Weg frei für Thermenhotel - vorerst!

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Neben der Rupertus Therme soll ein Thermenhotel mit unterirdischem Bademantel-Gang entstehen.

Bad Reichenhall - Ein "4-Sterne-Superior"-Hotel mit 86 Zimmer und fünf Stockwerken sowie ein Parkhaus, das plant ein Investor auf dem Parkplatz der Rupertus Therme - doch wer ist der Investor?

Eine Frage, die am Dienstagabend im Stadtrat für Ärger sorgte. Grundsätzlich sprach sich das Gremium für ein Thermenhotel und eine Parkgarage an dem Standort aus. Doch das Prozedere, wie es dazu kam, stieß manchen Stadtratsmitgliedern sauer auf.

"Mein erster Gedanke war, was bildet sich der Herr Sasse (Dirk Sasse, Geschäftsführer der Rupertus Therme, Anm. d. Red.) eigentlich ein", gab Friedrich Hötzendorfer von der FWG zu Beginn der Diskussion zu. "Dann ist mir aber klar geworden, wir entscheiden hier über Baurecht, deshalb stimmt die FWG mehrheitlich zu, aber bei allen weiteren Beschlüssen müssen 'Ross und Reiter' genannt werden." Dem stimmte Oberbürgermeister Herbert Lackner zu und gab zu bedenken, dass bei allen weiteren Planungsschritten der Investor sowieso mit am Tisch sitzen müsse.

Ein Kompromiss mit dem FWG-Stadtrat Gerhard Fuchs nicht leben kann: "Ich stimme aus Protest gegen das Prozedere nicht zu. Es missfällt mir massiv." Das sah sein Parteikollege Fritz Grübl genauso. Er ereifferte sich außerdem über die Geheimhaltungspflicht als Stadtrat, während Sasse den Salzburger Nachrichten bereits einige Informationen gegeben habe.

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"Die Pläne sehen vor, dass ein Thermenhotel mit 90 Zimmern auf dem Parkplatz der Therme errichtet wird. Im Fall der Fälle sollen neue Pkw-Abstellflächen geschaffen werden – entweder in einer Tiefgarage oder in einem Parkdeck. 'Wir haben zwei Investoren gefunden, die bereit wären, in ein klassisches Thermenhotel mit dem Schwerpunkt auf Gesundheit und Wellness zu investieren.' Am Montag berät der Bau- und Umweltausschuss in Bad Reichenhall über die Aufstellung eines Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren. Am Dienstag steht die Causa auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung. Ziel von Geschäftsführer Dirk Sasse ist es, zu Jahresende einen Bauantrag stellen zu können", heißt es in der SN.

Der Oberbürgermeister gibt zu: "Bei einigen Aussagen ist Herr Sasse wohl über das Ziel hinausgeschossen. Aber grundsätzlich ist es seine Aufgabe Pressearbeit zu leisten und der Artikel war nicht nur schlecht für Bad Reichenhall." Da stimmten ihm die Mehrheit der Stadträte zu und mit zwei Gegenstimmen wurde der Bebauungsplan für ein "Sondergebiet Hotel" am Parkplatz der Rupertus Therme im beschleunigten Verfahren aufgestellt. Zeitlich ließ sich Lackner keine Prognose entlocken, aber "wenn alles gut läuft, können wir eventuell im kommenden Jahr den Spatenstich setzen."

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Richtfest in Bad Reichenhall

Früher sollte der Spatenstich allerdings an der Kreuzung Traunfeldstraße-Hammerschmiedweg mit der Loferer Straße-B21 gesetzt werden. "Bis September wollen wir eine Lösung haben", betonte der Oberbürgermeister im Vorfeld der Diskussion, um den Unfallschwerpunkt. Immerhin werde dann das neue Sport- und Familienbad eröffnet, um dessen verbesserte Zufahrt es gehe. Das war allen Stadträten verständlich, aber die Lösung schien nicht jedem ideal. "Die Situation ist unbefriedigend", gibt Stadtbauamtsleiter Thomas Knaus zu. "Ideal wäre die Situation kreuzungsfrei, also mit einer Unterführung oder ähnlichem." Der Vorschlag des Staatlichen Bauamtes Traunstein lautet allerdings auf zwei Linksabbiegespuren in Richtung des Sport- und Familienbades auf der einen und in Richtung des Hammerschmiedweges, der Aral-Tankstelle, auf der anderen Seite.

Ein Kompromiss, auf den sich die Stadträte mit fünf Gegestimmen einigten. Allerdings nicht ohne zu kritisieren, dass die Kosten, die auf die Stadt in diesem Fall zukämen bekannt sein müssten. Knaus prognostizierte, 50 Prozent der Kosten müsse die Stadt tragen. Kämmerer Gerhard Fuchs sprach von 70.000 Euro, die im Haushalt im Vorjahr dafür vorgesehen wären.

Christine Zigon

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