"Bürgerkriegsähnliche Zustände in Bayerisch Gmain"

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Bayerisch Gmain - Kuranstalt Becker gegen Schillerallee - für Außenstehende spaltet sich Bayerisch Gmain vor dem Bürgerentscheid in zwei Lager. Doch wo kann ein Einkaufsmarkt jetzt wirklich gebaut werden?

Am 8. Mai entscheiden die Bürger darüber, ob sie einen Edeka an der Schillerallee haben wollen. Dafür gibt es Investor, Betreiber und ausliegende Pläne. Seit 11. April schwebt aber eine Alternative im Raum.

Der ortsansässige Investor Joachim Merkel hat die ehemalige Kuranstalt Becker, die seit zehn Jahren leersteht, gekauft. Er will dort auf 1200 Quadratmeter einen Vollsortimenter errichten. Dabei sollen 30 Prozent des Grundstückes bebaut werden, die Draufhöhe beträgt 5,50 Meter.

Bereits 2004 gab es Pläne für einen Supermarkt an diesem Standort. Nachdem die Erschließung über die B20 damals nicht möglich war, konnte das Projekt nicht umgesetzt werden. Auch die 2006 geplante Wohnbebauung verlief im Sand.

Bürgermeister Hans Hawlitschek will bis 5. Mai noch einige Fragen beantwortet haben.

Am Mittwochabend sollte der Gemeinderat in Bayerisch Gmain über die Bauvoranfrage von Joachim Merkel entscheiden. Den Gemeinderäten waren die Informationen aber zu dürftig. "Der Investor hat lediglich einen Lageplan vorgelegt", erklärte Bürgermeister Hans Hawlitschek. Die Gemeinderäte forderten aber eine Grobplanung, wie das Gebäude und die verkehrliche Erschließung aussehen soll.

Architekt Wolfgang Spies betonte: "Wir haben das Ingenieurbüro Höllige und Wind aus Ainring beauftragt, eine Linksabbiegespur zu planen. Diese Planung liegt uns vor und ist genehmigungsfähig." Eine weitere Planung sei aber erst möglich, wenn der Gemeinderat die Bauvoranfrage positiv bescheide, dann könne Geld in die Hand genommen werden.

Grundsätzlich verstanden die Gemeinderäte diese Haltung. Aufgrund des nahenden Bürgerentscheides wurde allerdings heftig diskutiert. Denn sollte der Gemeinderat die Bauvoranfrage ablehnen und die Bürger sich gegen den Edeka an der Schillerallee entscheiden, gebe es in Bayerisch Gmain endgültig keinen Markt. Stimmten die Gemeinderäte der Bauvoranfrage aber zu, würden es viele Unentschlossene als gute Alternative ansehen, wenn an der ehemaligen Kuranstalt Becker ein Markt entstehen würde. Das ist aber noch nicht sicher, da vor allem die verkehrliche Erschließung noch nicht endgültig geklärt ist.

Innerhalb 24 Stunden will Architekt Wolfgang Spies eine Absichtserklärung des Betreibers vorlegen.

Die Diskussion sorgte für rege Unterhaltungen unter den zahlreich erschienen Zuhörern. CSU-Gemeinderätin Katharina Reisbacher sprach sogar von bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Bayerisch Gmain.

Kuranstalt Becker gegen Schillerallee - ein Einkaufsmarkt spaltet Bayerisch Gmain. Eine Situation, die Hawlitschek befürchtet hat, deshalb schlug er vor, die Bauvoranfrage zurückzustellen und den Investor zu bitten, bis 5. Mai eine Absichtserklärung des Betreibers vorzulegen und weitere Fragen zur baulichen und verkehrlichen Situation zu beantworten. Dieser Vorschlag wurde mit 12 zu 3 Stimmen angenommen.

Spies bekundete gegenüber BGLand24 nach der Sitzung noch einmal die ernsthaften Absichten des Investors. Innerhalb der nächsten 24 Stunden wolle man die Absichtserklärung des Betreibers vorlegen. "Wir werden uns überlegen ob wir die weiteren Wünsche bis zum 5. Mai erfüllen können. Ob alles möglich ist, weiß ich nicht", so der Architekt im Interview.

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © cz

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