Ende einer Ära: letzter Zivi beim BRK

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Der 19-jährige Hansi Nitzinger aus Anger ist der letzte Zivildienstleistende des Roten Kreuzes im Berchtesgadener Land. Seine Kollegen Florian Pöschl, Thomas Martinetz, Michael Pöschl, Oliver Baumann und Sebastian Strecker (von links) hießen ihn am Montag willkommen.

Berchtesgadener Land - Er ist ein ganz normaler junger Mann, trotzdem stand Johann Nitzinger am Montag im Zentrum der Aufmerksamkeit:

Der 19-Jährige aus Anger ist der letzte Zivildienstleistende des Roten Kreuzes im Berchtesgadener Land. Die Wehrpflicht wird zum 1. Juli 2011 ausgesetzt – damit endet auch die Ära des Zivildienstes. „Für uns ist dieser Einschnitt zugleich ein großer Verlust, da die jungen Leute mit ihren unterschiedlichen Biografien immer auch eine Bereicherung für unser Team darstellten und frischen Wind mitbrachten“, bedauert Fahrdienstleiter Markus Leitner.

Um gravierende Folgen und Personalengpässe zu vermeiden, hat der BRK-Kreisverband bereits Mitte 2010 rechtzeitig vorgesorgt und zusätzliche Mitarbeiter eingestellt sowie seine ehrenamtlichen Dienste weiter gestärkt. Beim Roten Kreuz sind derzeit noch elf Zivis im Fahrdienst (sechs), im Rettungsdienst und Krankentransport (zwei) und in der Tagespflege (drei) im Einsatz. Bundesweit leisten aktuell etwa noch 90.000 junge Männer ihren Zivildienst in sozialen Einrichtungen ab.

Den Zivildienst soll ein Bundesfreiwilligendienst ablösen, der Männern und Frauen offen steht und auch Ältere einbeziehen soll. Geplant wird mit 35.000 Stellen zumeist in Einrichtungen, die derzeit auch Zivildienstleistende beschäftigen. Der freiwillige Dienst soll in der Regel zwölf Monate dauern, mindestens aber sechs und längstens 24 Monate. Bis zum Alter von 27 Jahren soll er in Vollzeit abgeleistet werden, bei älteren Freiwilligen ist auch Teilzeit möglich, allerdings mindestens 20 Stunden pro Woche. Für die Freiwilligen wird Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung gestellt. Zudem wird die Sozialversicherung für sie übernommen. Darüber hinaus bekommen sie ein Taschengeld. Wie hoch das ausfällt, handeln die Kandidaten direkt mit ihrer Einsatzstelle aus.

Der Bund will insgesamt 350 Millionen Euro bereitstellen. Davon sollen 50 Millionen Euro zur Förderung des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) und des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) ausgegeben werden. Das FSJ-/FÖJ-Programm zählt derzeit ebenfalls rund 35.000 Freiwillige.

Pressemitteilung BRK BGL

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