Erfindergeist kleiner Unternehmer wird belohnt

+
Dr. Uwe Schüssler von „Bayern innovativ“ stellte das milliardenschwere Forschungsprogramm vor.

Berchtesgadener Land - Rund 70,2 Milliarden Euro stellt die Europäische Union bis zum Jahr 2020 für Forschung und Innovationen bereit. Auch für kleine und mittelständische Unternehmen in der Region.

Das milliardenschwere EU-Forschungsprogramm „Horizon 2020“ wendet sich explizit an Unternehmer wie Frank Woodcock. Sein kleines Unternehmen „progenoX“ in Bischofswiesen entwickelt unbemannte Fahrzeuge, die bei der Gefahren-Abwehr oder Unfällen zum Einsatz kommen.

Innovationen wie die aus Bischofswiesen sind dank europäischer Partner von internationaler Bedeutung und stärken somit die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Allerdings ging bisher ausgerechnet der tragenden Wirtschaftssäule Deutschlands, den Mittelständlern, beim Erstellen der Anträge und dem Warten auf Fördergelder oft die Luft aus. „Das soll mit Horizon 2020 anders werden“, versprach Dr. Uwe Schüssler von der Gesellschaft „Bayern innovativ“. Er stellte das Programm gemeinsam mit anderen Experten bei einem von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land organisierten Informationstreffen vor.

Lars Holstein von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft ist der erste Ansprechpartner für regionale Unternehmer, die sich an „Horizon 2020“ beteiligen wollen. 

In den 60 Milliarden schweren Horizon-Programmsäulen „Innovationen“ und „gesellschaftliche Herausforderungen“ soll schneller Geld an kleine und mittelständische Unternehmen fließen. Mit „unbürokratischen 50.000 Euro Cash“ wird laut Dr. Schüssler zunächst die Innovationsidee gefördert. Projektanträge können ganzjährig eingereicht werden, die Bearbeitungszeit darf nicht länger als sechs Monate betragen. Die anschließende Entwicklung der Produkte bis zur Marktreife wird laut Dr. Schüssler mit bis zu drei Millionen Euro gefördert. Wissenschaftliche Unterstützung und internationale Kooperationspartner seien laut EU gewünscht, aber nicht zwingend vorgeschrieben. „Internationale Zusammenarbeit ist zwar manchmal mühsam. Allerdings ist der Zugewinn an Know How ein großer Vorteil. Außerdem wird das Unternehmen international bekannt“, appellierte der Förderexperte.

Erste Anträge ab 10. Dezember

Bereits am 10. Dezember will die Europäische Union die ersten Aufforderungen zur Einreichung von Förderprojekten im Rahmen von Horizon 2020 veröffentlichen. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land ist hier erster Ansprechpartner für regionale Hightech-Ideen. Unternehmer können sich unter Telefon 08654/77500 an Projektmanager Lars Holstein wenden. Er kennt als Leiter des Firmennetzwerks Satellitennavigation die zahlreichen Kompetenzen, die im Landkreis gerade im Bereich Satellitennavigation oder Verkehrssysteme vorhanden sind.

Zahlreiche Unternehmer informierten sich beim Treffen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land über das Forschungsprogramm „Horizon 2020“.

Das bestätigte sich auch in den Workshops, die nach den Expertenvorträgen veranstaltet wurden. Hier wurden bereits einige Projekte für den Verkehrs-, Energie und Sicherheitsbereich identifiziert. Holstein appelliert an die regionalen Unternehmer, auch an die Inhaber kleinerer Betriebe, ihre Chance auf umfangreiche Unterstützung zu nutzen: „Sie können mit dem neuen Forschungsprogramm Ihren Betrieb zukunftsfähig aufstellen und unsere Region als Sitz zahlreicher Hightech- Betriebe bekannt machen.“

Pressemitteilung WFG BGL

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser