Forum Piding 2030 - nur mäßige Begeisterung

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
So sehen die beiden Möglichkeiten der Ortsentwicklung Piding aus. Die Entwicklung bleibt innerhalb der B20.

Piding - Seit Beginn des Jahres haben in Piding Vertreter der Gemeinde, der Wirtschaft, der Agenda, des Tourismus und betroffene Bürger über die künftige Ortsentwicklung diskutiert. Das Ergebnis schien nicht zufriedenstellend.

Vor allem auf Hinblick des möglichen Verlaufes der Autobahn A8 hätten sich die Pidinger mehr erwartet. Eine "Autobahndiskussion" sollte es aber laut Bürgermeister Hannes Holzner nicht werden. Das Büro DRAGOMIR STADTPLANUNG aus München hat zusammen mit den angesprochenen 20 Vertretern von Februar bis Juli fünf Workshops veranstaltet, in denen ein Leitbild und die mögliche Ortsentwicklung ausgearbeitet wurden.

Für die Ortsentwicklung gibt es letztlich zwei Varianten - einmal die Nordumfahrung der A8 und einmal der Bestand. An dem Plan der Ortsentwicklung ändert sich aber nichts, egal wie die Trasse verläuft. Trotzdem hätten sich die Bürger mehr erwartet. "Ein ähnliches Konzept haben wir bereits in der Agenda erarbeitet", hieß es da. "Das sieht mir nach dem bestehenden Flächennutzungsplan aus", kam es von dort.

Bürgermeister Hannes Holzner musste dem vollen Saal im Pidinger Altwirt Recht geben. "Die Ortsentwicklungsplanung hat sich sowohl an dem Agenda-Konzept, als auch an dem Flächennutzungsplan orientiert. Es ist aber ausgereifter." Das konnten die Bürger nicht erkennen und kritisierten die Ausgaben von 60.000 Euro für das Planungsbüro.

Die Ortsentwicklungsplanung sieht vor, dass die Verkehrssituation um Piding entspannt werden muss, um das Leben in der Gemeinde attraktiver zu machen. Dazu kommt, die vielen Bäche und Flüsse durch Piding zu nutzen und beispielsweise das Aubacherl zu einem See anzustauen. Das könnte auch die Hochwassersituation entspannen. Außerdem würde die Ortsmitte dadurch grüner gestaltet.

Stadtplaner Johannes G. Dragomir und seine Mitarbeiterin Franziska Becker stellten sich der Bürger-Diskussion.

Einer der Leitsätze ist auch, die Nähe zu Salzburg positiver zu nutzen. Mit einem klar ausgerichteten Konzept, könnte es die Städter wieder aufs Land locken. In Sachen Tourismus empfiehlt die Ortsentwicklungsplanung einen klaren Wechsel von einzelnen Vermietern hin zu Budget-Hotels. Zusammen mit Urlaub auf dem Bauernhof sieht das Fachforum darin die ideale Kombination.

Auch die Gemeinde selbst sollte im Innenraum der B20 und der Saalach noch bis zu 250 Wohneinheiten möglich machen, so dass die Infrastruktur nicht erweitert werden muss. Dazu komme die Überlegung einer wohngebietsnahen Nahversorgung. "Wir raten dringend von einer Ansiedlung von großen Diskountern außerhalb der Ortschaft ab, die nur mit dem Auto erreicht werden können", so Johannes G. Dragomir.

Eine weitere Säule des Leitbildes ist nämlich die Nachhaltigkeit. "wir wollen es möglich machen, dass die Bürger in Piding kein Auto brauchen", erklärt der Ortsentwicklungsplaner. Zur Nachhaltigkeit zählt aber auch, die Betriebe vor Ort zu stärken und weiterzuentwickeln.

Über die Ortsentwicklungsplanung mit dem Leitthema "Vielfalt im Gleichgewicht" wird jetzt erst einmal der Gemeinderat diskutieren. Das Gremium entscheidet dann das weitere Vorgehen.

Christine Zigon

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser