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Bankangestellte aus dem Berchtesgadener Land verhindern Enkeltrick

Eiskalte Abzocke am Telefon - doch diesmal ging die dreiste Masche nach hinten los

Sparkassenangestellte Mona Prünster bei der Ehrung in Bad Reichenhall. Telefonat von Seniorin
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Enkeltrick verhindert. Mona Prünster ist eine von fünf Bankangestellten, die den Verbrechern auf die Schliche kamen.

Mit ihrem Bauchgefühl lagen fünf Mitarbeiter der Sparkasse genau richtig. Durch das beherzten Eingreifen konnten sie mehrere Fälle des sogenannten Enkeltricks im Landkreis Berchtesgaden vereiteln. Wie sie den Kriminellen auf die Schliche kamen, verrieten die Bankangestellten bei einer offiziellen Ehrung.

Bad Reichenhall – Schock, Scham und Schuldgefühle. Trickbetrüger wollen bei den Betroffenen genau diese Gefühle auslösen, um so an ihr Geld zu gelangen. Dabei zeigen die Täter keinerlei Skrupel. Die Masche läuft immer ähnlich ab: Das Telefon klingelt und es meldet sich ein angeblicher Polizist. Schreie und Sirenen im Hintergrund untermalen ein schreckliches Szenario. Der Angerufene wird darüber informiert, dass ein Angehöriger Verursacher eines schweren Verkehrsunfalles und derzeit in Gewahrsam sei. Jetzt wird sofort eine Kaution fällig, sonst bliebe der Verwandte in Haft.

„Da stimmt was nicht“- Bauchgefühl Gold wert

Im Berchtesgadener Land konnten nun Mitarbeiter der Sparkasse in mehreren Fällen Schlimmeres verhindern. „Es ist ungewöhnlich in der heutigen Zeit, dass Leute große Mengen Bargeld abheben“ so Mona Prünster, eine der couragierten Mitarbeiter der Sparkasse. Außerdem sei den Kunden dann schon teilweise anzumerken, dass da was nicht stimmt. Brüchige Stimme, hektische Bewegungen und Nervosität - so wirkten auch in den vereitelten Fällen die Kunden beim Betreten der Filiale.

Karl-Heinz Busch, Fachberater Einbruch und Prävention der Kriminalpolizei Traunstein.

Allein in Bayern wurden in diesem Jahr ca. 6500 dieser sogenannten Enkeltricks zur Anzeige gebracht und auch im Landkreis Berchtesgadener Land steigen die Zahlen. „Dahinter steckt eine ganze Mannschaft an Kriminellen“ erklärt Karl-Heinz Busch, Fachberater der Kriminalpolizei Traunstein. Dabei sei die Dunkelziffer der Betroffenen sicherlich drei bis fünf mal so hoch. Das Schamgefühl der Leute wird hier zum Problem, so Busch weiter. Vielen ist es peinlich, dass sie auf die miesen Tricks der Gauner hereingefallen sind und bringen das Ganze dann gar nicht zur Anzeige.

Opfer sind immer das schwächste Glied der Gesellschaft, die Senioren

Karl-Heinz Busch, Fachberater Einbruchschutz und Prävention der Polizei Traunstein

Die Betrüger haben es oft leicht, brauchen sie doch lediglich ein Telefonbuch um ihre Opfer zu kontaktieren. Kurze Festnetznummern, altmodisch klingende Vornahmen oder sogar Traueranzeigen nutzen die Verbrecher. Dabei wird auch die Scham der Betroffenen zur Falle. Busch berichtet von Fällen, wo Witwen von einem vermeintlichen Staatsanwalt angerufen wurden, ihr verstorbener Mann hätte noch eine offene Telefonrechnung. Der Tote hätte im großen Stil Sexhotlines angerufen. Das wolle man dann natürlich nicht an die große Glocke hängen und zahlt den horrenden Betrag.

Lieber einmal zu viel nachfragen- Misstrauen geweckt

„Was haben sie denn mit dem Geld vor, haben sie eine größere Rechnung?“ Die Bankangestellte Mona Prünster hakte nach im Gespräch mit ihrem Kunden, als dieser eine ungewöhnlich hohe Summe abheben wollte. Der ältere Herr konnte keine detaillierten Antworten geben und wirkte sehr angespannt. Er blieb beharrlich. Letztlich blieb den Bankmitarbeitern nur, ihm das Geld auszuhändigen. Die Betrüger waren währenddessen die ganze Zeit am Telefon des Herren live dabei. So könnten sie bei Verdacht dass das Ganze auffliegt, die Aktion sofort abbrechen.

Seltsames Gefühl am Telefon - was können sie tun?

Das Opfer hatte Glück im Unglück. Durch die viele Fragerei von Mona Prünster wurde seine eigene Skepsis bestärkt und auf dem Weg zur Geldübergabe überlegte er es sich anders. Er brachte das Geld zurück zur Bank und verständigte die Polizei. Bei Verdacht von Trickbetrug, so Busch, solle man sich unbedingt den Namen des vermeintlichen Beamten geben lassen und die Dienststelle. Dann reiche ein Anruf bei der Polizei und es könne schnell festgestellt werden, ob es sich um einen Betrugsversuch handelt. Viele hilfreiche Tipps, um nicht in die Falle von Trickbetrügern zu gehen hat die Polizei Traunstein in einer Infobroschüre zusammengestellt.

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