Bund Naturschutz zieht durchwachsene Bilanz

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So wie diese alte Linde im Maximiliansreitweg in Bischofswiesen wurden schon viele Bäume gefällt, ohne dass Nachpflanzungen erfolgten.

Landkreis - Der BGL-Kreisverband des Bund Naturschutzes hat jetzt Bilanz für das Jahr 2013 gezogen - und spricht selbst von einem durchwachsenen Jahr.

Zu den großen Erfolgen unter Beteiligung der Kreisgruppe im 100sten Jahr des Bestehens des BUND Naturschutz gehören die Ergebnisse des Bürgerentscheids gegen Winterolympia 2022, der Bürgerentscheid zum Kirchholztunnel und das Bürgerbegehren zum Immobilienprojekt am Königssee. Im Gegensatz zur Donau muss das Engagement für die frei fließende Salzach weiter geführt werden. Statt nach Energieeinsparpotentialen wird vor allem nach zu verbauenden Flüssen und Bächen gesucht. Unerfreulich auch die zunehmenden Baumfällungen ohne Nachpflanzungen. Positiv ist hingegen die Entwicklung der Mitglieder- und Fördererzahlen.

Bürger stimmen gegen Olympia-Kommerzspektakel

Die Abstimmungsergebnisse zu Olympia in allen vier Abstimmungskreisen waren ein deutliches Signal an das IOC, die Sportfunktionäre und Politiker fast aller Parteien – mit Ausnahme der GRÜNEN und der ÖDP – dass der Bürger dieses intransparente und korrupte System zum Nutzen einer kleinen Elite nicht unterstützt, denn es konnte nirgends vermittelt werden, dass es tatsächlich um die olympische Idee geht. „Nachdem sich schon in Graubünden / Schweiz und in Wien bei Bürgerentscheiden eine Mehrheit der Bürger gegen die Olympia-Bewerbung ausgesprochen hat, dürfte eine erneute Bewerbung eines Alpenlandes für die nächsten Jahre vom Tisch sein," war sich Vorstandsmitglied Paul Grafwallner sicher. Den Alpen und der betroffenen Bevölkerung blieben damit massive Landschaftseingriffe und Schuldenberge erspart. Ökologisches Bewusstsein und Heimatliebe der Bürger hat über Kommerz und Gigantismus gesiegt. Nachdem jetzt auch Stockholm seine Kandidatur zurückzog, wird das Problem für das IOC immer größer.

Kirchholztunnel und A8

Der stellvertretende Kreisvorsitzende Dr. Ernst Billmeier erinnerte an den Marsch zum Golling und das Ergebnis des Bürgerentscheids „Kircholztunnel“, allerdings bleibt unklar, wie der Ausbau der A8 erfolgen soll. Denn um die Nordumfahrung Pidings mit sechs+zwei Fahrstreifen durchzusetzen, wird jetzt mit dem Angstthema Hochwasserschutz argumentiert.

Hochwasserschutz und Naturschutz

Hochwasserschutz fängt im Bergwald an, eigentlich eine Binsenweisheit, aber im Zweifelsfall muss - wie am Jenner - immer der Bergwald weichen. Die Baumaßnahmen dort haben im Sommer jedermann gezeigt, wie ein in jeder Hinsicht wertvoller Lebensraum systematisch Stück für Stück zerstört wird, wobei dies aber nach Meinung des Landratsamtes alles ausgleichbar ist. Beim Pidinger Baumspielhaus hingegen erkennt das Landratsamt sofort negative Wirkungen für Naturschutz und Landschaft. Wegen der Gefahr der Entstehung einer Splittersiedlung wurde ein Bußgeld von 500.000 Euro in Aussicht gestellt. Dabei hatte sich dank dem Engagement der Eigentümerin die Artenvielfalt der Wiesenfläche durch die extensive Bewirtschaftung in den vergangenen Jahre so erhöht, dass sie als Biotop kartiert wurde.

Energiewende: Bäume, Bäche und Flüsse

Die stetige Zunahme der Beseitigung alter Bäume ohne dass Nachpflanzungen erfolgen, ist für viele Bürger und auch den Naturschutz ein echtes Ärgernis. Das gilt auch für die Suche nach den letzten Resten noch frei fließender Bäche und Flüsse Beispiel Bischofswieser Ache und Salzach, die sich unter dem Deckmantel der Energiewende noch verbauen lassen. Ziel der Kreisgruppe ist es, die dadurch entstandenen und drohenden Veränderungen in einer Dokumentation 2014 darzustellen.

Als sehr positiv wird auch das Wachstum der Mitglieder und Förderer gesehen, die im Landkreis mit über 1.700 auf einen historischen Höchststand angewachsen sind. Nur dank der vielen ehrenamtlichen Stunden, intensiver Zusammenarbeit mit anderen Vereinen sowie Parteien und den zahlreichen Spenden waren die Erfolge möglich, so Kreisvorsitzende Rita Poser.

Pressemeldung Bund Naturschutz in Bayern e.V.

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