiges Konzept aus?

Wunder muss man halt doch selber machen, fangen wir am Besten gleich am 10.11. an und stimmen mit „NEIN“."

Das IOC kassiert und der Bürger bezahlt's ?

Um das 'Nein' für Olympia 2022 klar zu argumentieren und die Bürger davon zu überzeugen lädt das Bündnis NOlympia am Dienstag um 19.30 Uhr ins Rathaus Freilassing.

Was unterscheidet die sechste Bewerbung um die olympischen Spiele an der der Landkreis Berchtesgadener Land von den bereits fünf Erfolglosen?

  • Gisela Sengl, Mitglied des Bayerischen Landtages, bringt Grüße aus den anderen betroffenen Regionen
  • Willi Rehberg aus Salzburg, hat die Bewerbungen Salzburg um die Winterspiele 2006, 2010, und 2014 kritisch begleitet. Er berichtet jetzt aktuell, wie es dem IOC gelungen ist, seit 2001 2,9 Milliarden Dollar auf seinen Konten anzuhäufen, während andererseits die Steuerzahler in den Austragungsorten im gleichen Zeitraum gut das Fünffache (!) für die Durchführung der Spiele ( Athen, Turin, Vancouver, London usw.) zahlen mussten.
  • Edwin Hertlein, Kreisrat BGL berichtet über die Täuschungen und Enttäuschungen aus fast 30 Jahren Olympiabewerbungen Berchtesgaden

Pressemitteilung Grüne BGL

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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