'Bürgerarbeit als freiwilliges Modell'

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Herbert Mädler, stv. Geschäftsführer Jobcenter BGL, Inéz Loshi, Helmut Rechenauer, Sabine Haase, Leiterin des Wohnprojekts, Bärbel Kofler, Markus Pfnür, Leiter Zuverdienstwerkstatt (v.l.).

Bad Reichenhall - Die heimische Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler hat sich bei der AWO Bad Reichenhall über das Projekt Bürgerarbeit des Jobcenters Berchtesgadener Land informiert.

Christoph Werner vom Jobcenter, mit dieser Aufgabe zentral betraut, stellte die Bürgerarbeit in einem informativen Vortrag vor. "Das Kontingent von 60 Plätzen komplett auszunutzen ist unser Ziel", so Werner. Bärbel Kofler betonte, dass mit 24 besetzten Plätzen das Jobcenter BGL im bundesweiten Vergleich sehr gut da stehe. "Leider wird auch hier im Berchtesgadener Land deutlich, dass der insgesamt etwas magere Erfolg dieses Projekts auch an den bürokratischen Hindernissen liegt. Nicht das Jobcenter vor Ort kann im lokalen Konsens über Bürgerarbeitsplätze entscheiden, sondern das Bundesverwaltungsamt in Köln ist mit dieser Aufgabe zentral vertraut. Das Ziel der Bundesarbeitsministerin, 34.000 Bürgerarbeitsplätze in Deutschland zu besetzen wird klar nicht erreicht werden können", kritisiert die SPD-Abgeordnete.

"Sehr wichtig ist uns, dass wir die Bürgerarbeit als freiwilliges Modell handhaben können. Auch wenn der Personalaufwand hoch und die Ergebnisse eher bescheiden sind, so erfahren Bürgerarbeiterinnen und -arbeiter eine Wertschätzung als Arbeitskräfte, die man nicht mit Geld aufwiegen kann", betont der Projektleiter und Geschäftsführer des Jobcenter BGL, Helmut Rechenauer. Gemeinsam mit Kommunen, Landkreis, sozialen Trägern, Vereinen und Kirchen werden die Bürgerarbeitsplätze nach strengen Kriterien geschaffen. Die Bürgerarbeitsplätze müssen zusätzlich, gemeinnützig und wettbewerbsneutral sein, d.h. sie sollen nicht in Konkurrenz mit regulären Arbeitsplätzen stehen.

Die AWO-Tagesstätte BGL hat einen solchen Bürgerarbeitsplatz eingerichtet. Als Einrichtung im Sozialpsychiatrischen Zentrum des Berchtesgadener Landes bietet die Tagesstätte eine Anlaufstelle für psychisch kranke Menschen als Ort der sozialen Begegnung, mit vielfältigen Angeboten an Freizeit, Kultur und Beschäftigung. Das Sozialpsychiatrische Zentrum arbeitet unter der Trägerschaft des Münchener Projektevereins, der korporatives Mitglied der Arbeiterwohlfahrt ist. "Zentrales Anliegen der Tagesstätte ist die soziale Gemeinschaft", stellte Werner Scheurer, der Leiter der Einrichtung fest. "Wir wollen über Orte, die allen Bürgern offen stehen, sei es das Café Harlekin, unser "Schnickschnackladen" oder jetzt die Bürgerlesestube, Brücken für Begegnungen schaffen." Die Bücherstube solle unter der Leitung von Inéz Loshi Anfang Dezember geöffnet werden und Bürger zum Büchertausch und -kauf einladen sowie Lesungen und einen Literaturkreis anbieten.

Pressemitteilung Bärbel Kofler

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